Ankündigung Themenheft zur Wirksamkeit in der Eingliederungshilfe

Anlässlich der aktuellen Diskurse zum Thema Wirksamkeit in der Eingliederungshilfe und der Umsetzung der Anlage 7 des Landesrahmenvertrages Mecklenburg-Vorpommern für Leistungen der Eingliederungshilfe, plant der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. im Februar 2022 ein Themenheft zur Wirksamkeit und Wirksamkeitsmessung herauszugeben.  

Im Mittelpunkt steht die Wirksamkeit und Wirksamkeitsmessung im Kontext der Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, welche Leistungen der Eingliederungshilfe in Anspruch nehmen. Im Austausch mit der Praxis, der Selbsthilfe und der Wissenschaft beabsichtigt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. den Diskurs zur Wirksamkeit in der Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen aufzunehmen und sich über verschiedene Perspektiven dem Thema Wirksamkeit in der psychosozialen Versorgung zu nähern.  

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. lädt seine Mitglieder und verschiedene Expert*innen aus Mecklenburg-Vorpommern ein, sich an diesem Themenheft mit eigenen Beiträgen und Erfahrungen aus der Praxis zu beteiligen.

Sollten Sie Zeit und Interesse haben, informieren Sie uns im Vorfeld und reichen Sie gerne Ihre Beiträge bis zum 15. Januar 2022 an folgende Adresse ein: susanne.lauschke@sozialpsychiatrie-mv.de 

Weitere Informationen finden Sie hier:

Ausstellung „Ausbruch in die Kunst von Julius Klingebiel Zelle Nr. 117“

Sein ganzes Leben verbrachte Julius Klingebiel in einer psychiatrischen Einrichtung. 1940 wurde der gelernte Schlosser mit 35 Lebensjahren in das Landesverwahrungshaus Göttingen eingewiesen. Wie viele andere körperlich, geistig oder psychisch behinderte Menschen während der Zeit im Nationalsozialismus, erlebte Julius Klingebiel zahlreiche einschneidende und traumatische Ereignisse.

Julius Klingebiel starb am 26. Mail 1965. Sein einzigartiges Kunstwerk hat er der Nachwelt im Rahmen einer Ausstellung hinterlassen. Erstmals kann die Ausstellung „Ausbruch in die Kunst von Julius Klingebiel Zelle Nr. 117“ vom 1. bis 20. Oktober im Rathaus der Hanse- und Universitätsstadt Rostock besichtigt werden.

Das Plakat der Ausstellung und weitere Informationen zum Leben und Werk von Julius Klingebiel finden Sie hier:

AB’GEDREHT – 16. Rostocker Film- und Kulturtage zur psychischen Gesundheit

Fas jeder dritte Mensch leidet in Deutschland Schätzungen zufolge mindestens einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung. Das Stigma belastet viele Betroffene und ihre Angehörigen.

Um der Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung entgegenzuwirken, werden vom 7. bis 13. Oktober zum 16. Mal die Rostocker Film- und Kulturtage zur psychischen Gesundheit ausgetragen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht das Thema psychische Gesundheit und Erkrankung. Das Thema wird in mehreren unterschiedlichen Filmen aufgegriffen. Im Anschluss finden Diskussionsrunden mit verschiedenen Expert*innen statt.

Organisiert wird die Veranstaltung vom Gesundheitsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock in trialogischer Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der psychiatrischen Versorgung, der Selbsthilfe sowie des li.wu und der Rostocker Film- und Kulturtage.

Das Filmprogramm und weitere Informationen zum Kartenverkauf finden Sie hier:

Online-Fachtagung Genesungsbegleitung in Mecklenburg-Vorpommern am 15. September 2021

Online-Fachtagung Genesungsbegleitung in Mecklenburg-Vorpommern am 13. September 2021

Menschen, die psychische Krisen durchlebt und psychiatrische Unterstützung in Anspruch genommen haben, verfügen über wertvolles Erfahrungswissen, das zu einem erweiterten Verständnis von psychischer Erkrankung, zu neuem Wissen über genesungsfördernde Faktoren sowie zur Entwicklung von innovativen und nutzer*innen Angeboten in der psychiatrischen Versorgung beitragen kann.

