Jahresbericht 2025: Kontinuität, Weiterentwicklung und 30 Jahre Landesverband

Jahresbericht 2025: Kontinuität, Weiterentwicklung und 30 Jahre Landesverband

Der Jahresbericht 2025 des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. ist erschienen. Er gibt einen umfassenden Einblick in unsere fachlichen, sozialpolitischen und projektbezogenen Aktivitäten des vergangenen Jahres und zeigt zugleich, welche Themen die sozialpsychiatrische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern aktuell und zukünftig prägen.

Das Jahr 2025 stand für unseren Landesverband in besonderer Weise im Zeichen von Kontinuität und Weiterentwicklung. Neben der sozialpolitischen Interessenvertretung, der landesweiten Gremien- und Netzwerkarbeit sowie der Umsetzung verschiedener Modell- und Entwicklungsprojekte konnten bestehende Arbeitsschwerpunkte vertieft und neue fachliche Akzente gesetzt werden.

Ein besonderer Höhepunkt war das 30-jährige Bestehen des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.. Am 14. und 15. Mai 2025 blickten wir in Schwerin gemeinsam mit Mitgliedern, Kooperationspartnerinnen und langjährigen Wegbegleiterinnen auf drei Jahrzehnte sozialpsychiatrischer Verbandsarbeit zurück. Zugleich richtete die begleitende Fachtagung anlässlich von 50 Jahren Psychiatrie-Enquête den Blick auf zukünftige Anforderungen an eine gemeindenahe, personenzentrierte, partizipative und menschenrechtsorientierte psychiatrische und psychosoziale Versorgung.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung unserer Anti-Stigma-Arbeit. Gemeinsam mit Erfahrungsexpert*innen, Fachpersonen aus der psychosozialen Praxis und wissenschaftlicher Expertise wurden Qualitätsstandards für kontaktbasierte Anti-Stigma-Arbeit entwickelt. Gleichzeitig gewann die Verbindung von psychischer Gesundheit, Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlicher Teilhabe weiter an Bedeutung. Die bereits 2024 begonnene Positionierung wurde 2025 unter anderem durch eine Sensibilisierungskampagne und die Vorbereitung weiterer Handlungsstrategien fortgeführt.

Auch die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) und die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe beschäftigten den Landesverband und seine Mitgliedsorganisationen intensiv. Unterschiedliche regionale Umsetzungspraktiken, Fragen zum Gesamtplanverfahren, Schnittstellen zwischen Eingliederungshilfe und Pflege sowie die Sicherung verlässlicher und personenzentrierter Unterstützungsstrukturen bildeten wichtige Themen unserer fach- und sozialpolitischen Arbeit.

Daneben wurden zentrale Projekte weiterentwickelt: Mit ISA KipsFam entstanden neue landesweite und regionale Strukturen für die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zugunsten von Kindern aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien. Der Psychiatriewegweiser Mecklenburg-Vorpommern wurde unter Beteiligung von Betroffenen, Zu- und Angehörigen, Fachpraxis und Psychiatriekoordinator*innen nutzer*innenorientiert weiterentwickelt. Nach fünfeinhalb Jahren endete zudem das Projekt IPS-Coaching – Zurück ins Berufsleben (IPS-ZIB), das wichtige Erfahrungen und Netzwerke zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen aufgebaut hat.

Der Jahresbericht zeigt damit nicht nur, was uns 2025 beschäftigt und bewegt hat. Er macht auch deutlich, welche Aufgaben vor uns liegen: die weitere Stärkung von Prävention und Früherkennung, die kritische Begleitung der BTHG-Umsetzung, eine nachhaltige Finanzierung psychiatrischer und psychosozialer Unterstützungsangebote, die Weiterentwicklung der Anti-Stigma-Arbeit sowie eine stärkere Demokratie- und Wertearbeit. Dabei bleibt für uns entscheidend, die Perspektiven von Fachpraxis, Wissenschaft, Politik, Selbsthilfe, Erfahrungsexpert*innen sowie Zu- und Angehörigen zusammenzuführen.

