Die diesjährige Aktionswoche „Seelische Gesundheit“ stehen unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt” und finden vom 10. bis 20. Oktober in ganz Deutschland statt.
Die Woche der Seelischen Gesundheit möchte auf die unterschiedlichen Strategien zur Bewältigung und auf das vielfältige psychosoziale Hilfsangebot in Deutschland aufmerksam machen sowie zum gemeinsamen Austausch und gegenseitiger Unterstützung aufrufen.
Jährlich finden über 800 Events regional vor Ort und online. Ob Vorträge, Workshops, Podcasts oder Kunstausstellungen – alle sind eingeladen, bei verschiedenen Veranstaltungsformaten und Aktionstagen die kleinen und großen Angebote der psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen in ihrer Umgebung kennenzulernen.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern finden in vielen Regionen zahlreiche kostenfreie Veranstaltungen statt. Einen Überblick zu allen Aktionswochen in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier:
Sozialpsychiatrische Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern – Perspektiven der Versorgungsforschung: Das Institut Sozialpsychiatrie M-V lädt zum 25 Jubiläum am 04. November in Schwerin ein
Seit 25 Jahren verbindet das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. (ISP MV) Wissenschaft und sozialpsychiatrische Praxis. Dieses besondere Jubiläum möchten wir am 4. November 2026 in Schwerin gemeinsam feiern.
Unter dem Titel „Sozialpsychiatrische Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern – Perspektiven der Versorgungsforschung“ lädt das ISP MV zu einem Festakt und Fachforum ein. Im Mittelpunkt stehen der Blick auf 25 Jahre Institutsarbeit, aktuelle Herausforderungen der sozialpsychiatrischen Versorgung sowie die Frage, welche Perspektiven Wissenschaft und Praxis gemeinsam für die Zukunft entwickeln können. Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Das Jubiläum markiert zugleich einen besonderen Übergang in der Geschichte des Instituts: Prof. Dr. Ingmar Steinhart, der die Arbeit des ISP MV als langjähriger wissenschaftlicher Direktor maßgeblich geprägt hat, wird im Rahmen der Veranstaltung verabschiedet. Sein langjähriges Engagement, seine wissenschaftliche Expertise sowie seine menschenrechtsorientierte und gemeindepsychiatrische Haltung haben wichtige Impulse für die Entwicklung der Sozialpsychiatrie in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus gesetzt.
Gleichzeitig heißen wir PD Dr. Sven Speerforck herzlich willkommen, der zum 1. April 2026 die Direktion des Instituts übernommen hat. Mit seinen Schwerpunkten in Sozialpsychiatrie, Versorgungsforschung und Entstigmatisierung wird er die weitere Entwicklung des ISP MV gemeinsam mit dem Vorstand gestalten.
Weitere Informationen zum Programm, zur Anmeldung und zur Veranstaltung finden Sie hier:
Wie können Unternehmen Gewalt am Arbeitsplatz vorbeugen? Was brauchen Führungskräfte, um in herausfordernden Situationen sicher und angemessen zu handeln? Und welche Rolle spielt dabei die psychische Gesundheit der Beschäftigten und Verantwortlichen?
Diesen Fragen widmet sich am 29. Oktober 2026 der nächste Führungsdialog der Veranstaltungsreihe „Psychische Gesundheit fördern – Arbeitskraft sichern und erhalten“.
Gewalt am Arbeitsplatz stellt Unternehmen vor vielfältige Herausforderungen. Ein professioneller Umgang mit belastenden Situationen kann wesentlich dazu beitragen, Beschäftigte ebenso wie Inhaber*innen und Führungskräfte zu schützen, Handlungssicherheit zu stärken und eine gesunde Unternehmenskultur zu fördern. Die Veranstaltung verbindet deshalb Perspektiven aus Wirtschaft, Medizin und Sozialpsychiatrie und richtet den Blick besonders auf Prävention, Gewaltschutz und praktische Handlungsmöglichkeiten.
