Neue Ausgabe des Newsletters der Landesfachstelle: KipsFam

Was bewegt sich aktuell für Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien in Mecklenburg-Vorpommern? Die neue Ausgabe der BlickPost gibt Einblicke in die Arbeit der Landesfachstelle KipsFam und ihrer regionalen Partner*innen im ganzen Land.

Mit der aktuellen Juli-Ausgabe erscheint der Newsletter der Landesfachstelle: KipsFam erstmals in einem neuen, modernen Format. Auch die Website der Landesfachstelle wurde überarbeitet. Fachkräfte, Familien und Angehörige sollen dadurch noch leichter Informationen, Anlaufstellen und Veranstaltungen finden können.

Ein Schwerpunkt der neuen BlickPost ist der Rückblick auf das 5. KipsFam-Projektforum „Land in Sicht!“, das am 1. Juli 2026 in der Scheune Bollewick stattfand. Rund 150 Fachkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern beschäftigten sich dort mit der Frage, wie eine bedarfsgerechte Unterstützung von Kindern aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien im ländlichen Raum gelingen kann – trotz weiter Wege, knapper Angebote und begrenzter Ressourcen. Neben fachlichen Impulsen und einer Podiumsdiskussion entwickelten die Teilnehmenden in regionalen Ideenwerkstätten Ansätze für die weitere Versorgungsgestaltung in Mecklenburg-Vorpommern.

Die neue BlickPost zeigt zugleich, wie vielfältig sich die KipsFam-Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern weiterentwickeln. Die Regionalstellen berichten unter anderem über neue Kooperationen und Netzwerke, die Sensibilisierung von Fachkräften, Selbsthilfeangebote sowie neue Präventions- und Unterstützungsangebote.

Neu ist außerdem ein Animationsfilm der Landesfachstelle: KipsFam. Er vermittelt kindgerecht, wie es sich anfühlen kann, mit einem psychisch oder suchtbelasteten Elternteil aufzuwachsen, und trägt dazu bei, Erfahrungen und Bedürfnisse betroffener Kinder sichtbarer zu machen.

Ergänzt wird der Newsletter durch Hinweise auf Fortbildungen und Veranstaltungen, aktuelle Studien und Fachbeiträge sowie Empfehlungen für Bücher und Materialien.

Die neue BlickPost können sie hier frei herunterladen und abonnieren.

Stellungnahme des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V e. V. zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nationalen Suizidprävention

Stellungnahme des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nationalen Suizidprävention

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat seine Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit für ein Gesetz zur Stärkung der nationalen Suizidprävention fristgerecht im Rahmen des Beteiligungsverfahrens an das Bundesministerium für Gesundheit übermittelt.

Wir begrüßen ausdrücklich die Initiative des Bundes, erstmals einen gesetzlichen Rahmen für eine bundesweit koordinierte und langfristig angelegte Suizidprävention zu schaffen. Angesichts von jährlich mehr als 10.000 Suiziden in Deutschland ist die Stärkung der Suizidprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die weit über die medizinische Versorgung hinausgeht.

Aus Sicht des Landesverbandes kann eine wirksame Suizidprävention nur gelingen, wenn medizinische, sozialpsychiatrische und psychosoziale Hilfen eng miteinander verzahnt werden. Menschen in suizidalen Krisen wenden sich häufig zunächst an niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote, Sozialpsychiatrische Dienste, Hausärzt*innen, Selbsthilfe oder andere gemeindenahe Hilfen. Diese Strukturen müssen deshalb als tragende Säulen einer nationalen Präventionsstrategie verstanden und dauerhaft gestärkt werden.

In unserer Stellungnahme sprechen wir uns insbesondere aus für:

  • die ausdrückliche Berücksichtigung der Sozialpsychiatrie und gemeindepsychiatrischer Versorgungsstrukturen als zentrale Bestandteile der nationalen Suizidprävention,
  • verbindliche regionale Netzwerke zwischen Gesundheitswesen, Sozialpsychiatrie, Eingliederungshilfe, Suchthilfe, Selbsthilfe und weiteren Akteur*innen,
  • eine nachhaltige Finanzierung niedrigschwelliger Krisendienste und psychosozialer Unterstützungsangebote,
  • die stärkere Einbindung von Peer-Support und EX-IN-Genesungsbegleitung,
  • den Ausbau bundesweiter Qualifizierungsangebote für Fachkräfte und weitere Berufsgruppen,
  • die stärkere Berücksichtigung von Postvention, Angehörigen sowie besonders vulnerablen Personengruppen,
  • Maßnahmen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen als festen Bestandteil der Suizidprävention sowie
  • eine regional ausgerichtete Bedarfsplanung und wissenschaftliche Evaluation.