Unser besonderer Dank gilt unseren Mitgliedsorganisationen, Kooperationspartner*innen und allen weiteren Wegbegleiter*innen, die unsere Arbeit im vergangenen Jahr unterstützt, fachlich bereichert und mitgestaltet haben. Viele der beschriebenen Aktivitäten, Projekte und Entwicklungen wären ohne den kontinuierlichen Austausch, die vertrauensvolle Zusammenarbeit und das gemeinsame Engagement für eine gute psychiatrische und psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern nicht möglich gewesen. Wir danken allen Beteiligten für ihre Zeit, ihre Expertise, ihre Ideen und ihre Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich im Jahresbericht 2025 ausführlicher über unsere Arbeit, Projekte, Veranstaltungen und fachpolitischen Aktivitäten zu informieren. Den kompletten Bericht finden Sie hier:

Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – neue Stellungnahme zur psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen

Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – neue Stellungnahme zur psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen

Anlässlich unserer Jahrestagung am 09. September 2026 in Züssow veröffentlicht der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. seine aktuelle Stellungnahme zur psychiatrischen und psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen.

Unter dem Titel „Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – Für eine verlässliche psychosoziale Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen“ greifen wir zentrale Herausforderungen für Mecklenburg-Vorpommern auf und formulieren fachpolitische Erwartungen an die zukünftige Gestaltung der Versorgung. Die Stellungnahme steht in engem Zusammenhang mit unserer Jahrestagung „Ländlicher Raum – psychische Gesundheit – Demokratie: Perspektiven für eine starke Gemeinschaft“ am 09. September 2026 in Züssow.

Mecklenburg-Vorpommern ist in besonderer Weise durch ländliche und strukturschwache Regionen geprägt. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben in ländlich geprägten Regionen. Lange Wege, eingeschränkte Mobilität, Fachkräftemangel und eine geringere Dichte spezialisierter Angebote können den Zugang zu psychiatrischer und psychosozialer Unterstützung erheblich erschweren.

Aus Sicht des Landesverbandes braucht es deshalb Versorgungsstrukturen, die die besonderen Bedingungen eines Flächenlandes konsequent berücksichtigen. Psychiatrische und psychosoziale Angebote sollten wohnortnah, sozialraumorientiert, vernetzt, flexibel und niedrigschwellig organisiert sein. Aufsuchende Hilfen und digitale Angebote können dabei wichtige Ergänzungen sein, insbesondere wenn große Entfernungen oder eingeschränkte Mobilität den Zugang zu bestehenden Angeboten erschweren. Digitale Unterstützung darf persönliche Beziehungen und unmittelbare Hilfe jedoch nicht ersetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der besseren regionalen Vernetzung. Psychiatrie, Psychotherapie, Eingliederungshilfe, Suchthilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie weitere Unterstützungsangebote müssen stärker zusammengedacht werden. Ziel sind verlässliche regionale Unterstützungsketten, in denen Zugänge, Übergänge und Zuständigkeiten verbindlich geklärt sind.

Gleichzeitig spielen soziale Netzwerke vor Ort eine wichtige Rolle. Familien, Nachbarschaften, Vereine, Selbsthilfe, Peer-Unterstützung und ehrenamtliches Engagement können Zugehörigkeit fördern, Isolation entgegenwirken und den Zugang zu professioneller Hilfe erleichtern. Sie können und dürfen professionelle psychiatrische, psychotherapeutische und psychosoziale Hilfen jedoch nicht ersetzen.

Mit unserer Stellungnahme möchten wir außerdem deutlich machen, dass psychische Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe und demokratischer Zusammenhalt eng miteinander verbunden sind. Eine erreichbare, verlässliche und beteiligungsorientierte psychosoziale Versorgung kann Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe stärken. Gute psychosoziale Versorgung ist damit auch eine wichtige soziale Infrastruktur für ein demokratisches Gemeinwesen.

Der Landesverband fordert deshalb unter anderem eine langfristige und verbindliche Gesamtstrategie für psychische Gesundheit und sozialpsychiatrische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern, regional angepasste Versorgungskonzepte, verlässlich finanzierte gemeindepsychiatrische und psychosoziale Angebote sowie eine stärkere Beteiligung von Menschen mit eigener Psychiatrie- und Krisenerfahrung, Angehörigen und Selbsthilfe.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier.

Weitere Informationen zu unserer Jahrestagung am 09. September 2026 in Züssow finden Sie hier.

21. Wochen der seelischen Gesundheit 2026 in Wismar und Nordwestmecklenburg

„Aufeinander zugehen“ – gemeinsam für psychische Gesundheit, Teilhabe und ein gutes Miteinander

Vom 30. September bis 15. Oktober 2026 finden in der Hansestadt Wismar und im Landkreis Nordwestmecklenburg die 21. Wochen der seelischen Gesundheit statt. Unter dem Motto „Aufeinander zugehen“ erwartet Interessierte ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm rund um psychische Gesundheit, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Aktionswochen möchten für psychische Gesundheit sensibilisieren, Wissen vermitteln, Vorurteile abbauen und Möglichkeiten der Unterstützung sichtbar machen. Im Mittelpunkt stehen 2026 insbesondere die Themen Angststörungen und Therapie der Sucht. Gleichzeitig greifen die Veranstaltungen zahlreiche weitere Aspekte psychischer Gesundheit und psychosozialer Unterstützung auf.

