Videovorlesungsreihe Anthropologische Psychiatrie “Wer bin ich? Ringen um geeignete Hilfen für junge Menschen”

An der Universitätsmedizin Hamburg-Eppendorf veranstaltet Thomas Bock jährlich eine Vorlesungsreihe zur Anthropologischen Psychiatrie mit verschiedenen Schwerpunkten. Ziel der Vorlesungsreihe ist, ein menschliches Bild von psychischen Erkrankungen zu vermitteln, sie nicht auf die Abweichung von Normen oder die Folge entgleister Transmitter zu reduzieren. Anlässlich der COVID-19-Pandemie findet seit 2020 die Vorlesungsreihe in digitaler Form statt. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Universität Hamburg mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Irre menschlich Hamburg e.V. und psychenet. Dabei engagieren sich zahlreiche Expert*innen und Psychiatrieerfahrene sowie Angehörige.

Unter dem Motto „Wer bin ich? Ringen um geeignete Hilfen für junge Menschen” geht Thomas Bock im Wintersemester 2025/ 2026 mit Angehörigen, Psychiatrie-Erfahrenen und Praktiker*innen in den Austausch, um über die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen zu sprechen. Immer mehr jüngere Menschen werden obdachlos, brechen die Schule ab, geraten in Abhängigkeit. Prekäre Bedingungen begrenzen Lebenschancen. Versäumnisse in Kultur und Politik haben nachhaltige Auswirkungen – auch für das Hilfesystem. Was hilft präventiv, was nachhaltig? Kinder- und Jugendpsychiatrie will offen sein für Entwicklung und Trialog, vorsichtig in der Diagnostik und nachhaltig in der Begleitung. Kann sie das halten?

Wer bin ich – ohne Dach überm Kopf? Straßenkinder in Hamburg: Housing First!

Wie kann es sein, dass immer mehr junge Menschen obdachlos werden? Mindestens 150 in Hamburg unter 14, weit mehr ältere Jugendliche! Wie erleben sie diese Situation? Was suchen und brauchen sie? Welche Antworten hat das Hilfesystem? Wer trägt Verantwortung in der Politik? Lärry Beckmann schildert ihre eigenen Erfahrungen als 15-Jährige auf Hamburgs Straßen, wirbt für ein Angebot (z.B. „Momo“), in dem die Betroffenen eine entscheidende Beteiligung und Mitsprache haben. Ronald Prieß, als „Botschafter der Straßenkinder“, und Malte Block, Bereichsleiter eines großen Trägers, belegen mit ihr zusammen die Notwendigkeit und die Chancen eines individuellen, niedrigschwelligen, umfassenden, aber flexiblen Hilfeangebots, dessen Basis ein Wohnungspool ist (Housing First): Vertrauensvorschuss statt Wegsperren. Haltende Beziehung statt Erziehung, Halt statt Ausschluß, Sichern des Grundrechts Wohnen, das auch nach Auslaufen der Hilfen bestehen bleibt. Immer wieder wird auf positive Erfahrungen bestehender Modelle im Ruhrgebiet verwiesen. Folgt Hamburg?

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Lärry Beckmann (Erfahrung mit früher Obdachlosigkeit), Ronald Prieß (Botschafter der Straßenkinder in Hamburg, AK Kinder, Jugend und Bildung der Patriotischen Gesellschaft von 1765 e.V.) und Malte Block (Housing First).

Wer bin ich – ohne Heimat? Die Erfolgsgeschichte eines jungen Menschen, der alleine aus Afghanistan floh

Geflüchtete stoßen auf zunehmende Vorbehalte. Gesellschaftliche Fehlentwicklungen werden denen zugeschrieben, die aus noch katastrophaleren Verhältnissen fliehen. Was bedeutet es für Junge Menschen, die Heimat aufzugeben und zu fliehen? Was hilft ihnen anzukommen? Was können wir aus Erfolgsgeschichten lernen – über Solidarität, ehrenamtliches Engagement, die Kraft von Normalität und bürokratische Hürden? Was ist Aufgabe des Hilfesystems, was die der Politik?

