Videovorlesungsreihe Anthropologische Psychiatrie “Wer bin ich? Ringen um geeignete Hilfen für junge Menschen”

An der Universitätsmedizin Hamburg-Eppendorf veranstaltet Thomas Bock jährlich eine Vorlesungsreihe zur Anthropologischen Psychiatrie mit verschiedenen Schwerpunkten. Ziel der Vorlesungsreihe ist, ein menschliches Bild von psychischen Erkrankungen zu vermitteln, sie nicht auf die Abweichung von Normen oder die Folge entgleister Transmitter zu reduzieren. Anlässlich der COVID-19-Pandemie findet seit 2020 die Vorlesungsreihe in digitaler Form statt. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Universität Hamburg mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Irre menschlich Hamburg e.V. und psychenet. Dabei engagieren sich zahlreiche Expert*innen und Psychiatrieerfahrene sowie Angehörige.

Unter dem Motto „Wer bin ich? Ringen um geeignete Hilfen für junge Menschen” geht Thomas Bock im Wintersemester 2025/ 2026 mit Angehörigen, Psychiatrie-Erfahrenen und Praktiker*innen in den Austausch, um über die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen zu sprechen. Immer mehr jüngere Menschen werden obdachlos, brechen die Schule ab, geraten in Abhängigkeit. Prekäre Bedingungen begrenzen Lebenschancen. Versäumnisse in Kultur und Politik haben nachhaltige Auswirkungen – auch für das Hilfesystem. Was hilft präventiv, was nachhaltig? Kinder- und Jugendpsychiatrie will offen sein für Entwicklung und Trialog, vorsichtig in der Diagnostik und nachhaltig in der Begleitung. Kann sie das halten?

Wer bin ich – ohne Dach überm Kopf? Straßenkinder in Hamburg: Housing First!

Wie kann es sein, dass immer mehr junge Menschen obdachlos werden? Mindestens 150 in Hamburg unter 14, weit mehr ältere Jugendliche! Wie erleben sie diese Situation? Was suchen und brauchen sie? Welche Antworten hat das Hilfesystem? Wer trägt Verantwortung in der Politik? Lärry Beckmann schildert ihre eigenen Erfahrungen als 15-Jährige auf Hamburgs Straßen, wirbt für ein Angebot (z.B. „Momo“), in dem die Betroffenen eine entscheidende Beteiligung und Mitsprache haben. Ronald Prieß, als „Botschafter der Straßenkinder“, und Malte Block, Bereichsleiter eines großen Trägers, belegen mit ihr zusammen die Notwendigkeit und die Chancen eines individuellen, niedrigschwelligen, umfassenden, aber flexiblen Hilfeangebots, dessen Basis ein Wohnungspool ist (Housing First): Vertrauensvorschuss statt Wegsperren. Haltende Beziehung statt Erziehung, Halt statt Ausschluß, Sichern des Grundrechts Wohnen, das auch nach Auslaufen der Hilfen bestehen bleibt. Immer wieder wird auf positive Erfahrungen bestehender Modelle im Ruhrgebiet verwiesen. Folgt Hamburg?

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Lärry Beckmann (Erfahrung mit früher Obdachlosigkeit), Ronald Prieß (Botschafter der Straßenkinder in Hamburg, AK Kinder, Jugend und Bildung der Patriotischen Gesellschaft von 1765 e.V.) und Malte Block (Housing First).

Wer bin ich – ohne Heimat? Die Erfolgsgeschichte eines jungen Menschen, der alleine aus Afghanistan floh

Geflüchtete stoßen auf zunehmende Vorbehalte. Gesellschaftliche Fehlentwicklungen werden denen zugeschrieben, die aus noch katastrophaleren Verhältnissen fliehen. Was bedeutet es für Junge Menschen, die Heimat aufzugeben und zu fliehen? Was hilft ihnen anzukommen? Was können wir aus Erfolgsgeschichten lernen – über Solidarität, ehrenamtliches Engagement, die Kraft von Normalität und bürokratische Hürden? Was ist Aufgabe des Hilfesystems, was die der Politik?

Ali Sarwary ist mit 15 Jahren alleine aus Afghanistan geflüchtet und auf dem Landweg nach Deutschland gekommen. Er berichtet von vielen Entbehrungen und Konflikten, aber vor allem auch von dem, was gut tat. Ulrike Meyer Timpe hat ihn von Anfang an ehrenamtlich begleitet, sich über Bürokratie geärgert, aber auch Empfangskultur erlebt. Beide erzählen eine Erfolgsgeschichte, die alle politischen Vorbehalte widerlegt. Thomas Bock versucht, auch die professionelle Perspektive der erkrankten Kolleginnen im Blick zu behalten (s. folgende Links).