Das Programm zeigt dabei, wie vielfältig die Zugänge zum Thema sein können. Neben Fachveranstaltungen und Workshops finden unter anderem Filmvorführungen, Gesprächsrunden, Tage der offenen Tür, kreative Angebote, ein inklusives Bowlingturnier, ein Gerontopsychiatrisches Symposium sowie das Mindflow Festival für Jugendliche statt. Alle Veranstaltungen im Rahmen der Wochen der seelischen Gesundheit sind kostenfrei.

Das vollständige Programm finden Sie unter anderem hier:

Landtagswahl 2026: Parteien beantworten Wahlprüfsteine des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V e.V.

Landtagswahl 2026: Parteien beantworten Wahlprüfsteine des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V e.V.

Anlässlich der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 hat der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. im April seine Wahlprüfsteine veröffentlicht. Nun liegen die Antworten der Parteien vor. Wir haben sie in einer gemeinsamen Veröffentlichung zusammengestellt und stellen diese ab sofort allen Interessierten zur Verfügung.

Psychische Gesundheit und sozialpsychiatrische Versorgung in den politischen Fokus rücken

Mit unseren Wahlprüfsteinen möchten wir auf die aktuelle Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam machen und ihre Belange stärker in den sozial- und gesundheitspolitischen Diskurs im Vorfeld der Landtagswahl einbringen.

Dafür haben wir Themen aufgegriffen, die für die Weiterentwicklung der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem die Förderung psychischer Gesundheit und Prävention, die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, der Abbau von Stigmatisierung, die Stärkung gemeindepsychiatrischer Versorgungsstrukturen sowie die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Unsere Fragen richten den Blick dabei nicht nur auf grundsätzliche politische Positionen, sondern insbesondere auf konkrete Vorhaben für die kommende Legislaturperiode.

Vier Parteien haben auf unsere Fragen geantwortet

Antworten auf unsere Wahlprüfsteine haben wir von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP und SPD erhalten.

Die Rückmeldungen zeigen, welchen Stellenwert die Parteien den verschiedenen sozialpsychiatrischen Themen beimessen und welche Maßnahmen und politischen Initiativen sie für die kommenden Jahre vorsehen. Gleichzeitig werden Unterschiede in den Positionen, Schwerpunktsetzungen und vorgeschlagenen Lösungswegen sichtbar.

Mit der Veröffentlichung möchten wir Fachkräften, Menschen mit eigener Psychiatrieerfahrung und ihren Angehörigen, unseren Mitgliedsorganisationen, Netzwerkpartner*innen sowie allen weiteren Interessierten die Möglichkeit geben, die Aussagen der Parteien nachzulesen und miteinander zu vergleichen.

Antworten nachlesen und selbst ein Bild machen

Als sozialpsychiatrischer Fachverband verstehen wir die Wahlprüfsteine als Beitrag zu einer fachlich fundierten Auseinandersetzung über die zukünftige Sozial- und Gesundheitspolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Entscheidend wird auch nach der Landtagswahl sein, welchen Stellenwert die Belange von Menschen mit psychischen Erkrankungen im politischen Handeln einnehmen und wie angekündigte Vorhaben konkret umgesetzt werden.

Die Antworten der Parteien finden Sie hier:

31. Mitgliederversammlung des Landesverbandes Sozialpsychiatrie e.V.

Am Dienstag, den 8. September 2026, findet die 31. Mitgliederversammlung des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. im Tagungshotel Ostseeländer in Züssow statt.

Gemeinsam möchten wir auf das vergangene Verbandsjahr 2025 zurückblicken, wichtige Weichen für die weitere Arbeit des Landesverbandes stellen und vor allem das große Engagement innerhalb unseres Verbandes würdigen.

Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Würdigung unserer engagierten Landesarbeitsgruppensprecher*innen, der Jahresbericht und Jahresabschluss 2025, der Haushaltsplan 2026, die Verabschiedung unseres aktuellen Leitbildes sowie die Entlastung des Vorstandes.