Ali Sarwary ist mit 15 Jahren alleine aus Afghanistan geflüchtet und auf dem Landweg nach Deutschland gekommen. Er berichtet von vielen Entbehrungen und Konflikten, aber vor allem auch von dem, was gut tat. Ulrike Meyer Timpe hat ihn von Anfang an ehrenamtlich begleitet, sich über Bürokratie geärgert, aber auch Empfangskultur erlebt. Beide erzählen eine Erfolgsgeschichte, die alle politischen Vorbehalte widerlegt. Thomas Bock versucht, auch die professionelle Perspektive der erkrankten Kolleginnen im Blick zu behalten (s. folgende Links).

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Ulrike Meyer Timpe (engagierte Bürgerin) und Ali Sarwary (als 15-Jähriger geflüchtet).

Wer bin ich – ohne Sprache? – Grenzerfahrungen zwischen Schule, Psychiatrie und Jugendhilfe

Wie behalten Junge Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung Ihre Sprachhoheit? Wie finden die beteiligten Institutionen, Schule, Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Familie eine gemeinsame Sprache, um Krisen vor Ort aufzufangen, eine Hospitalisierung wenn möglich zu vermeiden und in jedem Fall den Rückweg ins Leben gut zu begleiten. Imke Neemann, Co-Chefärztin KJP Wilhelmstift, und Markus Schneider, ltd. Psychotherapeut dort, informieren über Erfolge und Perspektiven des „3 für 1 Projekts“, dessen Verstetigung jetzt politisch ansteht. Simon Schultheis war Nutzer und ist jetzt Comoderator des Gruppenangebots „Zu-sich-stehen“, das aus dem Kontext des Trialogs stammt: Mit wem und mit welchen Worten will ich über meine besonderen Erfahrungen sprechen, mit wem und wie nicht? Frau Stephanie Jürgensen ist Leiterin des Zentrums, das mit Bildungsangeboten einspringt, wenn die Rückkehr in die Regelschule noch nicht gelingt. Die Regionalen Beratungs- und Bildungszentren (ReBBZ) unterstützen beide Projekte. Der Dialog thematisiert auch den Stellenwert der äußeren Bedrohung und der Angst um die Welt für die psychische Belastung junger Menschen. Außerdem die subjektive Wirkung von Diagnosen und die Frage ob wir sie inzwischen zu schnell benutzen.

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Imke Neemann (Chefärztin KJPP Wilhelmstift, 3 für 1 Projekt), Markus Schneider (Leitender Psychotherapeut KJPP Wilhelmstift), Stephanie Jürgensen (Gesamtleitung des Bildungs- und Beratungszentrums Pädagogik bei Krankheit / Autismus) und Simon Schultheiss (Irre menschlich Hamburg e.V.).

Wer bin ich – ohne Diagnose? Forderungen der Schülerkammern zur Prävention an Schulen

Immer mehr junge Menschen verstehen sich als psychisch krank. Ist das ein Fortschritt, weil die Schwelle sinkt, sich Hilfe zu holen? Oder laufen wir Gefahr, Lebenskrisen zu pathologisieren. Inzwischen gibt es bereit einzelne Oberstufen-Klassen, in denen man sich rechtfertigen muss, keine Diagnose bzw. keine/n Psychotherapeuten/in zu haben. Frau Prof. Hohmann, Chefin der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKE warnt vor einer Politik, die die Belange junger Menschen hintanstellt und deren Sorgen an die Psychiatrie delegiert. Die psychische Belastung von Schüler:innen hat zugenommen, wie Schulbarometer und COPSY Studie belegen. Die Schule trägt selbst dazu bei und hilft wenig, sich zu schützen, beklagen Lea Höckel und Manuel Petersen von der Schülerkammer Hamburg. Auf der Bundesschülerkonferenz starteten alle Schülerkammern die Kampagne „Uns geht es gut?“ Zu den zehn Hauptforderungen gehören mehr Vermittlung von Gesundheits- und Medienkompetenz, mehr Ruhepausen und Rückzugsräume sowie mehr Schul-Psycholog:innen und -Sozialarbeiter:innen. Prävention mag Geld kosten, aber sie ist eine Investition in die Zukunft – so der gemeinsame Konsens.

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Prof. Dr. Sarah Hohmann, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie im UKE Hamburg, Lea Höckel und Manuel Petersen (beide Vorstandsmitglieder der Schüler:innenkammer Hamburg).

Trialogischer Rückblick – Was hilft präventiv, was nachhaltig?

Wer nimmt wahr? Wer schaut weg? Wer trägt Verantwortung? Spielen Politik und Psychiatrie Schwarzer Peter? Oder Mikado? Ist Kinder- und Jugendpsychiatrie immer auch Sozialpsychiatrie?