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Ulrike Meyer Timpe (engagierte Bürgerin) und Ali Sarwary (als 15-Jähriger geflüchtet).

Wer bin ich – ohne Sprache? – Grenzerfahrungen zwischen Schule, Psychiatrie und Jugendhilfe

Wie behalten Junge Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung Ihre Sprachhoheit? Wie finden die beteiligten Institutionen, Schule, Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Familie eine gemeinsame Sprache, um Krisen vor Ort aufzufangen, eine Hospitalisierung wenn möglich zu vermeiden und in jedem Fall den Rückweg ins Leben gut zu begleiten. Imke Neemann, Co-Chefärztin KJP Wilhelmstift, und Markus Schneider, ltd. Psychotherapeut dort, informieren über Erfolge und Perspektiven des „3 für 1 Projekts“, dessen Verstetigung jetzt politisch ansteht. Simon Schultheis war Nutzer und ist jetzt Comoderator des Gruppenangebots „Zu-sich-stehen“, das aus dem Kontext des Trialogs stammt: Mit wem und mit welchen Worten will ich über meine besonderen Erfahrungen sprechen, mit wem und wie nicht? Frau Stephanie Jürgensen ist Leiterin des Zentrums, das mit Bildungsangeboten einspringt, wenn die Rückkehr in die Regelschule noch nicht gelingt. Die Regionalen Beratungs- und Bildungszentren (ReBBZ) unterstützen beide Projekte. Der Dialog thematisiert auch den Stellenwert der äußeren Bedrohung und der Angst um die Welt für die psychische Belastung junger Menschen. Außerdem die subjektive Wirkung von Diagnosen und die Frage ob wir sie inzwischen zu schnell benutzen.

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Imke Neemann (Chefärztin KJPP Wilhelmstift, 3 für 1 Projekt), Markus Schneider (Leitender Psychotherapeut KJPP Wilhelmstift), Stephanie Jürgensen (Gesamtleitung des Bildungs- und Beratungszentrums Pädagogik bei Krankheit / Autismus) und Simon Schultheiss (Irre menschlich Hamburg e.V.).

Wer bin ich – ohne Diagnose? Forderungen der Schülerkammern zur Prävention an Schulen

Immer mehr junge Menschen verstehen sich als psychisch krank. Ist das ein Fortschritt, weil die Schwelle sinkt, sich Hilfe zu holen? Oder laufen wir Gefahr, Lebenskrisen zu pathologisieren. Inzwischen gibt es bereit einzelne Oberstufen-Klassen, in denen man sich rechtfertigen muss, keine Diagnose bzw. keine/n Psychotherapeuten/in zu haben. Frau Prof. Hohmann, Chefin der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKE warnt vor einer Politik, die die Belange junger Menschen hintanstellt und deren Sorgen an die Psychiatrie delegiert. Die psychische Belastung von Schüler:innen hat zugenommen, wie Schulbarometer und COPSY Studie belegen. Die Schule trägt selbst dazu bei und hilft wenig, sich zu schützen, beklagen Lea Höckel und Manuel Petersen von der Schülerkammer Hamburg. Auf der Bundesschülerkonferenz starteten alle Schülerkammern die Kampagne „Uns geht es gut?“ Zu den zehn Hauptforderungen gehören mehr Vermittlung von Gesundheits- und Medienkompetenz, mehr Ruhepausen und Rückzugsräume sowie mehr Schul-Psycholog:innen und -Sozialarbeiter:innen. Prävention mag Geld kosten, aber sie ist eine Investition in die Zukunft – so der gemeinsame Konsens.

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Prof. Dr. Sarah Hohmann, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie im UKE Hamburg, Lea Höckel und Manuel Petersen (beide Vorstandsmitglieder der Schüler:innenkammer Hamburg).

Trialogischer Rückblick – Was hilft präventiv, was nachhaltig?

Wer nimmt wahr? Wer schaut weg? Wer trägt Verantwortung? Spielen Politik und Psychiatrie Schwarzer Peter? Oder Mikado? Ist Kinder- und Jugendpsychiatrie immer auch Sozialpsychiatrie?

Trialogische Reflexion mit Gwen Schulz, Dr. Sabine Schütze und Marion Ryan.