Besonders für Mecklenburg-Vorpommern sehen wir aufgrund der großen Flächen, der geringen Bevölkerungsdichte und der bestehenden Versorgungsherausforderungen einen erheblichen Handlungsbedarf. Verlässliche Krisenhilfen, sektorenübergreifende Zusammenarbeit und eine langfristige Finanzierung sind wesentliche Voraussetzungen, damit Menschen in psychischen Krisen frühzeitig erreicht und wirksam unterstützt werden können.

Unsere Stellungnahme versteht sich als fachlicher Beitrag zur Weiterentwicklung des Gesetzentwurfs. Als Landesverband bringen wir dabei unsere langjährigen Erfahrungen aus der sozialpsychiatrischen Praxis, der Netzwerkarbeit sowie der Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsorganisationen und zahlreichen Kooperationspartner*innen ein.

Die vollständige Stellungnahme steht nachfolgend als PDF zum Download zur Verfügung.

Analyse und Arbeitshilfe zur Landtagswahl 2026 in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht

Analyse und Arbeitshilfe zur Landtagswahl 2026 in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht

Was sagen die Parteien zur psychischen Gesundheit, sozialen Teilhabe und psychosozialen Versorgung? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer neuen Arbeitshilfe des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. zur Landtagswahl 2026.

Die Broschüre wertet die Wahlprogramme der zur Landtagswahl antretenden Parteien systematisch aus und stellt ihre Aussagen zu sozialpsychiatrisch relevanten Themen übersichtlich gegenüber. Berücksichtigt werden unter anderem die Bereiche Teilhabe und Inklusion, allgemeine Gesundheit, psychische Gesundheit, Suchthilfe, psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, Familie sowie Maßregelvollzug.

Die Arbeitshilfe richtet sich insbesondere an Mitarbeitende in der psychosozialen Versorgung. Sie unterstützt dabei, Menschen mit psychischen Erkrankungen bei ihrer selbstbestimmten politischen Meinungsbildung zu begleiten. Dazu enthält sie verständlich aufbereitete Themenübersichten, einen Gesprächsleitfaden für Mitarbeitende sowie Arbeitsblätter für Gespräche mit Klient*innen. Ergänzt wird die Arbeitshilfe durch eine fachpolitische Analyse der Wahlprogramme und eine umfassende Quellendokumentation.

Wichtig: Die Arbeitshilfe enthält keine Wahlempfehlung. Ziel ist es, politische Inhalte verständlich darzustellen, Unterschiede zwischen den Wahlprogrammen transparent zu machen und eine informierte, eigenständige Meinungsbildung zu unterstützen. Welche Partei gewählt wird oder ob das Wahlrecht wahrgenommen wird, entscheidet jede Person selbst.

Mit der Veröffentlichung möchte der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. einen Beitrag zur politischen Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen leisten und Einrichtungen der psychosozialen Versorgung bei der Begleitung politischer Bildungsprozesse unterstützen.

Die Arbeitshilfe steht ab sofort für unsere Mitgliedsorganisationen hier im internen Mitgliederbereich auf dieser Internetseite zur Verfügung.

Protokoll der letzten LAG Partizipation Mecklenburg-Vorpommern vom 08. Mai 2026

Bei der Entwicklung, Planung und Evaluation von psychiatrischen und psychosozialen Behandlungs- und Unterstützungsangeboten hat in den letzten Jahren die partizipative Einbeziehung von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch Selbsthilfeinitiativen und -bewegungen, durch zunehmende Forschungsaktivitäten sowie durch gesetzliche Reformprozesse wie die UN-Behindertenrechtskonvention und das Bundesteilhabegesetz an Bedeutung gewonnen.

Gerade durch das Bundesteilhabegesetz wurde die gesetzlich verpflichtende Grundlage für Leistungsträger und Leistungserbringer geschaffen, Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit anderen Behinderungen aktiv und auf gleicher Augenhöhe in die Planung, Durchführung und Evaluation von psychiatrischen und psychosozialen Unterstützungsangeboten einzubeziehen. Zudem ist die partizipative Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen eng mit den Konzepten von Empowerment und Recovery verbunden.

