Fortbildung „Schwer erreichbare Klient*innen begleiten: Kompetenzen im Umgang mit den komplexen Problemlagen Betroffener“

In der psychosozialen Arbeit wird immer wieder über Klient*innen berichtet, die schwer erreichbar sind und nicht in der beabsichtigten Weise von den bestehenden Hilfesystemen profitieren. Die Betroffenen zeichnen sich durch komplexe psychische und multiple Problemlagen aus. Darunter gehören wohnungslose Menschen mit psychischen Erkrankungen, geflüchtete Menschen mit schweren psychischen Problemlagen, psychisch erkrankte Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen oder mit komorbiden Suchterkrankungen.

Für die Bezeichnung dieser Zielgruppe hat sich in der Literatur der Klinischen Sozialarbeit der Hard-to-reach-Begriff durchgesetzt. In Kooperation mit dem Institut für Weiterbildung an der Hochschule Neubrandenburg bietet der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. hierzu ein zweitägiges Seminar an. Im Rahmen des Seminars werden wichtige Kompetenzen im Umgang mit den komplexen Problemlagen von Hard-to-reach-Klientel vermittelt. Hierzu zählen die Grundlagen der Klinischen Sozialarbeit wie ein ganzheitliches Verständnis von Krankheit- und Behinderung, die psychosoziale Diagnostik, die soziale Netzwerkarbeit und professionelle Beziehungsarbeit. Über dem hinaus werden alternative Bewältigungs- und Recoverykonzepte vermittelt, welche für die praktische Arbeit mit Hard-to-reach-Klient*innen hilfreich sind. Die theoretischen Inhalte des Seminares werden durch praxisnahe Übungen und Beispiele vertieft.

Fortbildung Schwer erreichbare Klient*innen in der sozialpsychiatrischen Beratung und Versorgung

In der psychosozialen Arbeit wird immer wieder über Klient*innen berichtet, die schwer erreichbar sind, die professionelle Mitarbeiter*innen vor erheblichen Herausforderungen stellen und die nicht in der beabsichtigten Weise von den bestehenden Versorgungssystemen profitieren. Die als schwer erreichbar bezeichneten Klient*innen zeichnen sich durch komplexe psychische und multiple Problemlagen aus. Für die Bezeichnung dieser unterschiedlichen Personengruppen hat sich in der Literatur der Klinischen Sozialarbeit der Begriff „hard to reach“ durchgesetzt.

Das Web-Seminar befasst sich mit der aktuellen Versorgungsproblematik von Hard-to-reach-Klient*innen in der psychiatrischen und psychosozialen Beratung und Versorgung. Hierzu werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse unter anderem zur psychiatrischen Wohnungslosenforschung, zur Forschung der „Hart-to-reach-Problematik“ und zur Heavy-User-Forschung vorgestellt und zusammengefasst. Ausgehend von den wissenschaftlichen Erkenntnissen werden Konsequenzen für die psychosoziale Praxis und Chancen für die psychiatrische Versorgung aufgezeigt.

Digitales Programm Landesweite Gedenkveranstaltung „ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN“ 2023

ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN

Landesweite Gedenkveranstaltung 2023


Der 27. Januar gilt als internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust sowie als nationaler Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Seit 2008 steht dieser Tag auch im Zeichen der Opfergruppe der Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie geistigen und körperlichen Behinderungen, die im Rahmen der T4-Aktionen in der Zeit des Nationalsozialismus umgebracht oder dauerhaft geschädigt wurden. In trialogischer Zusammenarbeit veranstaltet der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. seit 2008 gemeinsam mit verschiedenen regionalen Kooperationspartner*innen und Akteur*innen die Landesweite Gedenkveranstaltung „ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN“ in Gedenken an die Opfer der „Euthanasie“ und Zwangssterilisierungen in Mecklenburg-Vorpommern in der Zeit des Nationalsozialismus.