„Himmel, der nirgendwo endet“ – Zu Marlen Haushofers Kindheitsroman

Bekannt und berühmt wurde Marlen Haushofer (1920 – 1970) mit ihrem Roman „Die Wand“ (auch durch die spätere Verfilmung mit Martina Gedeck): Eine Frau, abgeschottet in den Bergen hinter einer gläsernen Wand, nur mit ein paar Tieren lebend, kämpft ums Überleben. Dieser Roman hat viele Menschen verstört und berührt. Ebenso berührend ist ihr nach der „Wand“ erschienener Roman „Himmel, der nirgendwo endet“. (1966). Sie erzählt darin vom Heranwachsen eines Mädchens namens Meta, von ihrer magischen kindlichen Weltsicht und ihren Sorgen und Nöten in der Pubertät. Im Abschluss der Vorlesungsreihe über Identität von Kindern und Jugendlichen stellen wir diesen (teils autobiographischen) Roman vor und berichten aus dem stillen Leben der Autorin Marlen Haushofer. Eine Lesung von Dr. Torsten Flögel und Verena Kammerer, Berlin, mit Ausschnitten aus Werken Marlen Haushofers, erschienen beim Ullstein Buchverlag, Berlin

Aus der Reihe „SEELENLESE:N im Grenzbereich von Psychiatrie und Literatur“

Fachtagung „Ländlicher Raum – psychische Gesundheit – Demokratie: Perspektiven für eine starke Gemeinschaft“ am 09. September 2026 in Züssow

In Mecklenburg-Vorpommern leben rund 50.000 Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren sowie etwa 200.000 erwachsene Menschen mit einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung. Die psychosoziale Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen ist dabei überwiegend durch ländliche Versorgungsstrukturen mit geringer Bevölkerungsdichte geprägt. Mehr als 60 % der Bevölkerung des Landes lebt in ländlichen und strukturschwachen Regionen mit einer im bundesweiten Vergleich sehr niedrigen Bevölkerungsdichte von etwa 68 Einwohner*innen pro Quadratkilometer.

Obwohl die Prävalenz psychischer Erkrankungen in ländlichen und städtischen Regionen vergleichbar ist, unterscheiden sich die vorhandenen Versorgungsstrukturen erheblich. Der ländliche Raum ist von besonderen sozialen, strukturellen und politischen Rahmenbedingungen geprägt, die den Zugang zu Unterstützungsangeboten erschweren. In vielen ländlichen Gemeinden kann der Bedarf an psychischer Gesundheitsversorgung nicht ausreichend gedeckt werden, da es an passgenauen und differenzierten Angeboten für spezifische Zielgruppen mangelt. Insbesondere für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen, für Menschen mit Migrationserfahrungen oder anderen kulturellen Hintergründen sowie für Personen mit spezifischen therapeutischen Behandlungs- und Unterstützungsbedarfen bestehen in Mecklenburg-Vorpommern deutliche Versorgungslücken. Hinzu kommt, dass Bewohner*innen ländlicher Regionen – vor allem in kleinen Gemeinden mit hoher sozialer Transparenz – stärker von Stigmatisierung betroffen sind, was die Inanspruchnahme notwendiger Hilfen zusätzlich erschwert.

Versorgungslücken, Fachkräftemangel, Stigmatisierung und soziale Isolation wirken sich nachhaltig auf die psychische Gesundheit der Menschen vor Ort aus. Gleichzeitig ist eine stabile Demokratie auf soziale Teilhabe, Solidarität und verlässliche Versorgungsstrukturen angewiesen. Aktuelle rechtspopulistische und rechtsextreme politische Strömungen greifen die Folgen der bestehenden Defizite gezielt auf, verstärken die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie anderer gesellschaftlicher Minderheiten und untergraben die Umsetzung einer menschenrechtsorientierten psychosozialen Versorgung.

Vor diesem Hintergrund lädt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr unter dem Titel „Ländlicher Raum – psychische Gesundheit – Demokratie: Perspektiven für eine starke Gemeinschaft“ zu seiner Jahrestagung im Tagungshotel Ostseeländer, Gustav-Jahn-Str. 6, in 17495 Züssow ein. Ziel der Veranstaltung ist es, zentrale Herausforderungen und Zukunftsfragen sozialpsychiatrischer Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern in den Blick zu nehmen. Die Fachvorträge und Impulsbeiträge thematisieren die aktuelle Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihren Zu- und Angehörigen im ländlichen Raum, die prekäre Lage bislang marginalisierter und wenig berücksichtigter Zielgruppen sowie den Zusammenhang zwischen einer stabilen gemeindepsychiatrischen Versorgung, sozialer Teilhabe und demokratischen Prozessen.