Um die aktive Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung sowie die Implementierung von Angeboten des Peer Supportes in Mecklenburg-Vorpommern zu fördern, entwickelten der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. und das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e.V. die Initiative der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern, welche gemeinsam mit anderen interessierten Kooperationspartner*innen und Verbänden umgesetzt werden soll.

Am 08. Mai 2026 fand das letzte Treffen der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern online über das Konferenzprogramm Zoom statt. Im Zentrum des Austausches standen die Weiterentwicklung partizipativer Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern, das Thema Anti-Stigma-Arbeit und entsprechender Qualitätsstandards, der partizipative Expert*innenrat von ISA KipsFam, die Vorbereitung des Netzwerktreffens Genesungsbegleitung M-V sowie die Abstimmung zukünftiger Themen der Landesarbeitsgruppe. Das Protokoll des letzten Treffens der Landesarbeitsgruppe mit den dazugehörigen Anhängen kann hier eingesehen werden.

Weitere Informationen zur Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier.

Neues Projekt gestartet: Familie Löwenmut MV stärkt Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien

Seit dem 1. Juli 2026 setzt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. das neue Projekt „Familie Löwenmut MV“ um. Ziel des Projekts ist es, die Resilienz und soziale Teilhabe von Kindern im Kita-Alter aus Familien zu stärken, in denen ein Elternteil psychisch oder suchtkrank ist.

Familie Löwenmut MV baut auf einem bereits erprobten und evaluierten Programm auf und entwickelt dieses für Mecklenburg-Vorpommern weiter. Im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen mit regionalen Partnern aus dem Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendhilfe sowie dem psychosozialen Unterstützungssystem. So sollen Kinder und ihre Familien frühzeitig, bedarfsgerecht und niedrigschwellig Unterstützung erhalten.

Während der Projektlaufzeit bis zum 30. Juni 2028 entstehen landesweit neun Modellstandorte. Zwei regionale Netzwerke konnten bereits gewonnen werden, weitere Standorte befinden sich derzeit im Aufbau. Die teilnehmenden Einrichtungen werden fachlich begleitet und qualifiziert, um nachhaltige regionale Unterstützungsstrukturen für Kinder und Familien zu entwickeln.

Aktuell wird eine Interessenbekundung vorbereitet, mit der sich weitere Kindertageseinrichtungen gemeinsam mit regionalen Netzwerkpartnern am Projekt beteiligen können. Nach Veröffentlichung werden die entsprechenden Unterlagen auf unserer Website zur Verfügung gestellt.

Familie Löwenmut MV wird im Rahmen der Förderung von Maßnahmen zur Unterstützung und Stärkung von Kindern und Jugendlichen aus psychisch belasteten oder suchtbelasteten Familien gefördert. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+).

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier auf unserer Projektseite oder erhalten Sie direkt bei den Ansprechpartnerinnen des Projekts.

Forensik Update 2026: Best Practice und Innovation im Maßregelvollzug

Am 21. und 22. September 2026 lädt die Klinik für Forensische Psychiatrie der Universitätsmedizin Rostock erneut zum „Forensik Update – Best Practice und Innovation im Maßregelvollzug“ nach Rostock ein. Die interdisziplinäre Fachtagung richtet sich an Fachkräfte unterschiedlicher Berufsgruppen und bietet eine Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisnahe Ansätze in der forensischen Psychiatrie.

Das Programm verbindet Fachvorträge renommierter Expert*innen mit praxisorientierten Workshops zu vielfältigen Themenfeldern. Auf der Agenda stehen unter anderem Fragen zu Zwang und Autonomie in der Forensik, neue Entwicklungen in der ambulanten forensischen Versorgung, traumaorientierte Behandlungskonzepte, die Versorgung von Menschen mit intellektuellen Entwicklungsstörungen im Maßregelvollzug sowie aktuelle Ansätze in der Begutachtungs- und Behandlungspraxis.

Besondere Formate wie die Pro-und-Contra-Debatte zu Schizophrenieleitlinien in der Forensik, das „Speed-Dating Forschung“ für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie verschiedene Workshops fördern den fachlichen Dialog und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis.

Neben dem fachlichen Programm bietet die Tagung Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung. Die Veranstaltung wurde von der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern mit 15 Fortbildungspunkten anerkannt.

Termin: 21.–22. September 2026
Ort: ScanHotels City Rostock, Lange Straße 40, 18055 Rostock

Weitere Informationen zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier auf der Veranstaltungsseite der Universitätsmedizin Rostock.