Wir laden Sie herzlich ein, gemeinsam mit allen beteiligten Akteur*innen am nationalen Gedenktag für die NS-Opfer zu erinnern, zu trauern und wachzurütteln.

Im Namen der Veranstalter*innen

Grußwort

Stefanie Drese

Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern

Eröffnung

Sandra Rieck

Im Namen der Veranstalter*innen und als Vorsitzende des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Beitrag aus der Perspektive von Menschen mit Behinderungen

Undine Gutschow

EX-IN Erfahrungsexpertin aus Wismar

Filmischer Beitrag

„Der schöne leichte Tod“ aus dem Jahr 1994 vom Regisseur und Grimme-Preisträger Michael Krull

Rückblick Landesweite Gedenkveranstaltung 2023: Bilder des Gedenkens aus den verschiedenen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern

Aufruf zum Landesweiten Gedenken ERINNERN — BETRAUERN — WACHRÜTTELN am 27. Januar 2023

Wir rufen in diesem Jahr unsere Mitglieder und landesweit dazu auf, durch regionale Aktionen am 27. Januar 2023 ein gemeinsames Zeichen des Erinnerns an die Opfer des Nationalsozialismus und gegen Faschismus und Menschenfeindlichkeit zu setzen.

Wir wollen insbesondere die Erinnerung an die zu lange vergessenen Opfer der NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisierungen auf dem Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns wachhalten.

Wir wollen dies durch eine landesweite Schweigeminute am 27. Januar 2023 um 10:00 Uhr ausdrücken.

Wir möchten Eure bzw. Ihre regionalen Besuche bzw. Aktionen an Orten des Gedenkens, z.B. an Stolpersteinen, an den einzelnen Mahnmalen, in Gedenkstunden in Psychosozialen Einrichtungen oder im Gemeinwesen – online zusammenführen und am 27.01.2023 ab 19:00 Uhr dokumentieren.

„Nur wenn die „Euthanasie“-Toten uns ohne Unterlass an die stets offenen Wunden der Psychiatrie erinnern, sind sie vielleicht nicht umsonst gestorben.“ Prof. Dr. Klaus Dörner (1933 – 2022)

Die Momente des Gedenkens bitten wir, per Foto festzuhalten und dieses bitte an uns unter LV@sozialpsychiatrie-mv.de zu übersenden (Fotos als JGP- oder PNG-Bild-Datei als Anhang der E-Mail einfügen).

Wir danken allen für das Engagement und wollen damit gemeinsam unsere Haltung für ein vielfältiges und solidarisches Zusammenleben heute zum Ausdruck bringen.

Weitere Informationen und den Aufruf zum Weiterleiten als PDF finden Sie hier:

Im Namen der Veranstalter*innen

Sandra Rieck und Karsten Giertz

(Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.)

Der kleine Leitfaden zum Stimmenhören und ähnlichen Erfahrungen

Für Menschen, die es selbst nie erlebt haben, kann es schwierig sein, sich vorzustellen, wie es ist, Stimmen zu hören. Und es mag erstaunen, dass diese Erfahrung gar nicht so selten ist. Etwa 13,2 % aller Menschen geben an, mindestens einmal in ihrem Leben Stimmen zu hören. Ein Großteil von ihnen ist oder wird dennoch nicht krank.

Zahlreiche klinische Studien zeigen mittlerweile, dass Stimmenhören, Visionen und ähnliche Erfahrungen, egal in welcher Form, in sich selbst kein Zeichen einer bestimmten Erkrankung sind. Sie kommen in verschiedensten psychiatrischen Diagnosen vor, aber auch im Alltag, auf der Arbeit, in der Schule, beim Familientreffen. Es ist sogar so, dass die meisten Personen mit diesen Erfahrungen keine psychischen Probleme haben oder nie in Kontakt mit der Psychiatrie kommen. Trotz dem können Personen, die Stimmen oder ähnliche Erfahrungen wahrnehmen, dadurch verängstigt oder verunsichert werden. Auch Angehörige von Personen, die Stimmen hören, wissen oftmals nicht mit diesen Erfahrungen umzugehen.