Insbesondere in der EX-IN-Ausbildung (EX-IN: Experienced-Involvement) wird das Potenzial dieses Erfahrungswissens hervorgehoben und neben anderen Themen wie gesundheitsfördernde Haltungen, Teilhabe, Trialog, Recovery und Empowerment vermittelt. Ob als Peerberater*in in psychiatrischen Krankenhäusern oder als Genesungsbegleiter*in in Teams von betreuten Wohneinrichtungen, in allen Bereichen steht der Einsatz von psychiatrieerfahrenen Mitarbeitenden mit positiven Effekten in Verbindung.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten inzwischen Expert*innen aus Erfahrungen in Kliniken oder besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe. Unter dem Motto des Schriftstellers Franz Kafka „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ lädt der Landkreis Vorpommern-Rügen gemeinsam mit dem Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. am 15. September 2021 zur Online-Fachtagung „Genesungsbegleitung in Mecklenburg-Vorpommern – unterschiedliche Wege von EX-IN Genesungsbegleiter*innen in der psychosozialen Versorgung“ ein.

Im Rahmen der Veranstaltung sollen wesentliche Fragestellungen, Erfahrungen oder auch herausfordernde Aspekte in der Zusammenarbeit zwischen Genesungsbegleiter*innen und Fachkräften der sozialpsychiatrischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern beleuchtet und diskutiert werden. Hierzu berichten in fünf Foren Genesungsbegleiter*innen über ihren Weg zur EX-IN-Bewegung, über ihre bisherigen Erfahrungen mit der EX-IN-Ausbildung und beruflichen Anstellung.

Die Online-Fachtagung richtet sich an Fachkräfte, Psychiatrieerfahrene, potenzielle Arbeitgeber*innen, Angehörige und Betreuer*innen von Psychiatrieerfahrenen sowie an sonstige EX-IN interessierte Personen.

Den Tagungsflyer und das Tagungsprogramm können Sie hier abrufen:

Weitere Informationen finden Sie auch hier.

Das Präventionsprogramm „Verrückt? Na Und!“ in Mecklenburg-Vorpommern

Seit Anfang 2021 hat der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. die Landeskoordinierung für das Präventionsprogramm „Verrückt? Na Und!“ übernommen. „Verrückt? Na Und!“ gehört zu einem universellen Präventionsprojekt zur Förderung der psychischen Gesundheit bei Kindern und jungen Erwachsenen ab der 8 Schulklasse, im Freiwilligen Sozialem Jahr, in der Berufsschule, im Studium oder in der Ausbildung. Neben fachlichen und persönlichen Expertinnen und Experten kommen bei „Verrückt? Na Und!“ bewährte und wirksame Präventionsstrategien zum Einsatz.

„Verrückt? Na Und!“ wurde von Irrsinnig Menschlich e.V. gegründet und mittlerweile in Deutschland an über 100 Standorten implementiert. Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. begleitet die Umsetzung und Erprobung des Präventionsprogramms in Mecklenburg-Vorpommern. Mittlerweile konnten 6 Regionalgruppen in Mecklenburg-Vorpommern gegründet werden, die „Verrückt? Na Und!“ an Schulen, Berufsschulen, Hochschulen oder Ausbildungsbetrieben in einem Tagesseminar mit 5 bis 6 Stunden anbieten.

Ziel ist es unter anderem durch Übungen und Diskussionen sowie über die Beiträge der fachlichen und persönlichen Expert*innen mit den Teilnehmenden über das Thema psychische Gesundheit ins Gespräch zu kommen, Vorurteile gegenüber psychisch erkrankten Menschen in der Bevölkerung abzubauen und betroffene Kinder und junge Erwachsene zu sensibilisieren bei psychischen Problemlagen rechtzeitig Unterstützung aufzusuchen.

In den vergangenen Wochen und Monaten konnten – über die Koordination des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. – mehrere „Verrückt? Na Und“-Projekttage in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt und erste Statements von Teilnehmenden eingefangen werden.

Statements nach einem „Verrückt? Na und“-Projekttag in Mecklenburg-Vorpommern:

Schüler*innen

„Es war ein sehr schöner Tag.“

„Es war eine gute Atmosphäre.“

„Es hat mir viel Spaß gemacht – vor allem das Gespräch mit dem persönlichen Experten.“

„Ich habe viel gelernt über psychische Erkrankungen.“

„Das ist ein ganz schön großes Thema.“

„Es ist schön, etwas von meinen Mitschüler*innen in diesem Bereich zu erfahren.“

„Nun kann ich mir besser vorstellen, wie das so ist.“

„Ich hätte gerne mehr Zeit mit dem persönlichen Experten gehabt.“

Lehrkraft

„Ich wünsche mir, dass wir diese Achtsamkeit füreinander im Schulalltag beibehalten.“

Eindrücke von einem „Verrückt? Na und“-Projekttag in Mecklenburg-Vorpommern:

Weitere Informationen zu „Verrückt? Na Und!“ und Irrsinnig Menschlich e.V. finden Sie hier.