Suchtwoche vom 15. bis 19. Juni 2026 im Landkreis Vorpommern-Rügen

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Sucht des Landkreises Vorpommern-Rügen lädt vom 16. bis 18. Juni 2026 zu einer Suchtwoche mit vielfältigen Informations- und Austauschangeboten ein. Die Veranstaltungen richten sich an Fachkräfte, Betroffene, Angehörige sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Den Auftakt bildet am 16. Juni 2026 der Fachvortrag mit Ausstellung „FASD – eine unsichtbare Behinderung sichtbar machen“ im Haus Rügen in Dreschvitz. Referentin ist Conny Kirsten. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.

Am 17. Juni 2026 findet in der Klinikumskirche Stralsund der Suchtfachtag unter dem Motto „Wo der Mut beginnt, wachsen Dir Flügel“ statt. Renommierte Referentinnen und Referenten informieren über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Suchthilfe. Auch für diese Veranstaltung wird um Anmeldung gebeten.

Den Abschluss der Suchtwoche bildet am 18. Juni 2026 der Filmabend „Tausche Panikattacken gegen Leberzirrose“ im UC Kino Bergen auf Rügen. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich.

Ergänzend beteiligt sich die Sucht- und Drogenberatungsstelle Stralsund vom 13. bis 21. Juni 2026 mit verschiedenen Aktionen an der bundesweiten Aktionswoche Alkohol 2026.

Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Ermöglicht werden sie durch die Unterstützung des Landkreises Vorpommern-Rügen und des Gemeindepsychiatrischen Leistungserbringerverbundes (GPLV). Der Suchtfachtag wird zusätzlich durch das Helios Hanseklinikum Stralsund und die Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten unterstützt.

Weitere Informationen zu Veranstaltungszeiten, Anmeldungen und Ansprechpartner finden Sie in den Veranstaltungsflyern der Organisator*innen.

Von der Kostensteuerung zur Versorgungsverantwortung – Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V. nimmt Stellung zum BTHG-Sonderbericht des Landesrechnungshofes

Von der Kostensteuerung zur Versorgungsverantwortung – Landesverband Sozialpsychiatrie MV nimmt Stellung zum Sonderbericht des Landesrechnungshofes

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat eine ausführliche Stellungnahme zum Sonderbericht des Landesrechnungshofes Mecklenburg-Vorpommern zur Finanzierung und Steuerung der Aufgaben nach dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) veröffentlicht.

Der Landesrechnungshof benennt in seinem Bericht erhebliche strukturelle, organisatorische und finanzielle Herausforderungen bei der Umsetzung der Eingliederungshilfe in Mecklenburg-Vorpommern. Aus Sicht des Landesverbandes ist die Analyse wichtiger Ausgangspunkt für notwendige Reformen. Gleichzeitig darf die Debatte über die Zukunft der Eingliederungshilfe nicht auf Fragen der Kostenentwicklung und Wirtschaftlichkeit reduziert werden: „Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen benötigen verlässliche, personenzentrierte und sozialraumorientierte Unterstützungsangebote. Selbstbestimmung, soziale Teilhabe und Gleichberechtigung müssen auch künftig die zentralen Leitziele der Eingliederungshilfe bleiben“, betont der Landesverband.

In seiner Stellungnahme hebt der Verband insbesondere folgende Handlungsfelder hervor:

  • Erhalt der personenzentrierten Bedarfsermittlung und des Wunsch- und Wahlrechts der Leistungsberechtigten
  • Mehr Transparenz, Beteiligung und Planungssicherheit bei Reform- und Steuerungsprozessen
  • Einrichtung regionaler und landesweiter Steuerungsgremien für die psychosoziale Versorgung
  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Eingliederungshilfe (SGB IX) und Gesundheitsversorgung (SGB V)
  • Qualitätsentwicklung auf Grundlage fachlicher und teilhabeorientierter Kriterien statt ausschließlich betriebswirtschaftlicher Kennzahlen
  • Stärkung sozialräumlicher Versorgungsstrukturen und gemeindepsychiatrischer Netzwerke
  • Ausbau von Prävention, Gesundheitsförderung und niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten
  • Entwicklung einer langfristigen Landesstrategie für die psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern

Eine nachhaltige Weiterentwicklung kann aus Sicht des Verbandes nur im gemeinsamen Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Leistungsträgern, Leistungserbringern, Selbsthilfe, Zu- und Angehörigen sowie Menschen mit eigener Erfahrung gelingen. Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. erklärt ausdrücklich seine Bereitschaft, die hierfür notwendigen fachpolitischen Entwicklungs- und Reformprozesse konstruktiv zu begleiten und aktiv mitzugestalten.