Einen fachlichen Impuls gibt Dr. Dietlinde Albrecht aus dem Referat Eingliederungshilfe und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern. Sie stellt die BAGüS-Kennzahlenerhebung 2025 vor und richtet den Blick auf bundesweite Perspektiven bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes. Anschließend besteht Gelegenheit zur gemeinsamen Diskussion.

Den Abend möchten wir bei gemeinsamem Essen, Musik und viel Raum für Begegnung und Vernetzung ausklingen lassen.

Die Mitgliederversammlung richtet sich ausschließlich an unsere Mitgliedsorganisationen sowie persönlich geladene Gäste.

Die offizielle Einladung mit allen dazugehörigen Unterlagen wird in den kommenden Wochen verschickt.

Jetzt als Modellstandort bewerben: Familie Löwenmut MV stärkt Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien

Kinder aus psychisch oder suchtbelasteten Familien benötigen frühzeitige, verlässliche und niedrigschwellige Unterstützung, um ihre Entwicklungschancen und ihre psychische Gesundheit nachhaltig zu stärken. Mit dem landesweiten Modellprojekt „Familie Löwenmut MV – Resilienzförderung und soziale Teilhabe von Kindern aus psychisch und suchtbelasteten Familien“ werden in Mecklenburg-Vorpommern tragfähige Unterstützungsstrukturen geschaffen, die Kitas, Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Sozialpsychiatrie eng miteinander vernetzen.

Das Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) sowie das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert und baut auf dem wissenschaftlich evaluierten Präventionsprogramm Familie Löwenmut auf. Im Mittelpunkt steht ein zehnwöchiges Resilienzprogramm für Vorschulkinder, das im Kita-Alltag durch qualifizierte pädagogische Fachkräfte umgesetzt wird. Dabei werden alle Kinder einer Vorschulgruppe einbezogen – ohne Stigmatisierung einzelner Familien. Ergänzt wird das Konzept durch Elternarbeit sowie die enge Zusammenarbeit mit regionalen Unterstützungsnetzwerken.

Sieben Modellstandorte gesucht

Für die Umsetzung des Projekts werden sieben regionale Modellstandorte in Mecklenburg-Vorpommern gesucht. Bewerben können sich regionale Partnerschaften oder einzelne Einrichtungen, die das Programm gemeinsam mit mindestens einer Kindertagesstätte in ihrem Sozialraum umsetzen möchten.

Die ausgewählten Standorte profitieren von:

  • einer kostenfreien Qualifizierung im Löwenmut-Konzept,
  • kontinuierlicher fachlicher und organisatorischer Begleitung,
  • praxisnahen Materialien für den Kita-Alltag und die Elternarbeit,
  • Unterstützung beim Aufbau und der Weiterentwicklung regionaler Netzwerke sowie
  • einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit den anderen Modellstandorten.

Interessenbekundung bis zum 07. September 2026

Interessierte Einrichtungen und regionale Netzwerke können ihre formlose Interessenbekundung bis zum 07.09.2026 an die regionale Projektkoordinatorin Julia Schreiter senden:

E-Mail: julia.schreiter@sozialpsychiatrie-mv.de

Die Interessenbekundung sollte eine kurze Vorstellung der Einrichtung bzw. der regionalen Partnerschaft sowie Angaben enthalten:

  • warum Sie am Modellprojekt teilnehmen möchten,
  • welche Kita bzw. Kitas beteiligt werden sollen oder bereits als Kooperationspartner zur Verfügung stehen,
  • welche regionalen Netzwerkpartner das Vorhaben unterstützen oder künftig eingebunden werden können.

Im Anschluss finden zwischen September und Mitte Oktober 2026 digitale Kennenlerngespräche statt. Die Auswahl der Modellstandorte erfolgt bis zum 15. Oktober 2026, die Auftaktqualifizierung ist für Anfang Dezember 2026 geplant. Die Umsetzung in den beteiligten Kitas beginnt ab Februar 2027.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier auf der Projektseite oder hier im Flyer.

Fachtagung „Ländlicher Raum – psychische Gesundheit – Demokratie: Perspektiven für eine starke Gemeinschaft“ am 09. September 2026 in Züssow

In Mecklenburg-Vorpommern leben rund 50.000 Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren sowie etwa 200.000 erwachsene Menschen mit einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung. Die psychosoziale Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen ist dabei überwiegend durch ländliche Versorgungsstrukturen mit geringer Bevölkerungsdichte geprägt. Mehr als 60 % der Bevölkerung des Landes lebt in ländlichen und strukturschwachen Regionen mit einer im bundesweiten Vergleich sehr niedrigen Bevölkerungsdichte von etwa 68 Einwohner*innen pro Quadratkilometer.

