Landesweite Fachtagung Adoleszenzpsychiatrie am 21. September 2022 in Waren (Müritz)

Der Lebensabschnitt der Adoleszenz kann für junge Menschen mit psychischen Erkrankungen eine besondere Herausforderung werden. Neben den ohnehin mit dieser Phase verbundenen Entwicklungsaufgaben müssen junge Menschen mit psychischen Erkrankungen zusätzlich die krankheitsbedingten Belastungen bewältigen. Viele der psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter haben oftmals ihren Ursprung in der Lebensphase der Adoleszenz.

Dennoch ist die Behandlungs- und Versorgungssituation für die jungen Menschen neben unzureichenden psychiatrischen und psychosozialen Behandlungs- und Unterstützungsangeboten, fehlenden Angeboten zur Prävention und Frühintervention durch Schnittstellenprobleme und Beziehungsabbrüche aufgrund der formalen Altersgrenze von 18 Jahren geprägt.   

Im Rahmen des vom Ministerium für Gesundheit, Soziales und Sport geförderten Modellprojektes “Adoleszentenpsychiatrie” beschäftigt sich der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. mit seinen Kooperationspartnern bereits seit vielen Jahren mit der Versorgungssituation von jungen Erwachsenen mit psychischen Erkrankungen.

Zum Abschluss des Modellprojektes “Adoleszentenpsychiatrie” findet am 21. September 2022 im Bürgersaal Waren (Müritz) die Fachtagung Adoleszenzpsychiatrie von 08:30 bis 16:00 Uhr statt. Neben allgemeinen einführenden Fachinputs werden auf der Fachtagung die Ergebnisse und Erfahrungen des regionalen Modellprojektes “Adoleszentenpsychiatrie” sowie die daraus abgeleiteten Empfehlungen für eine notwendige Weiterentwicklung der Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern für diese Zielgruppe vorgestellt und diskutiert. Zudem haben die Teilnehmenden die Möglichkeit sich mit weiteren Themen im Zusammenhang mit der Behandlung und Unterstützung von psychisch belasteten jungen Menschen auszutauschen.

Die Einladung, das Tagungsprogramm und Informationen zur Anmeldung finden Sie hier im Flyer.

Was sagt uns die COVID-19-Pandemie für die Zukunft? – Beitrag zur COVID-19-Studie in der Psychosozialen Umschau

Was sagt uns die COVID-19-Pandemie für die Zukunft? – Beitrag zur COVID-19-Studie in der Psychosozialen Umschau

Seit Beginn der COVID-19-Pandemie hat sich der Alltag in allen Lebensbereichen tiefgreifend verändert. Dabei wechselten sich immer wieder Phasen von strengen Hygiene-Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen mit zeitweisen Lockerungen ab. Die Pandemie hat auch gezeigt, dass eine plötzlich eintretende Krise die psychiatrischen und psychosozialen Unterstützungssysteme an ihre Grenzen bringen kann. Gerade für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist der verlässliche Zugang zu sozialpsychiatrischen Angeboten, wie zum Beispiel zu (Tages-)Kliniken, Tagesstätten und Beratungsstellen, essenziell für die Alltagsgestaltung und Genesung.

Im vergangenen Jahr führten das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. und der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. eine Online-Umfrage zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern durch. Dabei interessierten unter anderem folgende Fragestellungen: Unter welchen Bedingungen konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen aufrechterhalten? Welchen Herausforderungen und Belastungen standen sie in ihrem Arbeitsalltag gegenüber? Insgesamt war das Interesse und die Beteiligung an der Befragung sehr hoch. Ausgehend von den Ergebnissen konnten Empfehlungen für eine bessere Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der psychosozialen und psychiatrischen Versorgung formuliert werden. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Psychosoziale Umschau wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Der Beitrag kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Forum “Psychische Gesundheit und Radikalisierung – Implikationen für die Praxis” am 02. und 03. November 2022 hybrid

