Über das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (ISP M-V e.V.) ist ein An-Institut der Universitätsmedizin Greifswald und hat seinen Sitz in der Hansestadt Greifswald mit einer Außenstelle in der Hansestadt Rostock. Maßgebliches Ziel besteht in der Stärkung und Umsetzung der Forschung und Evaluation im Bereich der sozialpsychiatrischen Versorgung. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Generierung wissenschaftlicher Ergebnisse, auf deren Grundlage gemeinsame, fachliche Diskussionen zwischen Akteuren der sozialpsychiatrischen Praxis, Politik und Forschung angeregt werden. Das ISP MV e.V. fungiert darüber hinaus im Rahmen der sozialpsychiatrischen Aus-, Fort- und Weiterbildung an der Schnittstelle zwischen Universität und Praxis. Die systematische Erfassung von Verfahren und Prozessen in der Sozialpsychiatrie soll schließlich dazu dienen, aktuelle Entwicklungen wissenschaftlich zu begleiten und datenbasierte Handlungsempfehlungen für und mit Praktikern zu entwerfen.

Mit den aus den wissenschaftlichen Projekten gewonnenen Erkenntnissen steht das ISP MV e.V. der landesweiten und kommunalen Psychiatrieplanung beratend zur Verfügung. Insbesondere im Zuge des Systemwandels durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) stehen verschiedenste Akteure aus Politik und Praxis vor einem Umgestaltungsprozess, der ebenfalls einer wissenschaftlichen Begleitung, Bewertung sowie Weiterentwicklung bedarf. Als Grundlage Evidenz- und Erfahrungsbasierter Veränderungsprozesse psychiatrischer Versorgungsangebote im Einklang mit der UN-Behindertenrechtskonvention wurde vom ISP MV e.V. das Funktionale Basismodell entwickelt. Das ISP MV e.V. unterstützt Kommunen und Länder sowie Anbieter bei der Umsetzung und der wissenschaftlichen Begleitung. Nicht zuletzt werden die politik- und praxisorientierten Forschungsvorhaben durch die enge Zusammenarbeit mit dem Landesverband Sozialpsychiatrie MV e.V. befördert.

Gründung

Im Jahr 2001 wurde die Satzung des Institutes errichtet und die Eintragung in das Vereinsregister vorgenommen. Wenige Jahre später erfolgte die Anerkennung als „An-Institut“ der Universität Greifswald. An der Etablierung eines wissenschaftlich fundierten sozialpsychiatrischen Standards in der Psychiatrie des Landes Mecklenburg-Vorpommern waren Praktiker*innen aus der sozialpsychiatrisch orientierten Versorgungslandschaft und Mitarbeiter*innen aus den Universitäten des Landes – hier insbesondere der Psychiatrischen Kliniken der Universitäten Greifswald und Rostock – beteiligt. Damit sollte die bisherige sehr positive und auf sozialpsychiatrischen Grundsätzen verlaufene Entwicklung in der Psychiatrie auch aus dem wissenschaftlichen Bereich weiter gestützt und gefördert werden.

Forschungsnetzwerk

Das Institut für Sozialpsychiatrie ist als Institut der Universität Greifswald mit gleichzeitigen engen Kooperationsbeziehungen zur Psychiatrischen Klinik der Universität Rostock konzipiert. Das im Jahr 2005 entstandene „Forschungsnetzwerk Sozialpsychiatrie“ bildet eine Plattform für vernetzte sozialpsychiatrische Projekte von Universität Greifswald, Universität Rostock und dem Landesverband Sozialpsychiatrie MV e.V.

Nutzerorientierung und Unabhängigkeit

Die Arbeit des Institutes soll durch einen Beirat v. a. unter Beteiligung von Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen, dem/der Psychiatrie-Referent*in des Sozialministeriums, Kommunal- und Landespolitiker*innen sowie allen mit der Psychiatrie befassten Anbietern von Dienstleistungen sowie sonstigen Gruppierungen aus Wissenschaft, Bildung und Praxis begleitet werden. Damit erreicht das wissenschaftliche Universitätsinstitut selbst größtmögliche Unabhängigkeit von den Interessen einzelner Gruppierungen der Sozialpsychiatrie und ist gleichzeitig sehr nahe in den Alltag der Psychiatrie und die aktuellen Problemlagen eingebunden.