Neue Ausgabe des Newsletters der Landesfachstelle: KipsFam

Was bewegt sich aktuell für Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien in Mecklenburg-Vorpommern? Die neue Ausgabe der BlickPost gibt Einblicke in die Arbeit der Landesfachstelle KipsFam und ihrer regionalen Partner*innen im ganzen Land.

Mit der aktuellen Oktober-Ausgabe macht die Landesfachstelle: KipsFam auf das neue Präventionsprogramm Löwenmut MV aufmerksam. Kinder stärken, Familien unterstützen und Hilfesysteme vernetzen – diesen Ansatz verfolgt das Präventionsprojekt Familie Löwenmut MV, das seit Juli in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt wird. Im Mittelpunkt steht die Förderung der Resilienz von Vorschulkindern, insbesondere auch aus psychisch und suchtbelasteten Familien. Dafür werden pädagogische Fachkräfte qualifiziert, um das Löwenmut-Programm in ihren Kitas umzusetzen. Ergänzend werden niedrigschwellige Angebote für Eltern entwickelt und die Zusammenarbeit zwischen Kitas, Jugendhilfe, Sozialpsychiatrie und weiteren regionalen Unterstützungsangeboten gestärkt. So sollen Kinder und ihre Familien frühzeitig und möglichst passgenau unterstützt werden.

Ergänzt wird der Newsletter durch Hinweise auf Fortbildungen und Veranstaltungen, aktuelle Studien und Fachbeiträge sowie Empfehlungen für Bücher und Materialien.

Die neue BlickPost können sie hier frei herunterladen und abonnieren.

Nächstes Treffen der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern am 17. November 2026

Bei der Entwicklung, Planung und Evaluation von psychiatrischen und psychosozialen Behandlungs- und Unterstützungsangeboten hat in den letzten Jahren die partizipative Einbeziehung von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch Selbsthilfeinitiativen und -bewegungen, durch zunehmende Forschungsaktivitäten sowie durch gesetzliche Reformprozesse wie die UN-Behindertenrechtskonvention und das Bundesteilhabegesetz an Bedeutung gewonnen.

Gerade durch das Bundesteilhabegesetz wurde die gesetzlich verpflichtende Grundlage für Leistungsträger und Leistungserbringer geschaffen, Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit anderen Behinderungen aktiv und auf gleicher Augenhöhe in die Planung, Durchführung und Evaluation von psychiatrischen und psychosozialen Unterstützungsangeboten einzubeziehen. Zudem ist die partizipative Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen eng mit den Konzepten von Empowerment und Recovery verbunden.

Um die aktive Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung sowie die Implementierung von Angeboten des Peer Supportes in Mecklenburg-Vorpommern zu fördern, entwickelten der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. und das Diakoniewerk Mecklenburg-Vorpommern e.V. die Initiative der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern, welche gemeinsam mit anderen interessierten Kooperationspartner*innen und Verbänden umgesetzt wird.

Am 17. November 2026 findet im Peter Weiß Haus, Doberaner Str. 21, 18057 Rostock das nächste Treffen der Landesarbeitsgruppe Partizipation statt. Die Teilnahme ist kostenlos und sowohl in digitaler Form als auch in Präsenzform möglich. Interessierte Personen, Mitarbeiter*innen aus der psychiatrischen Versorgung, Psychiatrieerfahrene und Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen sind eingeladen, sich am Austausch innerhalb der Landesarbeitsgruppe zu beteiligen.

Die Einladung mit der Tagesordnung und den Informationen für die Anmeldung finden Sie hier:

Weitere Informationen zur Initiative der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern können Sie hier einsehen.

Die Woche der Seelischen Gesundheit 2026 in Mecklenburg-Vorpommern: Alle Veranstaltungen in allen Regionen

Die diesjährige Aktionswoche „Seelische Gesundheit“ stehen unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt” und finden vom 10. bis 20. Oktober in ganz Deutschland statt.

Die Woche der Seelischen Gesundheit möchte auf die unterschiedlichen Strategien zur Bewältigung und auf das vielfältige psychosoziale Hilfsangebot in Deutschland aufmerksam machen sowie zum gemeinsamen Austausch und gegenseitiger Unterstützung aufrufen.