Psychologische Faktoren und psychische Gesundheit sind ein komplexes Thema im Zusammenhang mit Radikalisierungsprozessen und ein wichtiger Aspekt von Interventionsmaßnahmen im Kontext von Radikalisierung. Dass psychologische Faktoren in der Intervention an Bedeutung gewinnen, zeigt sich an öffentlich breit diskutierten Fällen wie dem Messerangriff in Würzburg im Juni 2021 oder dem Anschlag auf eine Shisha Bar in Hanau im Februar 2020, aber auch in der Beratungspraxis von Koordinierungs- und Beratungsstellen zur Radikalisierungsprävention selbst. In gemeinsamer Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und weiteren Kooperationspartnern beschäftigt sich der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. seit diesem Jahr unter anderem mit dem Thema psychische Gesundheit und Radikalisierung.

Foto von Brett Sayles

Neben den Akteuren aus Mecklenburg-Vorpommern setzt sich auch das Forum der Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt psychische Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Radikalisierung auseinander und kooperiert dazu mit dem Forschungsprojekt Aktivierung von Angehörigen von Heilberufen für das Thema Extremismusprävention durch Qualifizierung und Vernetzung (HE-QV) des Universitätsklinikums Ulm, das mit Mitteln des Bundesministeriums des Inneren und für Heimat und durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert wird. Hierzu findet am 02. und 03. November 2022 das hybride Forum Psychische Gesundheit und Radikalisierung – Implikationen für die Praxis statt. Ziel der Veranstaltung ist es, eine konstruktive Auseinandersetzung mit psychischer Gesundheit zu stärken, die politisch motivierten Extremismus und psychische Erkrankungen differenziert betrachtet und Stigmatisierungstendenzen vermeidet. Gemeinsam mit Expert*innen wird ein inklusiver und interdisziplinärer Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit sowie dem Gesundheitswesen angeregt. Zudem sollen im Rahmen der Veranstaltung pragmatische Handlungsansätze für die Radikalisierungsprävention erarbeitet werden.

Weitere Informationen zum Programm und zu den Anmeldungsmodalitäten sind im September 2022 auf der Internetseite des Demokratie-Zentrums Sachsen zu finden. Die Ankündigung mit entsprechenden Kontaktdaten finden Sie hier:

Abschlussbericht zum Forschungsprojekt zu den COVID-19-bedingten Auswirkungen auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung von Mecklenburg-Vorpommern

Abschlussbericht zum Forschungsprojekt zu den COVID-19-bedingten Auswirkungen auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung von Mecklenburg-Vorpommern

Die COVID-19-Pandemie hat den Alltag in Deutschland seit dem 11. März 2020 deutlich eingeschränkt. Neben der Gesundheitsgefahr durch das Virus gingen die pandemiebedingten Schutzmaßnahmen wie Lockdowns, Hygiene-Maßnahmen oder Kontakteinschränkungen zur Verringerung des Infektionsgeschehens bei vielen Familien und Menschen mit erheblichen psychosozialen Belastungen, spezifischen Ängsten und allgemeine Unsicherheit einher.

Auch die psychiatrische und psychosoziale Versorgung von erwachsene Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, psychisch belasteten Kindern, Jugendlichen und Familien oder ältere Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen wurde im Zusammenhang mit den COVID-19-bedingten Schutzmaßnahmen über viele Monate hinweg deutlich eingeschränkt. Bisher liegen für Mecklenburg-Vorpommern nur wenige Daten über die Auswirkungen der Versorgung für diese Zielgruppe vor. Um geeignete Maßnahmen zur Prävention und Verbesserung der postpandemischen Versorgung zu entwickeln, führten das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. und der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. im vergangenen Jahr ein Forschungsprojekt zu den Folgen der COVID-19-Pandemie auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung von erwachsenen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern durch.

Im Fokus der Untersuchung standen eine allgemeine Statuserhebung zur aktuellen Versorgungssituation sowie zu den inhaltlichen, personellen und strukturellen Veränderungen aufseiten der psychiatrischen und psychosozialen Angebote während der vergangenen Lockdowns. Dabei wurden sämtliche Angebote, Einrichtungen und Institutionen der psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosozialen Versorgung und Behandlung von erwachsenen Menschen mit psychischen Erkrankungen eingeschlossen. Neben der allgemeinen Bestandsaufnahme bestand das Ziel darin, Empfehlungen und Maßnahmen zu entwickeln, um den langfristigen Folgen der Pandemie auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung entgegenzuwirken sowie die soziale Teilhabe von psychisch erkrankten Menschen auch in besonderen gesellschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten in Mecklenburg-Vorpommern aufrechtzuerhalten.