Vor dem Hintergrund der diesjährigen Landtagswahlen werden diese Themen in einer abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der demokratischen Fraktionen des Landtages Mecklenburg-Vorpommern sowie mit Akteur*innen aus Selbsthilfe und psychosozialer Versorgung vertieft und gemeinsam Perspektiven für die zukünftige Ausgestaltung einer demokratischen, solidarischen und bedarfsgerechten psychosozialen Versorgung entwickelt.

Ergänzend bieten Austauschformate im Anschluss an die Fachvorträge sowie während der gesamten Veranstaltung Raum für Diskussion, Vernetzung und fachlichen Dialog.

Am Vortag der Fachtagung (8. September 2026) findet die Mitgliederversammlung des Landesverbands Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. statt.

Einen Save-The-Date-Flyer finden Sie hier.

Das finale Programm zur Tagung wird in den nächsten Wochen hier veröffentlicht. 

Ergebnisprotokoll zum zweiten Auftakttreffen zur Gründung einer Landesarbeitsgruppe der Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern

Unterstützt durch:

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LSP MV) und der Landesverband Schleswig-Holstein der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker e.V. (LVSH-AFpK) haben am 13. Januar 2026 zu einem zweiten Online-Auftakttreffen zur Gründung einer Landesarbeitsgruppe für Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern eingeladen.

Ziele des Online-Treffens war die Entwicklung einer Perspektive für die Gründung einer Landesarbeitsgruppe für Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen, der landesweite Austausch und die Verbesserung der Unterstützung von Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch die landesweite Vernetzung sowie die Förderung der Selbstvertretung.

Das Online-Treffen fand unter der Moderation von Dr. Rüdiger Hannig (LVSH-AFpK) und mit Unterstützung des LSP MV statt. Alle Ergebnisse und Inhalte des Treffens sind hier im Protokoll zusammengefasst.

Landesverband der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker e. V.

Hopfenstraße 1d

24114 Kiel

Tel.: 0431 260 956-90

kontakt@lvsh-afpk.de

Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Carl-Hopp-Straße 19a

18069 Rostock

Tel: 0381 873 942 30

lv@sozialpsychiatrie-mv.de

Einladung Landesweite Gedenkveranstaltung „ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN“ am 27. Januar 2026 in Wöbbelin und Ludwigslust

Seit 2008 wird in Mecklenburg-Vorpommern jährlich in der trialogisch organisierten landesweiten Veranstaltungsreihe „ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN“ der Menschen gedacht, die im Nationalsozialismus aufgrund psychischer Erkrankungen, geistiger oder körperlicher Behinderungen entrechtet, zwangssterilisiert, deportiert oder ermordet wurden. Ihr Schicksal mahnt uns bis heute, Verantwortung zu übernehmen – für ein achtsames, respektvolles und inklusives Miteinander.

Auch in diesem Jahr lädt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. gemeinsam mit zahlreichen regionalen und landesweiten Kooperationspartner*innen herzlich zur Landesweiten Gedenkveranstaltung ein. Unter dem Motto „Unser Auftrag in der psychosozialen Arbeit aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft“ gemeinsam innehalten, erinnern und den Blick darauf richten, welche Bedeutung dieses historische Erbe für unsere heutige und zukünftige psychosoziale Arbeit hat.

Die Veranstaltung findet in der Gedenkstätte Wöbbelin und in Ludwigslust statt – an Orten, die in besonderer Weise mit der Geschichte der Opfer verbunden sind und Raum für würdiges Gedenken, Austausch und Begegnung bieten.

Wir laden Sie herzlich ein: gemeinsam mit Betroffenen, Erfahrungsexpert*innen, Angehörigen, Fachkräften und Interessierten möchten wir gerade angesichts zahlreicher rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen ein Zeichen des Erinnerns und des Engagements für unsere demokratische Grundordnung und die Unverletzlichkeit der Menschenrechte zu setzen.

Wir freuen wir uns auf Ihre Teilnahme. Das komplette Programm mit Informationen zu den Veranstaltungsorten und zur Anmeldung finden Sie hier.

Im Namen der Veranstaltenden

Sandra Rieck und Karsten Giertz

Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V.