Jährlich finden über 800 Events regional vor Ort und online. Ob Vorträge, Workshops, Podcasts oder Kunstausstellungen – alle sind eingeladen, bei verschiedenen Veranstaltungsformaten und Aktionstagen die kleinen und großen Angebote der psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen in ihrer Umgebung kennenzulernen.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern finden in vielen Regionen zahlreiche kostenfreie Veranstaltungen statt. Einen Überblick zu allen Aktionswochen in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier:

Sozialpsychiatrische Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern – Perspektiven der Versorgungsforschung: Das Institut Sozialpsychiatrie M-V lädt zum 25 Jubiläum am 04. November 2026 in Schwerin ein

Sozialpsychiatrische Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern – Perspektiven der Versorgungsforschung: Das Institut Sozialpsychiatrie M-V lädt zum 25 Jubiläum am 04. November in Schwerin ein

Seit 25 Jahren verbindet das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. (ISP MV) Wissenschaft und sozialpsychiatrische Praxis. Dieses besondere Jubiläum möchten wir am 4. November 2026 in Schwerin gemeinsam feiern.

Unter dem Titel „Sozialpsychiatrische Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern – Perspektiven der Versorgungsforschung“ lädt das ISP MV zu einem Festakt und Fachforum ein. Im Mittelpunkt stehen der Blick auf 25 Jahre Institutsarbeit, aktuelle Herausforderungen der sozialpsychiatrischen Versorgung sowie die Frage, welche Perspektiven Wissenschaft und Praxis gemeinsam für die Zukunft entwickeln können. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Das Jubiläum markiert zugleich einen besonderen Übergang in der Geschichte des Instituts: Prof. Dr. Ingmar Steinhart, der die Arbeit des ISP MV als langjähriger wissenschaftlicher Direktor maßgeblich geprägt hat, wird im Rahmen der Veranstaltung verabschiedet. Sein langjähriges Engagement, seine wissenschaftliche Expertise sowie seine menschenrechtsorientierte und gemeindepsychiatrische Haltung haben wichtige Impulse für die Entwicklung der Sozialpsychiatrie in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus gesetzt.

Gleichzeitig heißen wir PD Dr. Sven Speerforck herzlich willkommen, der zum 1. April 2026 die Direktion des Instituts übernommen hat. Mit seinen Schwerpunkten in Sozialpsychiatrie, Versorgungsforschung und Entstigmatisierung wird er die weitere Entwicklung des ISP MV gemeinsam mit dem Vorstand gestalten.

Weitere Informationen zum Programm, zur Anmeldung und zur Veranstaltung finden Sie hier:

Jahresbericht 2025: Kontinuität, Weiterentwicklung und 30 Jahre Landesverband

Jahresbericht 2025: Kontinuität, Weiterentwicklung und 30 Jahre Landesverband

Der Jahresbericht 2025 des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. ist erschienen. Er gibt einen umfassenden Einblick in unsere fachlichen, sozialpolitischen und projektbezogenen Aktivitäten des vergangenen Jahres und zeigt zugleich, welche Themen die sozialpsychiatrische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern aktuell und zukünftig prägen.

Das Jahr 2025 stand für unseren Landesverband in besonderer Weise im Zeichen von Kontinuität und Weiterentwicklung. Neben der sozialpolitischen Interessenvertretung, der landesweiten Gremien- und Netzwerkarbeit sowie der Umsetzung verschiedener Modell- und Entwicklungsprojekte konnten bestehende Arbeitsschwerpunkte vertieft und neue fachliche Akzente gesetzt werden.

Ein besonderer Höhepunkt war das 30-jährige Bestehen des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.. Am 14. und 15. Mai 2025 blickten wir in Schwerin gemeinsam mit Mitgliedern, Kooperationspartnerinnen und langjährigen Wegbegleiterinnen auf drei Jahrzehnte sozialpsychiatrischer Verbandsarbeit zurück. Zugleich richtete die begleitende Fachtagung anlässlich von 50 Jahren Psychiatrie-Enquête den Blick auf zukünftige Anforderungen an eine gemeindenahe, personenzentrierte, partizipative und menschenrechtsorientierte psychiatrische und psychosoziale Versorgung.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung unserer Anti-Stigma-Arbeit. Gemeinsam mit Erfahrungsexpert*innen, Fachpersonen aus der psychosozialen Praxis und wissenschaftlicher Expertise wurden Qualitätsstandards für kontaktbasierte Anti-Stigma-Arbeit entwickelt. Gleichzeitig gewann die Verbindung von psychischer Gesundheit, Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlicher Teilhabe weiter an Bedeutung. Die bereits 2024 begonnene Positionierung wurde 2025 unter anderem durch eine Sensibilisierungskampagne und die Vorbereitung weiterer Handlungsstrategien fortgeführt.

