Kindheit und Jugend

Die psychische und soziale Entwicklung wird maßgeblich durch Erfahrungen in der frühen Kindheit und Jugend geprägt. Das Erleben von körperlicher und materieller Sicherheit, verlässlichen sozialen Beziehungen sowie gelungenen Bindungserfahrungen mit den primären Bezugspersonen und einer stabilen sozialen Einbettung gehören dabei zu bedeutsamen Schutzfaktoren.

Die Entwicklungschancen sind jedoch in Deutschland nicht für alle Heranwachsenden gleich. Etwa 16 % der Kinder und Jugendlichen weisen Merkmale von schweren psychischen Belastungen (z. B. Angststörungen, Depressionen, Suizidalität) auf. Ein Großteil (75 %) der psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter beginnt unter dem 24 Lebensjahr. Allerdings nehmen ca. nur ein Drittel der Kinder und Jugendlichen geeignete Hilfen in Anspruch. Zudem leben in Deutschland etwa 3 Mio. Kinder, welche in Familien mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen. Auch Sie sind stark gefährdet aufgrund der psychosozialen Belastungen durch die psychische Erkrankung der Eltern selbst eine psychische Störung zu entwickeln. Die langfristigen psychischen und sozialen Folgen von psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen gehen häufig mit schweren depressiven Störungen, Ängsten, einem geringen Selbstwertgefühl, familiären Konflikten, sozialer Isolation, Suizidgedanken, Leistungsversagen oder Schul- und Ausbildungsabbrüchen einher.

Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern ist der Kontakt für viele Kinder, Jugendliche und deren Eltern zu den bestehenden Angebotsformen und Informationen aufgrund der ländlich geprägten geografischen Struktur und der unterschiedlichen regionalen Versorgungsstrukturen in den einzelnen Landkreisen unübersichtlich und eingeschränkt. Zudem fehlen präventive Angebote, Möglichkeiten zeitnaher therapeutischer Frühinterventionen beim Auftreten erster schwerer psychischer Problematiken und ganzheitlichen Unterstützungsformen für Kinder und Jugendliche. Hinzukommen Schnittstellenproblematiken und fehlende Abstimmungen zwischen den bestehenden Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche sowie deren Familien. Besonders Kinder und Jugendliche mit psychischen Beeinträchtigungen oder Kinder und Jugendliche deren Eltern eine psychische Erkrankung aufweisen, benötigen niedrigschwellige, präventive und leicht zugängliche ganzheitliche Unterstützungsmöglichkeiten, welche nicht nur die Problematiken einzelner Familienmitglieder in den Blick nehmen, sondern das ganze familiäre Netzwerk fokussieren.

Um die Situation von Kindern und jungen Erwachsenden mit psychischen Beeinträchtigungen oder aus psychisch belasteten Familien zu verbessern, unterstützt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. im Rahmen der Landeskoordination Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien, des Modellprojektes „Adoleszentenpsychiatrie“ und der Landeskoordination für das Präventionsprojekt „Verrückt? Na Und!“ die Entwicklung von niedrigschwelligen und ganzheitlichen Unterstützungsmöglichkeiten. Auch die Informationsvermittlung, die Vernetzung zwischen verschiedenen an der Versorgung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien beteiligten Akteur*innen und Präventions- und Aufklärungsmöglichkeiten sieht der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. als wichtige Ziele seiner Aktivitäten und Projektarbeit, um den langfristigen Folgen von psychischen Krisen, Belastungen und Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter entgegenzuwirken.

Die einzelnen Aktivitäten des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. im Rahmen der Landeskoordination Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien, der Landeskoordination für das Präventionsprojekt „Verrückt? Na Und!“ und im Modellprojekt „Adoleszentenpsychiatrie“ zur psychischen Gesundheit in Kindheit und Jugend können Sie in diesem Bereich auf den folgenden Seiten einsehen und gerne weiter verfolgen. Darüber hinaus finden Sie eine Übersicht der Ansprechpartner*innen und Kontakte zu den entsprechenden Projekten.