Die Broschüre „Der kleine Leitfaden zum Stimmenhören und ähnlichen Erfahrungen“ von Matthias Pauge, dem Netzwerk Stimmenhören Schweiz, Oana-Mihaela Iusco, Senait Debesay und Joachim Schnackenberg beschäftigt sich mit der Erfahrung des Stimmenhörens oder vergleichbaren Erfahrungen. Die Broschüre soll Menschen, die diese Erfahrungen machen und unter ihnen leiden, deren Angehörigen und Begleitpersonen, Unterstützung bieten.

Die Broschüre kann hier als PDF abgerufen werden:

Politischer Donnerstag zur seelischen Gesundheit am 13. Oktober 2022 in Rostock

Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Hansestadt Rostock am Aktionsbündnis „Seelische Gesundheit“, das jährlich zum „Internationalen Tag der seelischen Gesundheit“ und bundesweit zur Beteiligung an der „Woche der Seelischen Gesundheit“ aufruft. Am 13. Oktober 2022 organisiert der Landesverband EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e. V. im Rahmen der Woche der Seelischen Gesundheit den „Politischen Donnerstag zur seelischen Gesundheit“ im Peter Weiß Haus in der Doberaner Straße 21 in 18057 Rostock.

Doch was bedeutet EX-IN?

EX-IN, vom englischen Experienced Involvement, bedeutet Beteiligung von Erfahrenen, genauer gesagt Krisenerfahrene, Erfahrene von psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen. Jede Form der Unterstützung von Betroffenen durch andere Betroffene kann man als „Peer-Support“ bezeichnen, was übersetzt so viel bedeutet wie: „Unterstützung für Betroffene von Betroffenen“. Dazu wurde eine Weiterbildung für Psychiatrie-Erfahrene Menschen entwickelt. In der EX-IN-Weiterbildung beschäftigen sich die Teilnehmer*innen damit, wie ihre Krise ausgelöst wurde, wie sie sie erlebten und was sie von innen und außen unterstützt hat. Zudem lernen sie, wie sie andere in Krisenzeiten begleiten und unterstützen können. Es geht hierbei nicht nur um Ehrenamt, sondern um bezahlte Arbeit. Diese wird durch den Landverband EX-IN Mecklenburg-Vorpommern gefördert und ausgebaut. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es die EX-IN-Bewegung schon seit 2012.

Wenn wir an Menschen mit seelischen / psychischen Besonderheiten denken und darüber mit anderen reden, woran denken wir? Die Antworten sind vielfältig: Annahme bis Ablehnung durch Erfahrungen, Skandale und Vorurteile.

In der Veranstaltung Politischer Donnerstag zur seelischen Gesundheit, möchte der Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. eine bunte Gesprächsplattform bieten und bestenfalls mit Vorurteilen, die zu Stigmatisierung führen, aufräumen. Darüber hinaus wird Wissen zum Thema Stigmatisierung vermittelt. Menschen, die selbst unter Stigmatisierung gelitten haben, werden davon berichten. Die Journalistin, Buchautorin und EX-INlerin Gabi Pertus wird zudem ihr Buch: „AUSwege finden – Kinder psychisch kranker Eltern“ vorstellen, in dem es um inzwischen erwachsene Kinder seelisch beeinträchtigter Eltern geht. Das Ganze wird abgerundet durch die Vorstellung der neu ins Leben gerufenen Landesarbeitsgruppe Partizipation und einem dazugehörigen Videoprojekt, als Möglichkeiten der Teilhabe für psychisch erkrankte Menschen. Das besondere Augenmerk liegt bei der Veranstaltung darauf, sich auszutauschen und vielleicht sogar voneinander zu lernen und Vorurteile abzubauen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier. Den Flyer mit dem Programm und mit Informationen zum Veranstaltungsort sind hier als PDF abrufbar.