Trialogische Reflexion mit Gwen Schulz, Dr. Sabine Schütze und Marion Ryan.

„Himmel, der nirgendwo endet“ – Zu Marlen Haushofers Kindheitsroman

Bekannt und berühmt wurde Marlen Haushofer (1920 – 1970) mit ihrem Roman „Die Wand“ (auch durch die spätere Verfilmung mit Martina Gedeck): Eine Frau, abgeschottet in den Bergen hinter einer gläsernen Wand, nur mit ein paar Tieren lebend, kämpft ums Überleben. Dieser Roman hat viele Menschen verstört und berührt. Ebenso berührend ist ihr nach der „Wand“ erschienener Roman „Himmel, der nirgendwo endet“. (1966). Sie erzählt darin vom Heranwachsen eines Mädchens namens Meta, von ihrer magischen kindlichen Weltsicht und ihren Sorgen und Nöten in der Pubertät. Im Abschluss der Vorlesungsreihe über Identität von Kindern und Jugendlichen stellen wir diesen (teils autobiographischen) Roman vor und berichten aus dem stillen Leben der Autorin Marlen Haushofer. Eine Lesung von Dr. Torsten Flögel und Verena Kammerer, Berlin, mit Ausschnitten aus Werken Marlen Haushofers, erschienen beim Ullstein Buchverlag, Berlin

Aus der Reihe „SEELENLESE:N im Grenzbereich von Psychiatrie und Literatur“

Kostenlose Online-Fachtagung: Einsamkeit im Fokus – Einsamkeitsphänomene in der Sozialen Arbeit erkennen und ihnen professionell begegnen am 12. Mai 2026

Weltweit klagen 20 Prozent aller Menschen über schwer auszuhaltende Erfahrungen von Einsamkeit. Darunter verstehen wir einen subjektiv wahrgenommenen Mangel an quantitativen und / oder qualitativen Aspekten eigener sozialer Beziehungen. Einsamkeit wirkt sich negative auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus. Vor allem im Kontext der andauernden Unsicherheit durch gesellschaftliche Krisen und der damit einhergehenden Auflösung sozialer und politischer Strukturen hat Einsamkeit zahlreiche Facetten angenommen, die über die Lebensspanne hinausgehen. Mittlerweile sind zahlreiche Einsamkeitsphänomene bekannt, beispielsweise bei Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, bei Menschen mit depressiven Erkrankungen, bei gesellschaftlichen Minderheiten im Zuge der zunehmenden Stigmatisierung und Ausgrenzung oder im Alter. Trotz zahlreicher Erkenntnisse über ihre Folgen wird die Bedeutung von Einsamkeit für ein gesundes Leben in der Bevölkerung immer noch relativiert.

Daher lädt das European Centre for Clinical Social Work e.V. (ECCSW) am 12. Mai 2026 unter dem Motto „Einsamkeit im Fokus – Einsamkeitsphänomene in der Sozialen Arbeit erkennen und ihnen professionell begegnen“ zu einer kostenfreien Onlinefachtagung ein. Dabei sollen die gesundheitlichen Auswirkungen von Einsamkeit in der Bevölkerung und bei verschiedenen Zielgruppen der Sozialen Arbeit im Fokus stehen. Gleichzeitig werden Strategien und Interventionsformen aufgezeigt, um Einsamkeitsphänomene rechtzeitig zu erkennen und ihnen professionell zu begegnen. Die Fachtagung findet in Kooperation mit der Hochschule Campus Wien, dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit, der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit in der Suchthilfe e.V., der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V., dem Schweizerischen Fachverband für gesundheitsbezogene Soziale Arbeit und der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit e.V. statt.

Alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

Aktionstag „Herzwald“ am 20. März 2026 im Forstamt Poggendorf (Landkreis Vorpommern-Rügen)

Gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartner*innen wie der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, der Waldstiftung MV, dem SDW Landesverband M-V und Katapult MV lädt der Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V. unter dem Titel „Herzwald“ wieder zu einem inklusiven Aktionstag ein. Am Freitag, den 20. März 2026, möchten wir im Forstamt Poggendorf (Landkreis Vorpommern-Rügen) gemeinsam pflanzen, ins Gespräch kommen und ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt, Vielfalt und Miteinander setzen.