Neue Ausgabe des Newsletters der Landesfachstelle: KipsFam

Hinter dem Team der Landesfachstelle: Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien (KipsFam) liegt ein Jahr voller spannender Eindrücke, inspirierender Gespräche, eindrucksvoller Termine und bewegender Momente. Mit 2025 endet auch der erste Förderzeitraum der Landesfachstelle KipsFam. In der aktuellen Ausgabe des ihres Newsletters Blickpost blicken die Mitarbeiter*innen der Landesfachstelle: KipsFam zurück auf die drei erfolgreichen Jahre, in denen die Landesfachstelle Kindern aus psychisch und suchtbelasteten Familien in Mecklenburg-Vorpommern eine Stimme geben konnte und zahlreiche Angebote begleitet und vernetzt hat. Im nächsten Jahr startet die Landesfachstelle: KipsFam kraftvoll in eine neue Förderperiode. Dabei fokussieren die Mitarbeiter*innen sich noch stärker auf zielgruppenspezifische Angebote und weitere Wege der Unterstützung wie Selbsthilfe und Patenschaften. Das große Ziel der Landesfachstelle ist es, die Stigmatisierung von Eltern mit einer psychischen Erkrankung und von Kindern aus Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil mit einem klaren Konzept und kreativen Maßnahmen weiter abzubauen. 

Die neue BlickPost können sie hier frei herunterladen und abonnieren.

Protokoll der letzten LAG Partizipation Mecklenburg-Vorpommern vom 03. Dezember 2025

Bei der Entwicklung, Planung und Evaluation von psychiatrischen und psychosozialen Behandlungs- und Unterstützungsangeboten hat in den letzten Jahren die partizipative Einbeziehung von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch Selbsthilfeinitiativen und -bewegungen, durch zunehmende Forschungsaktivitäten sowie durch gesetzliche Reformprozesse wie die UN-Behindertenrechtskonvention und das Bundesteilhabegesetz an Bedeutung gewonnen.

Gerade durch das Bundesteilhabegesetz wurde die gesetzlich verpflichtende Grundlage für Leistungsträger und Leistungserbringer geschaffen, Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit anderen Behinderungen aktiv und auf gleicher Augenhöhe in die Planung, Durchführung und Evaluation von psychiatrischen und psychosozialen Unterstützungsangeboten einzubeziehen. Zudem ist die partizipative Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen eng mit den Konzepten von Empowerment und Recovery verbunden.

Um die aktive Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung sowie die Implementierung von Angeboten des Peer Supportes in Mecklenburg-Vorpommern zu fördern, entwickelten der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. und das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e.V. die Initiative der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern, welche gemeinsam mit anderen interessierten Kooperationspartner*innen und Verbänden umgesetzt werden soll.

Am 03. Dezember 2025 fand das letzte Treffen der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern online über das Konferenzprogramm Zoom statt. Im Zentrum des Austausches standen das Thema “Qualitätsstandards in der kontaktbasierten Anti-Stigma-Arbeit” sowie Berichte aus aktuellen Projekten und Vorhaben mit partizipativer Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihren Zu- und Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern. Das Protokoll des letzten Treffens der Landesarbeitsgruppe mit den dazugehörigen Anhängen kann hier eingesehen werden.

Weitere Informationen zur Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier.

Einladung zum weiteren Online-Auftakttreffen zur Gründung einer Landesarbeitsgruppe der Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern am 13. Januar 2026

Unterstützt durch:

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LSP MV) und der Landesverband Schleswig-Holstein der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker e.V. (LVSH-AFpK) laden Sie herzlich zu einem weiteren Online-Treffen zur Gründung einer Landesarbeitsgruppe für Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern ein.

Ziele des Online-Treffens

  • Entwicklung einer Perspektive für die Gründung einer Landesarbeitsgruppe für Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern: Wir möchten mit der Unterstützung des LVSH-AFpK in Mecklenburg-Vorpommern eine unabhängige Plattform schaffen, auf der Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Anliegen austauschen und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen entwickeln können, mit denen sie konfrontiert sind.
  • Austausch und Vernetzung: Wir möchten Angehörige und Freunde sowie regionale Selbsthilfeinitiativen für Angehörige und Freunde von psychisch erkrankten Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zusammenbringen und vernetzen.
  • Verbesserung der Unterstützung durch die Vernetzung in Mecklenburg-Vorpommern: Wir möchten die Unterstützung für Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch die landesweite Vernetzung in Mecklenburg-Vorpommern verbessern und ihre Bedürfnisse und Anliegen auch auf Landesebene stärker in den Fokus rücken.
  • Förderung der Selbstvertretung: Wir möchten die Selbsthilfe und die Selbstvertretung von Angehörigen und Freunden von psychisch erkrankten Menschen in Mecklenburg-Vorpommern stärken und fördern.