2. Forum Arbeit und psychische Gesundheit online am 19. Oktober 2022

Anlässlich der Zunahme von Arbeitsunfähigkeitstagen und Frühberentungen aufgrund von psychischen Belastungen und diversen Bedarfen in der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit psychischen Erkrankungen organisiert der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. gemeinsam mit dem Gemeindepsychiatrischen Verbund des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte und den Akteur*innen aus dem Rehapro-Projekt IPS-Coaching – Zurück ins Berufsleben seit dem letzten Jahr das Forum Arbeit und psychische Gesundheit. Im Rahmen eines Austausches mit den Akteur*innen aus der Selbsthilfe, aus der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung, aus den Gesundheitswissenschaften und aus der Wirtschaft soll das Thema Arbeit und psychische Gesundheit in regelmäßigen Online-Veranstaltungen und Diskussionen in Mecklenburg-Vorpommern weiter vertieft werden.

Unter dem Motto Zukunft Inklusiver Arbeitsmarkt · Zurück ins Berufsleben im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte findet auch in diesem Jahr zur Woche der Seelischen Gesundheit am 19. Oktober zwischen 14:00 bis 17:00 Uhr das Online-Forum Arbeit und psychische Gesundheit statt. Den diesjährigen thematischen Schwerpunkt bildet die berufliche Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Denn das Potential und die inklusive Kraft von Arbeit ist insbesondere für Menschen mit psychischen Beeinträchtigen und/ oder Erkrankungen enorm. Die Teilhabe am Arbeitsleben gibt uns einen Stellenwert im Leben und in unserer Gesellschaft. Viele Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen sehen die Arbeit daher als wesentlichen Faktor zur Stabilisierung ihrer Gesundheit an.

In der Praxis bleibt die Verwirklichung des bestehenden Rechts auf Arbeit und Beschäftigung im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention dennoch vielerorts eine Zukunftsvision, denn sowohl im sozialpsychiatrischen Unterstützungssystem als auch auf dem Arbeitsmarkt gelingt es noch nicht ausreichend, Inklusion zu ermöglichen. Umso wichtiger sind regionale Initiativen und Modellvorhaben, die Wege zurück ins Berufsleben erproben und ermöglichen sowie wichtige Schritte in Richtung eines inklusiven Arbeitsmarktes eröffnen.

Neben Fachbeiträgen zur Bedeutung von Arbeit für die Genesung und soziale Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie zu den Auswirkungen von Stigmatisierung als einstellungsbedingte Barriere für Menschen mit psychischen Erkrankungen im Bereich der Arbeit werden die aktuellen Entwicklungen und Erfahrungen aus dem Rehapro-Projekt IPS-Coaching – Zurück ins Berufsleben vorgestellt.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und die Veranstaltung wird online über Cisco Webex durchgeführt. Die Zugangsdaten erhalten Sie per E-Mail zeitnah vor der Veranstaltung. Hierzu ist eine Anmeldung bis zum 14. Oktober 2022 unter Angabe des Veranstaltungstitels an LV@sozialpsychiatrie-mv.de nötig. Weiter Informationen zum Programm finden Sie hier im Flyer zur Veranstaltung.

17. Rostocker Film- & Kulturtage zur seelischen Gesundheit vom 6. bis 12. Oktober 2022

Seit gut drei Jahren ist die COVID-19-Pandemie nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Sie hat im privaten und beruflichen Bereich weitgehende Veränderungen mit sich gebracht. Nie zuvor wurden psychische Störungen so öffentlich gemacht, wie in den zurückliegenden Jahren. Bundesweit erfüllt mehr als jeder vierte Erwachsene im Zeitraum eines Jahres die Kriterien einer psychischen Erkrankung. Für knapp 18 Millionen Betroffene und ihre Angehörigen ist eine psychische Erkrankung mit massivem Leid verbunden und führt oft zu schwerwiegenden Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben. Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen Angststörungen, Depressionen und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentengebrauch. In der Coronapandemie zeigte sich, dass die psychiatrische Versorgung durchaus in
der Lage ist, unter erschwerten Bedingungen ein situativ angepasstes psychiatrisches Angebot bereitzustellen.