Auch die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) und die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe beschäftigten den Landesverband und seine Mitgliedsorganisationen intensiv. Unterschiedliche regionale Umsetzungspraktiken, Fragen zum Gesamtplanverfahren, Schnittstellen zwischen Eingliederungshilfe und Pflege sowie die Sicherung verlässlicher und personenzentrierter Unterstützungsstrukturen bildeten wichtige Themen unserer fach- und sozialpolitischen Arbeit.

Daneben wurden zentrale Projekte weiterentwickelt: Mit ISA KipsFam entstanden neue landesweite und regionale Strukturen für die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zugunsten von Kindern aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien. Der Psychiatriewegweiser Mecklenburg-Vorpommern wurde unter Beteiligung von Betroffenen, Zu- und Angehörigen, Fachpraxis und Psychiatriekoordinator*innen nutzer*innenorientiert weiterentwickelt. Nach fünfeinhalb Jahren endete zudem das Projekt IPS-Coaching – Zurück ins Berufsleben (IPS-ZIB), das wichtige Erfahrungen und Netzwerke zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen aufgebaut hat.

Der Jahresbericht zeigt damit nicht nur, was uns 2025 beschäftigt und bewegt hat. Er macht auch deutlich, welche Aufgaben vor uns liegen: die weitere Stärkung von Prävention und Früherkennung, die kritische Begleitung der BTHG-Umsetzung, eine nachhaltige Finanzierung psychiatrischer und psychosozialer Unterstützungsangebote, die Weiterentwicklung der Anti-Stigma-Arbeit sowie eine stärkere Demokratie- und Wertearbeit. Dabei bleibt für uns entscheidend, die Perspektiven von Fachpraxis, Wissenschaft, Politik, Selbsthilfe, Erfahrungsexpert*innen sowie Zu- und Angehörigen zusammenzuführen.

Unser besonderer Dank gilt unseren Mitgliedsorganisationen, Kooperationspartner*innen und allen weiteren Wegbegleiter*innen, die unsere Arbeit im vergangenen Jahr unterstützt, fachlich bereichert und mitgestaltet haben. Viele der beschriebenen Aktivitäten, Projekte und Entwicklungen wären ohne den kontinuierlichen Austausch, die vertrauensvolle Zusammenarbeit und das gemeinsame Engagement für eine gute psychiatrische und psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern nicht möglich gewesen. Wir danken allen Beteiligten für ihre Zeit, ihre Expertise, ihre Ideen und ihre Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich im Jahresbericht 2025 ausführlicher über unsere Arbeit, Projekte, Veranstaltungen und fachpolitischen Aktivitäten zu informieren. Den kompletten Bericht finden Sie hier:

Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – neue Stellungnahme zur psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen

Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – neue Stellungnahme zur psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen

Anlässlich unserer Jahrestagung am 09. September 2026 in Züssow veröffentlicht der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. seine aktuelle Stellungnahme zur psychiatrischen und psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen.

Unter dem Titel „Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – Für eine verlässliche psychosoziale Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen“ greifen wir zentrale Herausforderungen für Mecklenburg-Vorpommern auf und formulieren fachpolitische Erwartungen an die zukünftige Gestaltung der Versorgung. Die Stellungnahme steht in engem Zusammenhang mit unserer Jahrestagung „Ländlicher Raum – psychische Gesundheit – Demokratie: Perspektiven für eine starke Gemeinschaft“ am 09. September 2026 in Züssow.

Mecklenburg-Vorpommern ist in besonderer Weise durch ländliche und strukturschwache Regionen geprägt. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben in ländlich geprägten Regionen. Lange Wege, eingeschränkte Mobilität, Fachkräftemangel und eine geringere Dichte spezialisierter Angebote können den Zugang zu psychiatrischer und psychosozialer Unterstützung erheblich erschweren.