Alle wichtigen Informationen zum Ablauf, Programm und zu den Mitwirkungsmöglichkeiten findet ihr hier im Flyer:  

Wir freuen uns sehr, wenn ihr die Einladung weitergebt, eure Netzwerke aktiviert und selbst Teil dieses besonderen Aktionstags werdet.

Anmeldung und Rückfragen bitte direkt an: antje.werner@sozialpsychiatrie-mv.de

Lasst uns gemeinsam im Wald zusammenkommen – für Verbindung, Zuversicht und ein starkes Miteinander in Mecklenburg-Vorpommern.

Herzliche Grüße
Euer Organisationsteam
HERZWALD Aktionstag 2026
Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Neue Ausgabe des Newsletters der Landesfachstelle: KipsFam

Hinter dem Team der Landesfachstelle: Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien (KipsFam) liegt ein Jahr voller spannender Eindrücke, inspirierender Gespräche, eindrucksvoller Termine und bewegender Momente. Mit 2025 endet auch der erste Förderzeitraum der Landesfachstelle KipsFam. In der aktuellen Ausgabe des ihres Newsletters Blickpost blicken die Mitarbeiter*innen der Landesfachstelle: KipsFam zurück auf die drei erfolgreichen Jahre, in denen die Landesfachstelle Kindern aus psychisch und suchtbelasteten Familien in Mecklenburg-Vorpommern eine Stimme geben konnte und zahlreiche Angebote begleitet und vernetzt hat. Im nächsten Jahr startet die Landesfachstelle: KipsFam kraftvoll in eine neue Förderperiode. Dabei fokussieren die Mitarbeiter*innen sich noch stärker auf zielgruppenspezifische Angebote und weitere Wege der Unterstützung wie Selbsthilfe und Patenschaften. Das große Ziel der Landesfachstelle ist es, die Stigmatisierung von Eltern mit einer psychischen Erkrankung und von Kindern aus Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil mit einem klaren Konzept und kreativen Maßnahmen weiter abzubauen. 

Die neue BlickPost können sie hier frei herunterladen und abonnieren.

Rückblick Netzwerktagung “Forensische Psychiatrie MV: Brücken bauen, Barrieren abbauen” am 20. November in Stralsund

Die psychiatrische Behandlung und psychosoziale Nachsorge von straffällig gewordenen Menschen mit psychischen Erkrankungen gehören in Mecklenburg-Vorpommern zu einem wichtigen Bereich der psychiatrischen Versorgung. Aufgrund der besonderen Unterstützungs- und Behandlungsbedarfe von forensischen Patient*innen, ist es für die Mitarbeitenden aus den forensischen Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern nicht immer leicht, geeignete psychosoziale Nachsorgeangebote zu finden.

Marcus Keidel (Fachbereich Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, Helios Hanseklinikum Stralsund, Sprecher der Landesarbeitsgruppe forensische Psychiatrie MV)

Darüber hinaus bestehen vielerorts gegenüber forensischen Patient*innen — trotzt der guten Behandlungsbedingungen in den forensischen Kliniken und mittlerweile wissenschaftlich gut belegten positiven Rückfallprognosen — immer noch Bedenken und Unsicherheiten, wodurch die Vermittlung in außerklinische Nachsorgeangebote zusätzlich erschwert wird.

Aus diesem Grund veranstaltet das Netzwerk Forensik Mecklenburg-Vorpommern heute in der Klinikumskirche Stralsund eine Netzwerktagung zur forensischen Psychiatrie. Die Veranstaltung richtet sich an allen sozialpsychiatrischen Akteur*innen aus Mecklenburg-Vorpommern, die bereits in der forensischen Nachsorge aktiv oder auch noch nicht aktiv sind. Neben Impulsvorträgen zur forensischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern, zu therapeutischen evidenzbasierten Behandlungsformen in der forensischen Psychiatrie und der Gestaltung der Nachsorge von forensischen Patient*innen stand die Vernetzung im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Wir bedanken uns bei allen Referent*innen und den Teilnehmer*innen für die gelungene Veranstaltung. Die Präsentationen können hier eingesehen werden.

Unser Jahr 2024 im Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Seit 1995 engagiert sich der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. für die besonderen Belange von Menschen mit psychischen Erkrankungen und an der Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen und Kooperationspartnern konnte der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. im Jahr 2024 zahlreiche Initiativen, Gremien- und Netzwerkaktivitäten, Modellprojekte, Qualifizierungsmaßnahmen und andere Aktivitäten umsetzen.