Obwohl die Prävalenz psychischer Erkrankungen in ländlichen und städtischen Regionen vergleichbar ist, unterscheiden sich die vorhandenen Versorgungsstrukturen erheblich. Der ländliche Raum ist von besonderen sozialen, strukturellen und politischen Rahmenbedingungen geprägt, die den Zugang zu Unterstützungsangeboten erschweren. In vielen ländlichen Gemeinden kann der Bedarf an psychischer Gesundheitsversorgung nicht ausreichend gedeckt werden, da es an passgenauen und differenzierten Angeboten für spezifische Zielgruppen mangelt. Insbesondere für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen, für Menschen mit Migrationserfahrungen oder anderen kulturellen Hintergründen sowie für Personen mit spezifischen therapeutischen Behandlungs- und Unterstützungsbedarfen bestehen in Mecklenburg-Vorpommern deutliche Versorgungslücken. Hinzu kommt, dass Bewohner*innen ländlicher Regionen – vor allem in kleinen Gemeinden mit hoher sozialer Transparenz – stärker von Stigmatisierung betroffen sind, was die Inanspruchnahme notwendiger Hilfen zusätzlich erschwert.

Versorgungslücken, Fachkräftemangel, Stigmatisierung und soziale Isolation wirken sich nachhaltig auf die psychische Gesundheit der Menschen vor Ort aus. Gleichzeitig ist eine stabile Demokratie auf soziale Teilhabe, Solidarität und verlässliche Versorgungsstrukturen angewiesen. Aktuelle rechtspopulistische und rechtsextreme politische Strömungen greifen die Folgen der bestehenden Defizite gezielt auf, verstärken die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie anderer gesellschaftlicher Minderheiten und untergraben die Umsetzung einer menschenrechtsorientierten psychosozialen Versorgung.

Vor diesem Hintergrund lädt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr unter dem Titel „Ländlicher Raum – psychische Gesundheit – Demokratie: Perspektiven für eine starke Gemeinschaft“ zu seiner Jahrestagung im Tagungshotel Ostseeländer, Gustav-Jahn-Str. 6, in 17495 Züssow ein. Ziel der Veranstaltung ist es, zentrale Herausforderungen und Zukunftsfragen sozialpsychiatrischer Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern in den Blick zu nehmen. Die Fachvorträge und Impulsbeiträge thematisieren die aktuelle Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihren Zu- und Angehörigen im ländlichen Raum, die prekäre Lage bislang marginalisierter und wenig berücksichtigter Zielgruppen sowie den Zusammenhang zwischen einer stabilen gemeindepsychiatrischen Versorgung, sozialer Teilhabe und demokratischen Prozessen.

Vor dem Hintergrund der diesjährigen Landtagswahlen werden diese Themen in einer abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der demokratischen Fraktionen des Landtages Mecklenburg-Vorpommern sowie mit Akteur*innen aus Selbsthilfe und psychosozialer Versorgung vertieft und gemeinsam Perspektiven für die zukünftige Ausgestaltung einer demokratischen, solidarischen und bedarfsgerechten psychosozialen Versorgung entwickelt.

Ergänzend bieten Austauschformate im Anschluss an die Fachvorträge sowie während der gesamten Veranstaltung Raum für Diskussion, Vernetzung und fachlichen Dialog.

Am Vortag der Fachtagung (8. September 2026) findet die Mitgliederversammlung des Landesverbands Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. statt.

Das vollständige Programm mit allen Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

Neues Projekt gestartet: Familie Löwenmut MV stärkt Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien

Seit dem 1. Juli 2026 setzt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. das neue Projekt „Familie Löwenmut MV“ um. Ziel des Projekts ist es, die Resilienz und soziale Teilhabe von Kindern im Kita-Alter aus Familien zu stärken, in denen ein Elternteil psychisch oder suchtkrank ist.

Familie Löwenmut MV baut auf einem bereits erprobten und evaluierten Programm auf und entwickelt dieses für Mecklenburg-Vorpommern weiter. Im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen mit regionalen Partnern aus dem Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendhilfe sowie dem psychosozialen Unterstützungssystem. So sollen Kinder und ihre Familien frühzeitig, bedarfsgerecht und niedrigschwellig Unterstützung erhalten.