Aus Sicht des Landesverbandes braucht es deshalb Versorgungsstrukturen, die die besonderen Bedingungen eines Flächenlandes konsequent berücksichtigen. Psychiatrische und psychosoziale Angebote sollten wohnortnah, sozialraumorientiert, vernetzt, flexibel und niedrigschwellig organisiert sein. Aufsuchende Hilfen und digitale Angebote können dabei wichtige Ergänzungen sein, insbesondere wenn große Entfernungen oder eingeschränkte Mobilität den Zugang zu bestehenden Angeboten erschweren. Digitale Unterstützung darf persönliche Beziehungen und unmittelbare Hilfe jedoch nicht ersetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der besseren regionalen Vernetzung. Psychiatrie, Psychotherapie, Eingliederungshilfe, Suchthilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie weitere Unterstützungsangebote müssen stärker zusammengedacht werden. Ziel sind verlässliche regionale Unterstützungsketten, in denen Zugänge, Übergänge und Zuständigkeiten verbindlich geklärt sind.

Gleichzeitig spielen soziale Netzwerke vor Ort eine wichtige Rolle. Familien, Nachbarschaften, Vereine, Selbsthilfe, Peer-Unterstützung und ehrenamtliches Engagement können Zugehörigkeit fördern, Isolation entgegenwirken und den Zugang zu professioneller Hilfe erleichtern. Sie können und dürfen professionelle psychiatrische, psychotherapeutische und psychosoziale Hilfen jedoch nicht ersetzen.

Mit unserer Stellungnahme möchten wir außerdem deutlich machen, dass psychische Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe und demokratischer Zusammenhalt eng miteinander verbunden sind. Eine erreichbare, verlässliche und beteiligungsorientierte psychosoziale Versorgung kann Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe stärken. Gute psychosoziale Versorgung ist damit auch eine wichtige soziale Infrastruktur für ein demokratisches Gemeinwesen.

Der Landesverband fordert deshalb unter anderem eine langfristige und verbindliche Gesamtstrategie für psychische Gesundheit und sozialpsychiatrische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern, regional angepasste Versorgungskonzepte, verlässlich finanzierte gemeindepsychiatrische und psychosoziale Angebote sowie eine stärkere Beteiligung von Menschen mit eigener Psychiatrie- und Krisenerfahrung, Angehörigen und Selbsthilfe.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier.

Weitere Informationen zu unserer Jahrestagung am 09. September 2026 in Züssow finden Sie hier.

21. Wochen der seelischen Gesundheit 2026 in Wismar und Nordwestmecklenburg

„Aufeinander zugehen“ – gemeinsam für psychische Gesundheit, Teilhabe und ein gutes Miteinander

Vom 30. September bis 15. Oktober 2026 finden in der Hansestadt Wismar und im Landkreis Nordwestmecklenburg die 21. Wochen der seelischen Gesundheit statt. Unter dem Motto „Aufeinander zugehen“ erwartet Interessierte ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm rund um psychische Gesundheit, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Aktionswochen möchten für psychische Gesundheit sensibilisieren, Wissen vermitteln, Vorurteile abbauen und Möglichkeiten der Unterstützung sichtbar machen. Im Mittelpunkt stehen 2026 insbesondere die Themen Angststörungen und Therapie der Sucht. Gleichzeitig greifen die Veranstaltungen zahlreiche weitere Aspekte psychischer Gesundheit und psychosozialer Unterstützung auf.

Das Programm zeigt dabei, wie vielfältig die Zugänge zum Thema sein können. Neben Fachveranstaltungen und Workshops finden unter anderem Filmvorführungen, Gesprächsrunden, Tage der offenen Tür, kreative Angebote, ein inklusives Bowlingturnier, ein Gerontopsychiatrisches Symposium sowie das Mindflow Festival für Jugendliche statt. Alle Veranstaltungen im Rahmen der Wochen der seelischen Gesundheit sind kostenfrei.

Das vollständige Programm finden Sie unter anderem hier:

Landtagswahl 2026: Parteien beantworten Wahlprüfsteine des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V e.V.

Landtagswahl 2026: Parteien beantworten Wahlprüfsteine des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V e.V.

Anlässlich der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 hat der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. im April seine Wahlprüfsteine veröffentlicht. Nun liegen die Antworten der Parteien vor. Wir haben sie in einer gemeinsamen Veröffentlichung zusammengestellt und stellen diese ab sofort allen Interessierten zur Verfügung.