Ohne die Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern, Projektpartner*innen, dem Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. und vielen anderen Institutionen, Akteur*innen sowie unseren Fördermittelgebern, dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport, wäre dies kaum möglich gewesen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen für die gute Zusammenarbeit und Ihr Engagement im Jahr 2024 bedanken.

Alle näheren Informationen zum Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., zu den Mitgliedern und Aktivitäten, Initiativen, Veröffentlichungen sowie zu den Projekten im Jahr 2024 können in unserem aktuellen Jahresbericht nachgelesen werden:

Call for Papers und Save The Date kostenfreie Online-Fachtagung „Einsamkeit im Fokus – Einsamkeitsphänomene in der Sozialen Arbeit erkennen und ihnen professionell begegnen“ am 12. Mai 2026

Weltweit klagen 20 Prozent aller Menschen über schwer auszuhaltende Erfahrungen von Einsamkeit. Darunter verstehen wir einen subjektiv wahrgenommenen Mangel an quantitativen und / oder qualitativen Aspekten eigener sozialer Beziehungen. Einsamkeit wirkt sich negative auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus. Vor allem im Kontext der andauernden Unsicherheit durch gesellschaftliche Krisen und der damit einhergehenden Auflösung sozialer und politischer Strukturen hat Einsamkeit zahlreiche Facetten angenommen, die über die Lebensspanne hinausgehen. Mittlerweile sind zahlreiche Einsamkeitsphänomene bekannt, beispielsweise bei Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, bei Menschen mit depressiven Erkrankungen, bei gesellschaftlichen Minderheiten im Zuge der zunehmenden Stigmatisierung und Ausgrenzung oder im Alter. Trotz zahlreicher Erkenntnisse über ihre Folgen wird die Bedeutung von Einsamkeit für ein gesundes Leben in der Bevölkerung immer noch relativiert.

Daher lädt das European Centre for Clinical Social Work e.V. (ECCSW) am 12. Mai 2026 unter dem Motto „Einsamkeit im Fokus – Einsamkeitsphänomene in der Sozialen Arbeit erkennen und ihnen professionell begegnen“ zu einer kostenfreien Onlinefachtagung ein. Dabei sollen die gesundheitlichen Auswirkungen von Einsamkeit in der Bevölkerung und bei verschiedenen Zielgruppen der Sozialen Arbeit im Fokus stehen. Gleichzeitig werden Strategien und Interventionsformen aufgezeigt, um Einsamkeitsphänomene rechtzeitig zu erkennen und ihnen professionell zu begegnen. Die Fachtagung findet in Kooperation mit der Hochschule Campus Wien, dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit, der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit in der Suchthilfe e.V., der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V., dem Schweizer Fachverband für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen und der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit e.V. statt.

Zu dem Thema wird es Keynotes und Vortragspanels geben. Die Fachtagung richtet sich an Mitarbeitende aus verschiedenen psychosozialen Arbeitsfeldern, an Studierende der (Klinischen) Sozialarbeit sowie an Wissenschaftler:innen aus den Bereichen der Sozial- und Gesundheitswissenschaften.

Anmeldung und Einreichung von wissenschaftlichen Fachbeiträgen, kurzen Impulsvorträgen und Vorstellung von Abschlussarbeiten

Zur Fachtagung können Vorträge mit dem Schwerpunkt „Projekte, Initiativen und Strategien gegen Einsamkeit in der psychosozialen Versorgung” eingereicht werden. Es sind auch Vorträge möglich zu neuen Forschungsprojekten, Erkenntnissen aus aktuellen Studien, Methoden oder   in der Klinischen Sozialarbeit und psychosozialen Versorgung. Ein Vortrag sollte höchstens 20 Minuten umfassen. Nachwuchswissenschaftler:innen können in Impulsvorträgen (ca. 10 Minuten) Abschlussarbeiten oder Dissertationsvorhaben vorstellen. Abstracts können bis zum 15. Januar 2026 hier über ein Online-Formular eingereicht werden.