Die Ergebnisse und Empfehlungen des Forschungsprojektes wurden nun in einem Abschlussbericht veröffentlicht, der hier heruntergeladen werden kann.

Tagungsdokumentation zur Fachtagung „Digitalisierung und neue Perspektiven in der psychosozialen Arbeit“

Tagungsdokumentation zur Fachtagung „Digitalisierung und neue Perspektiven in der psychosozialen Arbeit“

Der Einsatz digitaler und internetbasierter Technologien hat im Rahmen von gesellschaftlichen Digitalisierungsprozessen in der Beratung, in der psychosozialen Versorgung und in der Praxis der Klinischen Sozialarbeit an Bedeutung gewonnen.

Im Zuge der digitalen Transformation kam es in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu grundlegenden strukturellen Veränderungen der Lebenswelten und Kommunikationsformen. Die breite gesellschaftliche Verwendung der vielfältigen digitalen und internetbasierten Technologien sowie der neuen Medien geht mit einer höheren Flexibilisierung und Beschleunigung der sozialen und wirtschaftlichen Lebenswelt sowie des allgemeinen Kommunikations- und Informationsverhaltens einher. Eingebettet in diesen gesellschaftlichen strukturellen Wandel müssen sich auch soziale Organisationen sowie psychosoziale Unterstützungs- und Beratungsangebote mit den veränderten Lebenswelten ihrer Zielgruppen auseinandersetzen.

Neben den durch die digitale Transformation einhergehenden neuen Herausforderungen für die Methodik, Interventionen und organisatorischen Arbeitsweisen, verspricht der Einsatz von digitalen Technologien in der Beratungspraxis auch eine Vielfalt an neuen Möglichkeiten und Chancen im Rahmen der Niedrigschwelligkeit, Flexibilität und Anonymität.

Damit gehören digitale Kommunikations- und Unterstützungsangebote neben traditionellen persönlichen Konsultationen zu einem wichtigen Medium für Gesundheitsfragen. Auch die räumliche und zeitliche Flexibilisierung durch digitale Formen der Unterstützungs- und Kommunikationsangebote erleichtert den Zugang zu verschiedenen psychosozialen Angeboten für viele Menschen.

Im Zuge dieser Entwicklung veranstaltete das European Centre of Clinical Social Work e.V. in Kooperation mit der Fachhochschule Wien, dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Schweizer Fachverband Soziale Arbeit im Gesundheitswesen und der Hochschule Neubrandenburg am 20. Mai 2022 die digitale Fachtagung „Digitalisierung und neue Perspektiven in der psychosozialen Arbeit“.

Die Tagungsdokumentation mit einem Rückblick zur Tagung, mir den Videoposterpräsentationen und den Präsentationen der Referent*innen finden Sie hier.

Die COVID-19-Pandemie in Mecklenburg-Vorpommern – Auswirkungen auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung

Die COVID-19-Pandemie in Mecklenburg-Vorpommern – Auswirkungen auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung

Die COVID-19-Pandemie ist in Deutschland seit mittlerweile drei Jahren nicht mehr aus dem Alltag der Bevölkerung wegzudenken und hat im privaten sowie beruflichen Bereich weitgehende Veränderungen mit sich gebracht. Bund und Länder reagierten dabei regionalspezifisch und kontextabhängig auf das dynamische Pandemiegeschehen, sodass regionale Erhebungen und die kommunale Berichterstattung maßgeblich z. B. für die Planung von pandemiebedingten Schutzmaßnahmen wurden. Darüber hinaus beschäftigen sich seit Beginn der COVID-19-Pandemie zahlreiche Studien mit der Erforschung des Virus sowie seinen gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen.