Angesichts dieser Entwicklung findet auch in diesem Jahr zum 17mal die Rostocker Film- und Kulturtage statt. Das Filmprogramm wurde in trialogischer Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, mit Vertreter*innen des regionalen sozialpsychiatrischen Versorgungssystems, dem EX-IN MV e.V. und dem Rostocker Bündnis gegen Depression e.V. sowie mit freundlicher Unterstützung des li.wu. zusammengestellt. Die Rostocker Film und Kulturtage zur seelischen Gesundheit stehen auch in diesem Jahr für einen Dialog, um interessierte Mitmenschen über psychische Erkrankungen aufzuklären, Berührungsängste und Vorurteile abzubauen, über Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren sowie um zum gegenseitigen Verständnis
beizutragen. Eine langjährige Tradition waren und sind die im Anschluss jeder Veranstaltung stattfindenden Gespräche, die sich zu einem offenen Austausch zu Erfahrungen und Hintergründen zwischen Fachleuten und Publikum entwickelt haben.

Als ein fester Bestandteil des Programms entwickelte sich die Zusammenarbeit mit dem Rostocker Bündnis gegen Depression e.V. Am 10. Oktober wird daher ein Kurzfilm des Medienpreises der Stiftung Deutsche Depressionshilfe gezeigt mit einer anschließenden
Publikumsdiskussion.

Das Programm mit den Veranstaltungen finden Sie hier:

Neue Ausgabe des Newsletters der Landeskoordination Kinder aus psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien

Neue Ausgabe des Newsletters der Landeskoordination Kinder aus psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien

Die aktuelle Ausgabe des Newsletters der Landeskoordination Kinder aus psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien beschäftigt sich mit dem Thema Stigmatisierung und den damit im Zusammenhang stehenden Schamgefühlen bei betroffenen Familien. Auch in der heutigen Zeit erleben psychisch belastete Menschen Ausgrenzungserfahrungen aufgrund ihrer Erkrankung durch Familie, Freund*innen, Kolleg*innen oder Gesellschaft. Vor allem Kinder aus Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil gehören sowohl in der Forschung als auch im Alltag der Familien immer noch zu den „ungehörten Angehörigen“. Sie leiden oftmals im Stillen unter den Scham- und Schuldgefühlen, welche mit der Erkrankung des betroffenen Elternteils zusammenhängen.

Neben mehreren Beiträgen zur Einführung in das Thema Stigmatisierung enthält der aktuelle Newsletter auch zwei Gastbeiträge von einer alleinerziehenden Mutter und einem Jugendlichen, die beide über ihre Erfahrungen mit der eigenen psychischen Erkrankung und mit verschiedenen Formen von Stigmatisierung berichten. Außerdem bietet die Ausgabe folgende Sonderinhalte:

  • ein Beitrag von Thomas Greve, der als Experte aus Erfahrung in Mecklenburg-Vorpommern tätig ist und sich aktiv gegen Stigmatisierung von psychisch Erkrankten einsetzt
  • eine Vorstellung des Landesmodellprojektes „ZaunGast“ – ein Angebot für Kinder von inhaftierten Elternteilen in Mecklenburg-Vorpommern
  • thematisch passende Studien, Fortbildungstipps und Buchempfehlungen
  • aktuelle Informationen aus der Landeskoordination Kinder aus psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien.