Psychische Gesundheit und sozialpsychiatrische Versorgung in den politischen Fokus rücken

Mit unseren Wahlprüfsteinen möchten wir auf die aktuelle Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam machen und ihre Belange stärker in den sozial- und gesundheitspolitischen Diskurs im Vorfeld der Landtagswahl einbringen.

Dafür haben wir Themen aufgegriffen, die für die Weiterentwicklung der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem die Förderung psychischer Gesundheit und Prävention, die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, der Abbau von Stigmatisierung, die Stärkung gemeindepsychiatrischer Versorgungsstrukturen sowie die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Unsere Fragen richten den Blick dabei nicht nur auf grundsätzliche politische Positionen, sondern insbesondere auf konkrete Vorhaben für die kommende Legislaturperiode.

Vier Parteien haben auf unsere Fragen geantwortet

Antworten auf unsere Wahlprüfsteine haben wir von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP und SPD erhalten.

Die Rückmeldungen zeigen, welchen Stellenwert die Parteien den verschiedenen sozialpsychiatrischen Themen beimessen und welche Maßnahmen und politischen Initiativen sie für die kommenden Jahre vorsehen. Gleichzeitig werden Unterschiede in den Positionen, Schwerpunktsetzungen und vorgeschlagenen Lösungswegen sichtbar.

Mit der Veröffentlichung möchten wir Fachkräften, Menschen mit eigener Psychiatrieerfahrung und ihren Angehörigen, unseren Mitgliedsorganisationen, Netzwerkpartner*innen sowie allen weiteren Interessierten die Möglichkeit geben, die Aussagen der Parteien nachzulesen und miteinander zu vergleichen.

Antworten nachlesen und selbst ein Bild machen

Als sozialpsychiatrischer Fachverband verstehen wir die Wahlprüfsteine als Beitrag zu einer fachlich fundierten Auseinandersetzung über die zukünftige Sozial- und Gesundheitspolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Entscheidend wird auch nach der Landtagswahl sein, welchen Stellenwert die Belange von Menschen mit psychischen Erkrankungen im politischen Handeln einnehmen und wie angekündigte Vorhaben konkret umgesetzt werden.

Die Antworten der Parteien finden Sie hier:

Videovorlesungsreihe Anthropologische Psychiatrie “Grenzerfahrungen junger Menschen mit gesellschaftlicher Dimension (Teil 2)“

Videovorlesungsreihe Anthropologische Psychiatrie “ Grenzerfahrungen junger Menschen mit gesellschaftlicher Dimension: Wer bin ich? Und wenn ja wie?“ (Teil 2)

An der Universitätsmedizin Hamburg-Eppendorf veranstaltet Thomas Bock jährlich eine Vorlesungsreihe zur Anthropologischen Psychiatrie mit verschiedenen Schwerpunkten. Ziel der Vorlesungsreihe ist, ein menschliches Bild von psychischen Erkrankungen zu vermitteln, sie nicht auf die Abweichung von Normen oder die Folge entgleister Transmitter zu reduzieren. Anlässlich der COVID-19-Pandemie findet seit 2020 die Vorlesungsreihe in digitaler Form statt. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Universität Hamburg mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Irre menschlich Hamburg e.V. und psychenet. Dabei engagieren sich zahlreiche Expert*innen und Psychiatrieerfahrene sowie Angehörige.

Auch im Sommersemester 2026 geht Thomas Bock mit Zu- und Angehörigen, Psychiatrie-Erfahrenen und Praktiker*innen in den Austausch, um über die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen zu sprechen. Nach dem im ersten Teil “Wer bin ich? Ringen um geeignete Hilfen für junge Menschen” aktuelle Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Belastungen und Erkrankungen sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie besprochen wurden, geht es im Sommersemester 2026 um neue Themen wie Essstörungen, Geschlechtsidentität und Trauer. 

Trauer: Wer bin ich – nach schweren Verlusten?