Bislang wenig bekannt ist über die psychiatrische und psychosoziale Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen unter den Pandemiebedingungen in Mecklenburg-Vorpommern. Das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. und der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. führten 2021 in gemeinsamer Kooperation eine repräsentative Online-Befragung zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern durch. Ausgehend von den Ergebnissen wurden verschiedene Empfehlungen entwickelt, um den langfristigen Folgen der Pandemie auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung entgegenzuwirken sowie die soziale Teilhabe von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen auch in besonderen gesellschaftlichen Krisensituationen aufrechtzuerhalten.

Eine öffentliche Präsentation der Zwischenergebnisse fand im November 2021 im Rahmen des 8. Rostocker Psychiatrieforums statt. In der diesjährigen Juni-Ausgabe der Zeitschrift Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern wurden die Erkenntnisse und Empfehlungen der Studie nun im Rahmen eines Beitrages erstmals zusammengefasst und veröffentlicht. Der Beitrag “Die COVID-19-Pandemie in Mecklenburg-Vorpommern – Auswirkungen auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung” kann hier frei heruntergeladen werden. Die Veröffentlichung des kompletten Forschungsberichtes erfolgt in den nächsten Wochen.

Vortragsreihe “Hard to reach: Was wirkt bei schwer erreichbaren Klient:innen?” auf der 11. Fachtagung Klinische Sozialarbeit am 09. und 10. Juni 2022 in Olten

Professionell Tätige in der psychosozialen Praxis kennen sie alle: Klient*innen, zu denen es einfach nicht gelingt einen Zugang zu finden und die die Mitarbeitenden regelmäßig an die professionellen Grenzen bringen. In der Klinischen Sozialarbeit hat sich zur Bezeichnung dieser Klientel der kontrovers diskutierte Begriff „hard to reach“ durchgesetzt. Hard-to-reach-Klient*innen zeichnen sich durch komplexe Problemlagen wie chronisch verlaufende psychische Störungen, existenzielle Schwierigkeiten, Stigmatisierung, herausfordernde Verhaltensweisen, kaum oder keine familiären oder freundschaftlichen Kontakte aus. In hohem Maße wirken bei Ihnen psychische Erkrankungen und Beeinträchtigungen in der Lebenswelt zusammen, wodurch sie häufig von Exklusionsprozessen bedroht sind. Aufgrund der komplexen Unterstützungsbedarfe sind Sozialarbeitende aufgefordert, dieser Klientel besondere Angebote zu unterbreiten. Allerdings liegen bisher wenige Erkenntnisse über die Wirkfaktoren und Wirkungen von speziellen Angeboten für diese Zielgruppen vor.

Am 09. und 10. Juni 2022 fand an der Fachhochschule FHNW in Olten (Schweiz) die 11. Fachtagung Klinische Sozialarbeit zum Thema Wirkung statt. Im Rahmen einer Vortragsreihe wurden verschiedene Forschungsprojekte vorgestellt, welche Sie mit den Wirkfaktoren und der Wirkung von sozialarbeiterischen Interventionen und spezifischen psychosozialen Angebotsformen bei Hard-to-reach-Klient*innen beschäftigen. Ausgehend davon wurde die aktuelle Versorgungssituation dieser Klientel kritisch diskutiert und Konsequenzen für Verbesserungen aufgezeigt.

Prof. Dr. Chris Romanowski-Kirchner, Karsten Giertz & Lisa Große (von links nach rechts)

Zu Beginn arbeiteten Lisa Große (ASH Berlin, European Centre of Clinical Social Work e.V.) und Karsten Giertz (Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., European Centre of Clinical Social Work e.V.) ausgehend von einer systematischen Übersichtsarbeit zur internationalen und nationalen Forschung eine Begriffsdefinition von Hard-to-reach-Klient*innen heraus und diskutierten spezifische Herausforderungen in der Versorgung und psychosozialen Unterstützung bei dieser Zielgruppe.