Das Online-Treffen findet unter der Moderation von Dr. Rüdiger Hannig -LVSH-AFpK – und mit Unterstützung des LSP MV am 13. Januar 2026 von 17:00 bis ca. 19:00 Uhr über das Online-Konferenzprogramm Zoom statt.

Bei Interesse melden Sie sich aus organisatorischen Gründen zum 09. Januar 2026 unter kathrin.boegner@sozialpsychiatrie-mv.de mit dem Stichwort: „Auftakttreffen Landesarbeitsgruppe Angehörige“ zur Veranstaltung an.

Alle Informationen finden Sie auch hier im Flyer:

Leiten Sie diese Einladung gerne an Interessierte weiter.

All Informationen aus dem ersten Auftaktreffen vom 10. September 2025 finden Sie hier.

Unser Jahr 2024 im Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Seit 1995 engagiert sich der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. für die besonderen Belange von Menschen mit psychischen Erkrankungen und an der Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen und Kooperationspartnern konnte der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. im Jahr 2024 zahlreiche Initiativen, Gremien- und Netzwerkaktivitäten, Modellprojekte, Qualifizierungsmaßnahmen und andere Aktivitäten umsetzen.

Ohne die Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern, Projektpartner*innen, dem Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. und vielen anderen Institutionen, Akteur*innen sowie unseren Fördermittelgebern, dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport, wäre dies kaum möglich gewesen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen für die gute Zusammenarbeit und Ihr Engagement im Jahr 2024 bedanken.

Alle näheren Informationen zum Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., zu den Mitgliedern und Aktivitäten, Initiativen, Veröffentlichungen sowie zu den Projekten im Jahr 2024 können in unserem aktuellen Jahresbericht nachgelesen werden:

Broschüre “Geburt und Psyche” der Landesfachstelle: KipsFam

Die Geburt eines Menschen ändert das Leben einer Familie von Grund auf: Weniger Platz, weniger Zeit, weniger Schlaf. Mehr Verantwortung, mehr Berührung, mehr Verbindlichkeit. Eltern müssen in ihre neuen Rollen reinwachsen und ihr Kind und auch sich selbst neu kennenlernen. Eine große Herausforderung, mit der viele Mütter und Väter kämpfen.

Besonders Frauen stehen in der Zeit von Schwangerschaft, Geburt und Elternwerden unter hohem Druck. Während die Gesellschaft für diese Lebensphase ein romantisches Bild von Harmonie, Glück und Leichtigkeit zeichnet, bringt die Realität Mütter – und immer häufiger auch Väter – an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. 

Deshalb ist es so wichtig, den Blick genau dorthin zu richten. Die Landesfachstelle: KipsFam des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. möchte dies im Rahmen einer Broschüre “Geburt und Psyche” erreichen und Betroffenen eine Stimme geben. Das Heft richtet sich sowohl an Fachleute als auch an junge und werdende Familien.


 

Ergebnisprotokoll zum Auftakttreffen zur Gründung einer Landesarbeitsgruppe der Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern

Unterstützt durch:

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LSP MV) und der Landesverband Schleswig-Holstein der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker e.V. (LVSH-AFpK) haben am10. September 2025 zu einem Online-Auftakttreffen zur Gründung einer Landesarbeitsgruppe für Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern eingeladen.

Ziele des Online-Treffens war die Entwicklung einer Perspektive für die Gründung einer Landesarbeitsgruppe für Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen, der landesweite Austausch und die Verbesserung der Unterstützung von Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch die landesweite Vernetzung sowie die Förderung der Selbstvertretung.

Das Online-Treffen fand unter der Moderation von Dr. Rüdiger Hanning (LVSH-AFpK) und mit Unterstützung des LSP MV statt. Alle Ergebnisse und Inhalte des Treffens sind hier im Protokoll zusammengefasst.

Interessierte Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen, die sich im Rahmen einer Landesarbeitsgruppe engagieren wollen, können sich unter folgenden Kontaktdaten melden:

Landesverband der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker e. V.

Hopfenstraße 1d

24114 Kiel

Tel.: 0431 260 956-90

kontakt@lvsh-afpk.de

Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Carl-Hopp-Straße 19a

18069 Rostock

Tel: 0381 873 942 30

lv@sozialpsychiatrie-mv.de