Verluste gehören zum Leben. Sie völlig vermeiden zu wollen, würde das Leben extrem einengen. Doch die Art, wie wir damit umgehen, kann sehr verschieden sein. Das gilt auch und besonders für junge Menschen. Wie und wo finden wir Trost? Wie können wir auch schwere Verluste verkraften oder sogar daran wachsen? Wieviel Trauer tut gut? Wie finden wir Resonanz, und wie ist Einsamkeit zu vermeiden? Wie lange ist es ein Schutz, wenn unsere Seele auf Durchzug stellt? Ab wann sprechen wir von Depression? Was läuft schief, wenn wir zu schnell diagnostizieren? Welche (Un)Kultur prägt die rasanten Veränderungen im ICD bzgl. der Krankheitswertigkeit von Trauer. Aber wo sind auch positive gesellschaftliche Veränderungen spürbar? Peggy Steinhauser, Diplom-Theologin und Trauerbegleiterin, berichtet von ihren beruflichen Erfahrungen mit Verschiedenheit, Kuno Köllmann, Irre menschlich Hamburg e.V., von seinen sehr vielfältigen und letztlich ermutigenden persönlichen Erlebnissen. Das Gespräch kann helfen, die Verschiedenheit beim Umgang mit Verlusten zu verstehen und zu akzeptieren – familiär und therapeutisch.

Mit Prof. Dr. Thomas Bock, Peggy Steinhauser und Dr. Kuno Köllmann

Ess-Störung: Wer bin ich – in meinem Körper mit und ohne Gewicht?

Die Mehrzahl der Bewohner:innen von Industrieländern ist übergewichtig – oft eine Folge u.a. von zu viel Konsum und zu wenig Bewegung. Manche leben radikal in die andere Richtung – im Sinne von Askese und Verzicht, vielleicht auch beeinflusst von fragwürdigen Körperbildern und Werbestrategien. Ab wann sprechen wir von Störung? Ab wann wird die Kontrolle von Nahrung zur Gefahr, vielleicht sogar lebensgefährlich? Und welche Funktion hat das ständige Kreisen um dieses Thema? Und da es immer auch um Identität geht: Wer bin ich – mit und ohne Ess-Störung? Gegen wen richtet sich der „Hungerstreik“? Oder das Gegenteil? Ab wann erfordert die Eigendynamik in beide Richtungen Hilfe? Wo ist diese eher ambulant oder stationär? Was wird zum Wendepunkt? Wer entscheidet was? Welche Rolle spielen Angehörige? Wie gehen wir mit Ohnmacht um? Gibt es auch evolutionäre Aspekte, so etwas wie eine Geschichte des Hungerns? Kennen Sie die historische Bedeutung der „heiligen Anorexie“? Bezogen auf heute: Welche gesellschaftlichen Aspekte sind zu beachten – z.B. der enorme Leistungsdruck, die angstvolle Kehrseite angeblich unendlicher Möglichkeiten usw.

Mit Prof. Dr. Thomas Bock, Dipl.-psych. Susanne Kaut-Reylaender, Sabrina Scharf und Mareen Grether

(Trans)Identität: Wer bin ich – in der Liebe und nach meinem Geschlecht?

Es geht um die Vielfalt und die Freiheit des Liebens: Wen liebe ich? Und als wer tue ich das? Sind wir da frei? Sich selbst liebend anzunehmen ist eine Herausforderung. Auch das eigene Geschlecht zu anziehend zu finden, erscheint in der Pubertät naheliegend. Wenn das geleugnet oder verboten wird, kann Homophobie die Folge sein. – Wir waren immer schon vielfältiger als die „binäre“ Einteilung in Mann und Frau glauben macht. Wenn das akzeptiert wird, kann das heilsam sein, vielleicht sogar den Wunsch entschärfen, anders sein zu wollen. – Liebe ist mehr als Sex. Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität sind unabhängig. – Geschlechtsrollen spielerisch auszutesten, ist für viele eine selbstverständliche Möglichkeit; sich komplett im falschen Film zu fühlen, ist quälend. Niemand sollte damit allein bleiben, Begleitung behutsam und sorgfältig sein. Psychotherapie kann hilfreich sein, aber nicht, wenn sie (wie früher) vorrangig der Normierung dient. Lieselotte Mahler, Chefärztin aus Berlin reflektierte die aktuelle Fachdiskussion in Fachverbänden und Leitlinien. Cornelia Kost kennt beide Seiten und vermittelte v.a. den gesellschaftlichen Diskurs. Michaela Mosteller betreut die SHG Switch und berichtete von dem eigenen Prozess, den sie nicht als „Umwandlung“, sondern als Anpassung empfand. Für die Enkelin ist sie nun „Frau Opa“.