Eine Übersicht zu den Regionalgruppen und Ansprechpartner*innen in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier.

Psychosoziale Folgen und mögliche Hilfen während der COVID-19-Pandemie

Die COVID-19-Pandemie hat in den zurückliegenden eineinhalb Jahren eine große Anzahl von Menschen das Leben gekostet. Neben den gesundheitlichen, sozialen und volkswirtschaftlichen Belastungen, ging die Pandemie mit zahlreichen Einschränkungen im Alltagsleben einher. Auch das soziale und gesundheitliche Versorgungssystem war in vielen Ländern mit deutlichen Einschränkungen verbunden. Vor allem für vulnerable Zielgruppen mit psychischen sowie somatischen Beeinträchtigungen wirkte sich diese Versorgungssituation verheerend aus. Darüber hinaus wurden die Mitarbeitenden des Sozial- und Gesundheitssystems mit zahlreichen psychosozialen Belastungen konfrontiert.

Die Fachzeitschrift Trauma & Gewalt widmet sich in einem aktuellen Themenheft den psychosozialen Folgen der COVID-19-Pandemie und möglichen Unterstützungsangeboten zur Prävention und Eindämmung von psychischen Folgeerkrankungen. Zu Beginn stellt Barbara Kavemann aus dem Sozialwissenschaftlichen Instituts für Geschlechterfragen die Ergebnisse einer Studie zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Lebenssituation von Betroffenen von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend vor.

Eine Arbeitsgruppe um Susan Garthus-Niegel von der Technischen Universität Dresden beschäftigt sich mit der Frage, ob mit der COVID-19-Pandemie eine Zunahme von häuslicher Gewalt zu verzeichnen ist. Ausgehend von aktuellen Erkenntnissen aus der Forschung diskutieren sie Strategien zur Prävention und Eindämmung von häuslicher Gewalt.

Karsten Giertz vom Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. und Sabine Bösing von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. gehen in ihrem Beitrag auf die Versorgungs- und Lebenssituation von wohnungslosen Menschen während der COVID-19-Pandemie ein. Die Lebenssituation von wohnungslosen Menschen ist besonders durch soziale Exklusion und einer Vielzahl von psychosozialen und gesundheitlichen Problemlagen gekennzeichnet. Aufgrund von somatischen Vorerkrankungen gehören wohnungslose Menschen zu einer Risikogruppe, die jedoch bei den Schutzverordnungen und Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung weitestgehend vernachlässigt wurde. Anhand der Erfahrungen aus der Praxis und den Erkenntnissen aus der Forschung zeigen die Autorin und der Autor Lösungsvorschläge und Empfehlungen für eine allgemeine Verbesserung der psychosozialen Versorgung bei wohnungslosen Menschen auf.

Merit Tinla und Harald Karutz von der Medical School Hamburg geben Einblick in die Struktur und Aktivitäten des kommunalen Krisenmanagements der Stadt Mühlheim an der Ruhr, das speziell zur Prävention und Eindämmung der psychosozialen Belastungen in der Bevölkerung während der COVID-19-Pandemie entwickelt wurde. Eine Arbeitsgruppe um Ingo Schäfer von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf beschäftigt sich mit einem Stress- und Traumapräventionskonzept für Beschäftigte im Gesundheitsbereich. Zum Abschluss stellt eine Arbeitsgruppe um Alina Eckhard aus der Klinik für Psychosomatische Medizin, Alexianer Krefeld GmbH das FACT-19-Modell zur Erfassung der individuellen psychosozialen pandemischen Stressbelastungen sowie der umweltbezogenen Förder- und Barrierefaktoren vor, das bei der Vorbereitung von therapeutischen und psychosozialen Interventionen zur Anwendung kommen soll.  

Weitere Informationen und ein Zugang zu den einzelnen Beiträgen finden Sie hier.  