Die vollständige Stellungnahme steht hier zum Download bereit:

Stellungnahme gegen Polizeiregister und pauschale Erfassung von psychisch erkrankten Menschen

Stellungnahme gegen Polizeiregister und pauschale Erfassung von psychisch erkrankten Menschen

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat eine Stellungnahme zu aktuellen sicherheitspolitischen Debatten über Menschen mit psychischen Erkrankungen veröffentlicht.

Hintergrund sind politische Forderungen nach Registern, erweiterten Meldepflichten sowie einem verstärkten Datenaustausch zwischen psychiatrischen Einrichtungen und Sicherheitsbehörden. Anlass hierfür sind öffentliche Debatten nach schweren Gewalttaten in Deutschland, bei denen teilweise psychische Erkrankungen der Täter*innen thematisiert wurden.

Der Landesverband warnt davor, psychische Erkrankungen pauschal mit Gefährlichkeit gleichzusetzen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass psychische Erkrankungen weit verbreitet sind, schwere Gewalttaten jedoch seltene Ereignisse bleiben. Die überwältigende Mehrheit psychisch erkrankter Menschen wird nicht straffällig und ist häufiger selbst von Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt betroffen.

Aus Sicht des Landesverbandes drohen pauschale Registrierungs- und Erfassungsmaßnahmen die gesellschaftliche Stigmatisierung weiter zu verstärken, das Vertrauen in psychiatrische und psychosoziale Hilfen zu untergraben und Betroffene davon abzuhalten, frühzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Die Stellungnahme betont stattdessen die Bedeutung:

  • einer starken psychosozialen und psychiatrischen Versorgung,
  • gemeindenaher Hilfen,
  • früher Prävention,
  • aufsuchender und niedrigschwelliger Unterstützungsangebote,
  • einer besseren Vernetzung der Hilfesysteme,
  • sowie einer konsequenten Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern erschweren große ländliche Räume, Fachkräftemangel und unzureichend ausgebaute Unterstützungsangebote vielerorts den Zugang zu verlässlicher Hilfe.

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. setzt sich für eine menschenrechtsorientierte, gemeindenahe und diskriminierungsfreie Psychiatrie ein und fordert eine differenzierte öffentliche Debatte ohne Generalverdacht gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier:

Save the Date – 25 Jahre Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Save the Date – 25 Jahre Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Dieses Jahr begeht das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. (ISP MV) sein 25-jähriges Jubiläum. Seit 2001 engagiert sich das Institut für die Weiterentwicklung der sozialpsychiatrischen Versorgung, die Förderung von Forschung sowie den Austausch zwischen Praxis, Wissenschaft und Politik in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Jubiläumsjahr steht zugleich im Zeichen eines Wechsels in der Institutsleitung: Nach langjähriger und prägender Tätigkeit hat Prof. Dr. Ingmar Steinhart die Direktion des Instituts zum 31.03.2026 abgegeben. Der Vorstand dankt ihm herzlich für sein außerordentliches Engagement und seine wichtigen Impulse für die Entwicklung des ISP MV. Mit Wirkung zum 01.04.2026 hat PD Dr. Sven Speerforck die Direktion des Instituts übernommen und führt die Arbeit des ISP MV gemeinsam mit dem Vorstand in die Zukunft (weitere Informationen zum Wechsel finden Sie hier).

Diesen besonderen Anlass möchten wir gemeinsam mit Ihnen würdigen und laden Sie herzlich ein, sich folgenden Termin vorzumerken:

25 Jahre ISP MV e. V. – Jubiläumsveranstaltung
04. November 2026
Festsaal der Helios Kliniken Schwerin
09:00 – 16:00 Uhr

Der öffentliche Teil der Veranstaltung beginnt ab 10:30 Uhr. Unter dem Titel „Sozialpsychiatrische Herausforderungen in MV – Perspektiven der Versorgungsforschung“ erwartet Sie ein festlicher Rahmen mit Grußworten, einem Rückblick auf 25 Jahre ISP MV sowie fachlichen Beiträgen zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Sozialpsychiatrie.

Weitere Informationen sowie eine ausführliche Einladung folgen in Kürze.