Mit Prof. Dr. Thomas Bock, Dr. Lieselotte Mahler, Cornelia Kost und Michaela Mosteller

Doppelerfahrung: Wer bin ich – als Therapeut*in mit Psychiatrie-Erfahrung

Als Psychotherapeut*in lerne ich Abstinenz, soll möglichst wenig von mir preisgeben. Genesungs-Begleiter:innen vermitteln Hoffnung und Selbstwirksamkeit, weil ihre Krisenerfahrung transparent ist. Gibt es neben gesunder Distanz auch „gesunde Nähe“? Niemand will eine Konkurrenz der Not oder einen Wettbewerb um den letzten Platz. Aber könnte mehr Krisenfreundlichkeit nicht auch Stress reduzieren – für alle Beteiligten? Könnten wir so indirekt der immer schnelleren Pathologisierung menschlichen Leidens entgegenwirken?


Mit Prof. Dr. Thomas Bock, Dr. Astrid Freisen, Prof. Dr. Sebastian von Peter und Gwen Schulz

Jetzt als Modellstandort bewerben: Familie Löwenmut MV stärkt Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien

Kinder aus psychisch oder suchtbelasteten Familien benötigen frühzeitige, verlässliche und niedrigschwellige Unterstützung, um ihre Entwicklungschancen und ihre psychische Gesundheit nachhaltig zu stärken. Mit dem landesweiten Modellprojekt „Familie Löwenmut MV – Resilienzförderung und soziale Teilhabe von Kindern aus psychisch und suchtbelasteten Familien“ werden in Mecklenburg-Vorpommern tragfähige Unterstützungsstrukturen geschaffen, die Kitas, Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Sozialpsychiatrie eng miteinander vernetzen.

Das Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) sowie das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert und baut auf dem wissenschaftlich evaluierten Präventionsprogramm Familie Löwenmut auf. Im Mittelpunkt steht ein zehnwöchiges Resilienzprogramm für Vorschulkinder, das im Kita-Alltag durch qualifizierte pädagogische Fachkräfte umgesetzt wird. Dabei werden alle Kinder einer Vorschulgruppe einbezogen – ohne Stigmatisierung einzelner Familien. Ergänzt wird das Konzept durch Elternarbeit sowie die enge Zusammenarbeit mit regionalen Unterstützungsnetzwerken.

Sieben Modellstandorte gesucht

Für die Umsetzung des Projekts werden sieben regionale Modellstandorte in Mecklenburg-Vorpommern gesucht. Bewerben können sich regionale Partnerschaften oder einzelne Einrichtungen, die das Programm gemeinsam mit mindestens einer Kindertagesstätte in ihrem Sozialraum umsetzen möchten.

Die ausgewählten Standorte profitieren von:

  • einer kostenfreien Qualifizierung im Löwenmut-Konzept,
  • kontinuierlicher fachlicher und organisatorischer Begleitung,
  • praxisnahen Materialien für den Kita-Alltag und die Elternarbeit,
  • Unterstützung beim Aufbau und der Weiterentwicklung regionaler Netzwerke sowie
  • einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit den anderen Modellstandorten.

Interessenbekundung bis zum 07. September 2026

Interessierte Einrichtungen und regionale Netzwerke können ihre formlose Interessenbekundung bis zum 07.09.2026 an die regionale Projektkoordinatorin Julia Schreiter senden:

E-Mail: julia.schreiter@sozialpsychiatrie-mv.de

Die Interessenbekundung sollte eine kurze Vorstellung der Einrichtung bzw. der regionalen Partnerschaft sowie Angaben enthalten:

  • warum Sie am Modellprojekt teilnehmen möchten,
  • welche Kita bzw. Kitas beteiligt werden sollen oder bereits als Kooperationspartner zur Verfügung stehen,
  • welche regionalen Netzwerkpartner das Vorhaben unterstützen oder künftig eingebunden werden können.

Im Anschluss finden zwischen September und Mitte Oktober 2026 digitale Kennenlerngespräche statt. Die Auswahl der Modellstandorte erfolgt bis zum 15. Oktober 2026, die Auftaktqualifizierung ist für Anfang Dezember 2026 geplant. Die Umsetzung in den beteiligten Kitas beginnt ab Februar 2027.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier auf der Projektseite oder hier im Flyer.