Veröffentlichung der Zeitschrift Sozialpsychiatrie M.V.

Nach langer Zeit haben wir mit der Onlinezeitschrift Sozialpsychiatrie M-V wieder den Rundbrief des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. aufgenommen. Mit dem Rundbrief möchten wir in regelmäßigen Abständen über relevante Entwicklungen in der sozialpsychiatrischen Versorgung sowie über die Aktivitäten, Initiativen und über den Stand der aktuellen Projekte des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. und seiner Mitglieder zu informieren.

Neben einem Rückblick zur Landesweiten Gedenkveranstaltung ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN 2021 geben wir in der aktuellen Ausgabe unter anderem einen Einblick in den Umsetzungsprozess des Bundesteilhabegesetzes in Mecklenburg-Vorpommern. Zudem berichten wir über die Hintergründen und den aktuellen Stand des Forschungsprojektes „Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern“, das das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. in Kooperation mit dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. gegenwärtig durchführt. Darüber hinaus enthält die aktuelle Ausgabe Informationen von unseren Mitgliedern und eine Übersicht zu psychiatriespezifischen Veranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern.

Die aktuelle Ausgabe des Rundbriefes Sozialpsychiatrie M-V ist hier als freie PDF abrufbar.

Die nächste Ausgabe ist für Dezember 2021/ Januar 2022 vorgesehen. Eine Vorschau zu den geplanten Inhalten befindet sich auf der vorletzten Seite der aktuellen Ausgabe. Falls Sie Informationen oder Veranstaltungshinweise in der nächsten Ausgabe teilen möchten, melden Sie sich gerne bei uns in der Geschäftsstelle unter lv@sozialpsychiatrie-mv.de

Wahlprüfsteine des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V e.V. zur Bundes- und Landtagswahl 2021

Anlässlich der kommenden Landtags- und Bundestagswahl am 26.09.2021 möchten wir, der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., im Rahmen unserer Wahlprüfsteine auf die aktuelle Versorgungssituation von psychisch erkrankten Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und auf die Notwendigkeit der politischen Berücksichtigung dieser Belange aufmerksam machen. Mit unseren Fragen wollen wir wichtige und notwendige Themen für die Sozial- und Gesundheitspolitik der einzelnen Parteien anregen.

Wir als landesweiter sozialpsychiatrischer Fachverband setzen uns mit unseren Mitgliedern und Netzwerkpartnern seit 1995 für die besonderen Belange von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ein. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass in Deutschland jedes Jahr etwa 30 % der Menschen aus der Allgemeinbevölkerung über Beeinträchtigungen durch eine psychische Erkrankung berichten. Dies entspricht etwa 17,8 Millionen Menschen in Deutschland.

Etwa 1 bis 2 % leiden an den schweren und langanhaltenden Auswirkungen ihrer Erkrankung und benötigen intensive medizinische und psychosoziale Unterstützung. Aktuellen Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Sozialhilfeträger zufolge beläuft sich der Anteil von Hilfeempfängerinnen und -empfänger mit schweren seelischen Behinderungen in Deutschland auf knapp 50 %. Anhand dieser Angaben wird ersichtlich, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen einen hohen Anteil in der Gesellschaft ausmachen und deshalb in den sozialpolitischen Diskursen stärker berücksichtigt werden müssen.

Die Wahlprüfsteine können Sie hier auch als PDF frei herunterladen:

Unsere Wahlprüfsteine

1. Förderung von psychischer Gesundheit in der Bevölkerung durch Prävention

Die Ursachen von psychischen Erkrankungen sind sehr komplex und gehen mit zahlreichen biopsychosozialen Faktoren einher. Aus der Forschung wissen wir jedoch, dass insbesondere Kinder und Jugendliche aus psychisch belasteten Familien, Personen mit geringem Einkommen und in prekären Lebenslagen (z. B. Wohnungslosigkeit, mit Flucht- und/oder Migrationserfahrungen) sowie alleinlebende und sozial isolierte Menschen mit einem hohen Lebensalter ein besonders Risiko für eine schwere psychische Erkrankung mit Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen aufweisen. Vor allem in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern wird die frühzeitige Inanspruchnahme und der Zugang von geeigneten Unterstützungsmöglichkeiten sowie die Übersicht der zur Verfügung stehenden Angebote durch die geografischen Strukturen besonders erschwert.