Während der Projektlaufzeit bis zum 30. Juni 2028 entstehen landesweit neun Modellstandorte. Zwei regionale Netzwerke konnten bereits gewonnen werden, weitere Standorte befinden sich derzeit im Aufbau. Die teilnehmenden Einrichtungen werden fachlich begleitet und qualifiziert, um nachhaltige regionale Unterstützungsstrukturen für Kinder und Familien zu entwickeln.

Aktuell wird eine Interessenbekundung vorbereitet, mit der sich weitere Kindertageseinrichtungen gemeinsam mit regionalen Netzwerkpartnern am Projekt beteiligen können. Nach Veröffentlichung werden die entsprechenden Unterlagen auf unserer Website zur Verfügung gestellt.

Familie Löwenmut MV wird im Rahmen der Förderung von Maßnahmen zur Unterstützung und Stärkung von Kindern und Jugendlichen aus psychisch belasteten oder suchtbelasteten Familien gefördert. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+).

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier auf unserer Projektseite oder erhalten Sie direkt bei den Ansprechpartnerinnen des Projekts.

Junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern psychisch belastet – Fachverband fordert Handeln

Junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern psychisch belastet – Fachverband fordert Handeln

Angststörungen und Depressionen nehmen zu. / Besonders jugendliche Mädchen häufig betroffen.

Rostock – Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern ist weiterhin stark belastet. Aktuelle Daten des DAK-Gesundheitsreports zeigen: Angststörungen, Depressionen und Essstörungen sind seit der Pandemie deutlich angestiegen und verharren auf hohem Niveau. Der Landesverband Sozialpsychiatrie MV fordert die Landespolitik, Kommunen und Leistungsträger daher dazu auf, entschlossen zu handeln und Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um diesen Trend zu brechen.

Seit 2019 stiegen die Diagnosen von Angststörungen um 36 Prozent, Essstörungen um 21 Prozent und Depressionen um 19 Prozent. Besonders betroffen sind Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren – bei ihnen nehmen auch chronische Verläufe deutlich zu.

„Wir erleben keine kurzfristige Krise, sondern eine anhaltende Belastung junger Menschen“, erklärt Karsten Giertz, Geschäftsführer des Landesverbands. „Wenn sich psychische Erkrankungen früh verfestigen, steigen die Risiken für Bildungsabbrüche, soziale Isolation und langfristige gesundheitliche Probleme.“

Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der Betroffenen ohne Hilfe: Schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit behandlungsbedürftigen psychischen Problemen nehmen keine Unterstützung in Anspruch – unter anderem wegen fehlender Angebote und Stigmatisierung.

Der Landesverband kritisiert, dass die öffentliche Debatte häufig zu kurz greift. Einseitige Forderungen – etwa nach pauschalen Social-Media-Verboten – würden den komplexen Ursachen psychischer Belastungen nicht gerecht. Stattdessen brauche es umfassende und langfristige Strategien. Der Verband fordert deshalb eine landesweite Gesamtstrategie zur Stärkung der psychischen Gesundheit. Notwendig seien vor allem mehr niedrigschwellige, wohnortnahe Hilfen, mehr Präventionsangebote, eine bessere Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und Gesundheitswesen sowie gezielte Unterstützung beim Übergang ins Erwachsenenalter.

Kritisch bewertet der Verband zudem mögliche Kürzungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Diese würden die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen: „Die psychische Gesundheit junger Menschen ist eine zentrale Zukunftsfrage für Mecklenburg-Vorpommern“, so Giertz. „Es braucht jetzt verlässliche Investitionen und nachhaltige Strukturen.“

Die komplette Stellungnahme finden Sie hier:

5. Projektforum KipsFam am 01. Juli 2026 in der Scheune Bollewick

Wie kann eine bedarfsgerechte Versorgung für Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien im ländlichen Raum gelingen – trotz weiter Wege, knapper Angebote und begrenzter Ressourcen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Landesfachstelle KipsFam MV auf ihrem 5. Projektforum am 1. Juli in der Scheune Bollewick. Im Mittelpunkt stehen Chancen und Herausforderungen: Welche Strukturen tragen bereits? Wo bestehen Versorgungslücken? Und welche Ansätze braucht es, um Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien auch außerhalb urbaner Zentren zuverlässig zu erreichen? Um diese Fragen zu beantworten und neue Perspektiven zu eröffnen, wurde ein spannendes Programm vorbereitet, das sowohl fachlichen Input als auch interdisziplinären Austausch vorsieht. 

Alle Infos zu Programm und Anmeldung finden Sie hier oder im Flyer:

Das Projekt wird vom europäischen Sozialfond gefördert.