Prof. Dr. Christopher Romanowski-Kirchner (DHBW Heidenheim) stellte die Ergebnisse einer qualitativen Studie mit ehemaligen Nutzer*innen vor, die in ihrer durch mehrfache Abbrüche geprägten Hilfebiografie sehr unterschiedliche Erfahrungen mit sozialarbeiterischen (Erziehungs- und Eingliederungshilfen), psychotherapeutischen und psychiatrischen Angeboten machen durften und mussten. Darauf aufbauend tauschten sich die Teilnehmer*innen über die Erreichbarkeitspotenziale sowie über die Herausforderungen des spezifischen klinisch-sozialarbeiterischen Zugangs aus.

Prof. Dr. Vera Taube (Fachhochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt) forschte zur pädagogischen Handlungspraxis mit schwer erreichbaren Jugendlichen in intensivpädagogischen Auslandsmaßnahmen. Aus der Analyse von Schlüsselsituationen im Betreuungsalltag entstand das Modell des „Erlebnislabors”. Dieses Modell schließt an die Denkfigur der pädagogischen Provinz an und beschreibt die Konstruktion des pädagogischen Raums. Hier werden ethische Fragen nach Macht als Erziehungsmittel und deren Balance durch die pädagogischen Beziehungen aufgeworfen, die im Anschluss zur Diskussion gestellt wurden.

Die Tagungsdokumentation und die Präsentationen zu den Beiträgen sowie zu weiteren Vortragsreihen können auf der Internetseite der FHNW abgerufen werden.

Ankündigung zum Buch “Adoleszenzpsychiatrie – Teilhabechancen für junge Menschen in Klinik und Gemeinde”

Aktuellen Studien zufolge weisen ca. 16 % der Kinder und Jugendlichen Merkmale von psychischen Belastungen auf. Viele psychische Erkrankungen im Erwachsenenalter haben ihren Ursprung vor dem 21. Lebensjahr. Dennoch nimmt nur ein Drittel von ihnen professionelle Unterstützung in Anspruch. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Behandlungs- und Betreuungsangebote mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres enden. In den letzten Jahren haben sich deshalb in Deutschland in vielen Regionen Deutschland spezifische Behandlungs- und Unterstützungsangebote für diese Altersgruppe entwickelt, die durch Vernetzung und Kooperation eine kontinuierliche psychosoziale Begleitung sicherstellen wollen. Mit der Unterstützung von zahlreichen Autor*innen stellen die Herausgeberin Antje Werner (Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.) sowie die Herausgeber Karsten Giertz (Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.) und Prof. Dr. Michael Kölch (Universitätsmedizin Rostock) in diesem Buch neben fachlichen Grundlagen zahlreiche Erfahrungen aus verschiedenen innovativen Modellprojekten zur Versorgung und Behandlung von adoleszenten Patient*innen vor.

Das Buch wird voraussichtlich im Herbst 2022 im Psychiatrie Verlag erscheinen. Weitere Informationen finden Sie hier im Flyer:

Fachtagung der BAG GPV “Unterbringung in besonderen Wohnformen (nach § 1906 BGB) – Perspektive oder Sackgasse?” am 27. und 28. Juni 2022

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrischer Verbünde (BAG GPV) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Vermeidung von Zwang und Gewalt im psychiatrischen Hilfesystem“.

Von 2016 bis 2019 hat die Bundesarbeitsgemeinschaft hierzu gemeinsam mit der Aktion Psychisch Kranke (APK) ein vom Bundesgesundheitsministerium gefördertes Projekt durchgeführt.

Ein wesentliches Ziel dieses Projektes bestand darin, zu prüfen, wie es gelingen kann, durch die Arbeit im GPV Zwang und Gewalt zu verringern und trotzdem die regionale Versorgungsverpflichtung umzusetzen. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen, welche praktischen, rechtlichen, strukturellen, methodischen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen und vor allem welche Haltungen benötigt werden, um so wenig Gewalt und Zwang wie möglich anzuwenden, die Zahl der geschlossenen Wohnheimplätze so gering wie möglich zu halten und diese in den GPV zu integrieren.

Mit der Tagung will die BAG GPV unter anderem den Fragen nachgehen, inwieweit geschlossene Wohnformen in der Eingliederungshilfe notwendig sind und welche Aufgaben und Funktionen sie erfüllen.