  1. Welche Rolle nimmt das Thema psychische Gesundheit in Ihrer Sozial- und Gesundheitspolitik in Mecklenburg-Vorpommern ein?
  2. Welche konkreten sozial- oder gesundheitspolitischen Initiativen sind Ihrerseits geplant, um sowohl präventive Maßnahmen als auch Bedarfsanalysen hinsichtlich der Unterstützungsnetzwerke und den Zugang zu bestehenden Unterstützungsangeboten in Mecklenburg-Vorpommern zu unterstützen?

2. Abbau der Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen

In der Bevölkerung von Deutschland zählen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen immer noch zu einer stigmatisierten Bevölkerungsgruppe. Vorurteile und Diskriminierung von bestimmten Bevölkerungsgruppen wirken sich negativ auf das gesamtgesellschaftliche Klima aus und erzeugen „unsichtbare Barrieren“ für die stigmatisierte Bevölkerungsgruppe an den gesellschaftlichen Möglichkeiten zu partizipieren. Um auch für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen nachhaltig gesellschaftliche Barrieren abzubauen und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, bedarf es unserer Ansicht nach konkretere zielgruppenspezifische Handlungsmaßnahmen für Mecklenburg-Vorpommern an denen sich Expertinnen und Experten aus eigener Erfahrung beteiligen.

  1. Welche Rahmenbedingungen wollen Sie schaffen, um Menschen mit einer Psychiatrieerfahrung derartige Beteiligungschancen zu eröffnen?
  2. Inwiefern haben Sie den Abbau von gesellschaftlicher Stigmatisierung in Ihrer Sozialpolitik mit aufgenommen?

Borderline-Trialog MV am 15.07.2021

Trialoge sind gemeinsame Erfahrungsaustausche zwischen Menschen mit und ohne psychischen Erkrankungen. Sie schaffen eine Grundlage, um die Stigmatisierung in der Gesellschaft zu minimieren und ein besseres Verständnis füreinander aufzubringen. Dies ist möglich, da bei Trialogen miteinander und nicht übereinander gesprochen wird. Trialoge sind keine Vortragsveranstaltung – es kommen alle zu Wort, die etwas sagen möchten, aber nicht müssen. Der Trialog ist kein Therapieersatz, sondern vielmehr eine therapeutische Ergänzung und ein wichtiger Stützpfeiler.

Am 15. Juli 2020 findet zwischen 18:00 und 20:00 Uhr der zweite Borderline-Trialog online über Senfcall statt. Zu den Zielgruppen gehören Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, ihre Angehörigen und Freunde sowie professionell Tätige und Personen, die am Thema interessiert sind. Die Treffen sollen zukünftig alle 6 Wochen stattfinden, genauere Details folgen zeitnah.

Einen Flyer mit weiteren Informationen zum Ablauf und zu den Kontaktdaten für die Anmeldung finden Sie hier.

Ankündigung zum Buch „Soziale Teilhabe professionell fördern: Grundlagen und Methoden der qualifizierten Assistenz“

Mit dem Bundesteilhabegesetz wird ein Paradigmenwechsel im Bereich der Teilhabe und Rehabilitation eingeleitet. Menschen mit Behinderung sollen durch Leistungen der Sozialen Teilhabe stärker zu einer eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Lebensführung befähigt werden. Hierzu wurden unter anderem die Leistungen der qualifizierte Assistenz eingeführt, die von den Mitarbeitenden der Eingliederungshilfe neben persönlichen und erfahrungsbezogenen auch neue fachliche und handlungsbezogene Kompetenzen erfordern.

Die beiden Herausgeber Karsten Giertz (Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.) und Dieter Röh (HAW Hamburg) sowie die Herausgeberin Lisa Große (ASH Berlin) stellen mit der Unterstützung von zahlreichen Expert*innen im Fachbuch „Soziale Teilhabe professionell fördern“ wichtige Grundlagen und Methoden vor, die das fachliche Profil der qualifizierten Assistenz schärfen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Die einzelnen Grundlagen, Konzepte und Methoden werden vor dem Hintergrund von Rahmenbedingungen und gesetzlichen Grundlagen einzeln und praxisbezogen vorgestellt. Daneben enthält das Buch zahlreiche Grafiken, Arbeitshilfen und Downloadmaterialien.

Das Fachbuch wird voraussichtlich im Oktober 2021 im Psychiatrie Verlag erscheinen. Weitere Informationen finden Sie hier.