Den aktuellen und die älteren Newsletter finden Sie hier

Neue Fortbildungsangebote zur Förderung der psychischen Gesundheit bei Kindern und jungen Erwachsenen in Schule und Ausbildung

Neue Fortbildungsangebote zur Förderung der psychischen Gesundheit bei Kindern und jungen Erwachsenen in Schule und Ausbildung

Foto von Tara Winstead von Pexels

Das Thema psychische Gesundheit sowie die Prävention von psychischen Erkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Lebensspanne des Erwachsenenwerdens gehört mit zu den schwierigsten Etappen im Leben. Es ist die Zeit des Lernens, der Rebellion und der Selbstfindung. Kein Wunder, dass gerade die Jugendzeit so anfällig für Probleme ist, welche die eigenen Lösungsmöglichkeiten übersteigen. Psychische Krisen, Depression oder selbstschädigendes Verhalten beginnen in keiner Lebensphase so häufig wie in der Pubertät.

Zahlreiche Studien legen nahe, dass über 50 % der im Erwachsenenalter fortbestehenden psychischen Erkrankungen erstmalig vor dem 14. Lebensjahr und 75 % vor dem 24. Lebensjahr auftreten. Mit der COVID-19-Pandemie hat sich die Gesundheitssituation für viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen verschlechtert. So zeigen Studien, dass infolge der Pandemie inzwischen fast 33 % der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten aufweisen. Allgemein gelten als Risikofaktoren für die Entwicklung psychischer Störungen vor allem ein niedriger sozioökonomischer Status, ein alleinerziehender Elternteil, psychische Erkrankungen eines Elternteils sowie ein niedriger Bildungsabschluss der Eltern.

Foto von Tara Winstead von Pexels

Nur wenige junge Menschen bekommen rechtzeitig die passende Unterstützung. Viele suchen aufgrund der Sorge vor Stigmatisierung, der Angst vor dem Verlust der Selbstbestimmung, der Unübersichtlichkeit des Hilfesystems, des Mangels an Informationen über regionale Hilfeangebote oder der bestehenden Unterversorgung in vielen Regionen erst Jahre später die geeignete Unterstützung auf. Unter diesen Umständen sind Entwicklungsschritte wie zum Beispiel ein Schulabschluss, der Übergang in Ausbildung und Beruf, das Finden der eigenen Identität oder das Gründen einer Familie oftmals beeinträchtigt. Die Folgen sind neben dem großen persönlichen subjektiven Leiden, unter anderem der Abbruch des Schul- und Ausbildungssystems, die Chronifizierung der psychischen Problemlagen, eine anhaltende Abhängigkeit von Sozialsystemen, ein höheres Suizidrisiko oder Frühberentungen.

Foto von Dids von Pexels

Orte an denen die Kinder und Jugendlichen in dieser Lebensphase einen Großteil ihrer Zeit verbringen, sind Bildungsinstitutionen wie Schule, berufliche Ausbildungsstätten, Hochschulen und Universitäten. Um die Situation der Kinder und jungen Erwachsenen im Zusammenhang mit den psychosozialen Belastungen zu verbessern, der Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen innerhalb der Gesellschaft entgegenzuwirken und Lehrer*innen sowie Eltern besser bei der Begleitung von psychisch belasteten Kindern und Jugendluchen zu unterstützen, bietet der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. in Anlehnung an das Präventionsprojekt „Verrückt? Na Und!“ von Irrsinnig Menschlich e.V. zwei Fortbildungsangebote für Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen und Eltern an. Beide Fortbildungsangebote vermitteln Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen und Eltern über ein leicht zugängliches und flexibles Fortbildungsformat wichtige Informationen zur Prävention von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen im Kontext von Schule, Ausbildung und Studium. Nähere Informationen können auf den Seiten der jeweiligen Angebote abgerufen werden:

Für weitere Informationen steht Ihnen die Fortbildungskoordinatorin und Referentin Anke Wagner telefonisch unter 0381 – 873 942 33 oder per E-Mail unter anke.wagner@sozialpsychiatrie-mv.de zur Verfügung.

Eine Übersicht zu weiteren Fortbildungsangeboten des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. finden Sie hier. Einen Überblick zu weiteren Aktivitäten und Initiativen zum Thema psychische Gesundheit bei Kindern, Jugendlichen und ihren Familien finden Sie hier.

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