Weitere Informationen finden Sie hier im Flyer:

Netzwerktagung Forensische Psychiatrie MV: Brücken bauen, Barrieren abbauen am 20. November 2025 in Stralsund

Die psychiatrische Behandlung und psychosoziale Nachsorge von straffällig gewordenen Menschen mit psychischen Erkrankungen gehören in Mecklenburg-Vorpommern zu einem wichtigen Bereich der psychiatrischen Versorgung. Aufgrund der besonderen Unterstützungs- und Behandlungsbedarfe von forensischen Patient*innen, ist es für die Mitarbeitenden aus den forensischen Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern nicht immer leicht, geeignete psychosoziale Nachsorgeangebote zu finden.

Darüber hinaus bestehen vielerorts gegenüber forensischen Patient*innen — trotzt der guten Behandlungsbedingungen in den forensischen Kliniken und mittlerweile wissenschaftlich gut belegten positiven Rückfallprognosen — immer noch Bedenken und Unsicherheiten, wodurch die Vermittlung in außerklinische Nachsorgeangebote zusätzlich erschwert wird.

Aus diesem Grund veranstaltet das Netzwerk Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern am 20. November 2025 von 09:30 bis 15:00 Uhr in der Klinikumskirche Stralsund eine Netzwerktagung zur forensischen Psychiatrie. Die Veranstaltung richtet sich an alle sozialpsychiatrischen Akteur*innen aus Mecklenburg-Vorpommern, die bereits in der forensischen Nachsorge aktiv oder auch noch nicht aktiv sind. Neben der regionalen Vernetzung möchten wir im Rahmen der Veranstaltung über die forensische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern informieren und uns mit Akteur*innen aus der psychosozialen Praxis über die Begleitung von forensischen Patient*innen austauschen.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Zur besseren Organisation bitten wir alle Interessierten sich bis zum 14.11.2025 unter lv@sozialpsychiatrie-mv.de mit dem Titel Netzwerktagung Forensische Psychiatrie anzumelden.

Das komplette Programm finden Sie hier:

Broschüre “Geburt und Psyche” der Landesfachstelle: KipsFam

Die Geburt eines Menschen ändert das Leben einer Familie von Grund auf: Weniger Platz, weniger Zeit, weniger Schlaf. Mehr Verantwortung, mehr Berührung, mehr Verbindlichkeit. Eltern müssen in ihre neuen Rollen reinwachsen und ihr Kind und auch sich selbst neu kennenlernen. Eine große Herausforderung, mit der viele Mütter und Väter kämpfen.

Besonders Frauen stehen in der Zeit von Schwangerschaft, Geburt und Elternwerden unter hohem Druck. Während die Gesellschaft für diese Lebensphase ein romantisches Bild von Harmonie, Glück und Leichtigkeit zeichnet, bringt die Realität Mütter – und immer häufiger auch Väter – an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. 

Deshalb ist es so wichtig, den Blick genau dorthin zu richten. Die Landesfachstelle: KipsFam des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. möchte dies im Rahmen einer Broschüre “Geburt und Psyche” erreichen und Betroffenen eine Stimme geben. Das Heft richtet sich sowohl an Fachleute als auch an junge und werdende Familien.


 

Kostenlose Online-Fortbildung „Unterstützung für Jugendliche in psychischen Krisen: Einführung in das Gruppentrainingsprogramm “Grown”“ am 18. November 2025

In Zeiten von multiplen Krisen wie in der heutigen leiden Jugendliche und junge Erwachsene besonders häufig an psychischen Belastungen und Erkrankungen. Zudem haben sie aufgrund der psychischen Beeinträchtigungen oder Suchterkrankungen weniger Chancen, ihre Entwicklungsaufgaben im Übergang zum Erwachsenenalter zu bewältigen.

Zur Unterstützung von Jugendlichen in psychischen Krisen wurde das Gruppentrainingsprogramm „Grown“ entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein niedrigschwelliges manualisiertes Programm, das Jugendliche bei der Bewältigung von psychischen Krisen und am Übergangs- oder Transitionsprozess unterstützt sowie die Partizipation, Selbstbestimmung und Mentalisierungsfähigkeit der jungen Menschen aktiv fördert. Im Rahmen der Online-Fortbildung lernen die Teilnehmer*innen die Grundlagen, kostenlosen Materialien und Umsetzung des Gruppenprogrammes kennen.

Die Online-Fortbildung ist ein kostenloses Angebot, das sich an alle Mitarbeitenden der Mitgliedsorganisationen und an alle Mitglieder der Landesarbeitsgruppe Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Adoleszenzpsychiatrie des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. richtet.

Alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.