Wie sollten diese Bausteine gestaltet sein, um so wenig wie möglich die Rechte auf Selbstbestimmung der Betroffenen einzuschränken und so weitgehend wie möglich die Orientierung am Individuum (Personenorientierung) umzusetzen.

Kann Soziale Teilhabe im Freiheitsentzug gefördert werden? Damit verbindet sich unweigerlich die Frage, wie Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen nach § 1906 BGB aussehen können und wie diese im regionalen Verbund umgesetzt werden können.

Weitere Informationen zur Anmeldung sowie das detaillierte Programm zur Tagung finden Sie hier.

Einladung und Programm zur Onlinefachtagung “Digitalisierung und neue Perspektiven in der psychosozialen Arbeit” am 20. Mai 2022

Einladung und Programm zur Onlinefachtagung “Digitalisierung und neue Perspektiven in der psychosozialen Arbeit” am 20. Mai 2022

Der Einsatz digitaler und internetbasierter Technologien hat im Rahmen von gesellschaftlichen Digitalisierungsprozessen in der Beratung, in der psychosozialen Versorgung und in der Praxis der Klinischen Sozialarbeit an Bedeutung gewonnen.

Im Zuge der digitalen Transformation kam es in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu grundlegenden strukturellen Veränderungen der Lebenswelten und Kommunikationsformen. Die breite gesellschaftliche Verwendung der vielfältigen digitalen und internetbasierten Technologien sowie der neuen Medien geht mit einer höheren Flexibilisierung und Beschleunigung der sozialen und wirtschaftlichen Lebenswelt sowie des allgemeinen Kommunikations- und Informationsverhaltens einher. Eingebettet in diesen gesellschaftlichen strukturellen Wandel müssen sich auch soziale Organisationen sowie psychosoziale Unterstützungs- und Beratungsangebote mit den veränderten Lebenswelten ihrer Zielgruppen auseinandersetzen.

Neben den durch die digitale Transformation einhergehenden neuen Herausforderungen für die Methodik, Interventionen und organisatorischen Arbeitsweisen, verspricht der Einsatz von digitalen Technologien in der Beratungspraxis auch eine Vielfalt an neuen Möglichkeiten und Chancen im Rahmen der Niedrigschwelligkeit, Flexibilität und Anonymität.

Damit gehören digitale Kommunikations- und Unterstützungsangebote neben traditionellen persönlichen Konsultationen zu einem wichtigen Medium für Gesundheitsfragen. Auch die räumliche und zeitliche Flexibilisierung durch digitale Formen der Unterstützungs- und Kommunikationsangebote erleichtert den Zugang zu verschiedenen psychosozialen Angeboten für viele Menschen.

Anlässlich dieser Entwicklung veranstaltet das European Centre of Clinical Social Work e.V. in Kooperation mit dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Fachhochschule Wien, dem Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Schweizer Fachverband Soziale Arbeit im Gesundheitswesen und der Hochschule Neubrandenburg am 20. Mai 2022 die digitale Fachtagung „Digitalisierung und neue Perspektiven in der psychosozialen Arbeit“. Die Fachtagung findet zwischen 09:00 bis 16:00 Uhr statt.

Im Rahmen der Fachtagung sind digitale Vorträge und Posterpräsentationen mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung in der psychosozialen Arbeit“ geplant. Die Einladung mit dem vollständigen Programm kann hier heruntergeladen und eingesehen werden.

Eine detaillierte Übersicht des Programms mit den Abstracts zu den einzelnen Beiträgen finden Sie hier.

Die Fachtagung richtet sich insbesondere an Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Arbeitsfeldern der psychosozialen Praxis, aber auch explizit an  Studierende der (Klinischen) Sozialarbeit sowie an Wissenschaftler*innen und Forschende aus den Bereichen der Sozial- oder Gesundheitswissenschaften.

Die Anmeldung und Teilnahme sind kostenlos. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten bitten wir um Anmeldung und Auswahl des interessierenden Panels unter folgendem Link.

Weitere Informationen finden Sie auf www.eccsw.eu oder können Sie unter info@eccsw.eu erfragen.