Die Veranstaltung richtet sich an Inhaber*innen, Geschäftsführer*innen, Führungskräfte, Personalverantwortliche, Betriebs- und Personalräte, Mitarbeitende im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie weitere interessierte Verantwortliche.
Donnerstag, 29. Oktober 2026 14:00–17:00 Uhr Ankommen ab 13:30 Uhr
IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern Katharinenstraße 48 17033 Neubrandenburg
Parkplätze der IHK befinden sich laut Veranstaltungsflyer am Ende der Katharinenstraße.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Laut Veranstaltungsinformation vermittelt die Veranstaltung Kenntnisse, die für die Arbeit von Betriebsräten gemäß § 37 Abs. 6 BetrVG erforderlich sind. Entsprechende Hinweise enthält der Flyer auch für Personalräte, Mitarbeitervertretungen und weitere Personengruppen mit Rechtsanspruch auf Freistellung.
Anmeldeschluss ist der 26. Oktober 2026.
ZurAnmeldung gelangen Sie hier.Weitere Informationen finden Sie hier im Flyer.
Noch bis zum 8. Oktober 2026 laden die Aktionswochen der seelischen Gesundheit im Landkreis Rostock zu Begegnung, Austausch und Information rund um psychische Gesundheit ein. Unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt“ erwartet Interessierte ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm.
Vom 7. September bis 8. Oktober 2026 finden an verschiedenen Orten im Landkreis Rostock insgesamt 29 Veranstaltungen statt. Das Programm reicht von Vorträgen, Fachtagen und Informationsangeboten über Trialoge und kreative Formate bis hin zu Bewegungs- und Sportangeboten.
Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Facetten seelischer Gesundheit: psychische Erkrankungen und Krisen, Sucht, Einsamkeit, Selbsthilfe, Resilienz, gesellschaftliche Teilhabe sowie die Frage, wie ein gutes Miteinander gelingen kann. Die Aktionswochen schaffen dabei Räume für Information und fachlichen Austausch ebenso wie für persönliche Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten. Das Programm richtet sich an Betroffene und Angehörige, Fachkräfte sowie alle Interessierten.
Den Auftakt bildete am 7. September die Filmvorführung „How to Be Normal“ im Ernst-Barlach-Theater Güstrow. Der Film begleitet die 26-jährige Pia nach einem Psychiatrieaufenthalt auf ihrem Weg zurück in den Alltag und setzt sich mit gesellschaftlichen Erwartungen und der Frage auseinander, was eigentlich als „normal“ gilt. Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion zum Umgang mit psychischen Krisen statt.
Auch in den kommenden Wochen stehen zahlreiche Veranstaltungen auf dem Programm – darunter Vorträge und Trialoge, kreative Workshops, Angebote der Selbsthilfe sowie Veranstaltungen zu Themen wie Suizidprävention, Sucht im höheren Lebensalter, Einsamkeit oder seelischer Gesundheit im Arbeitsleben. Viele Angebote sind kostenfrei; bei einzelnen Veranstaltungen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich oder ein Teilnahmebeitrag vorgesehen.
Die Aktionswochen wollen dazu beitragen, psychische Gesundheit stärker in die Öffentlichkeit zu rücken, Berührungsängste abzubauen und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen. Das Programmheft bringt diesen Gedanken auf den Punkt: Psychische Gesundheit geht uns alle an.
Das vollständige Programm sowie weitere Informationen finden Sie hier.
Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – neue Stellungnahme zur psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen
Anlässlich unserer Jahrestagung am 09. September 2026 in Züssow veröffentlicht der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. seine aktuelle Stellungnahme zur psychiatrischen und psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen.
Unter dem Titel „Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – Für eine verlässliche psychosoziale Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen“ greifen wir zentrale Herausforderungen für Mecklenburg-Vorpommern auf und formulieren fachpolitische Erwartungen an die zukünftige Gestaltung der Versorgung. Die Stellungnahme steht in engem Zusammenhang mit unserer Jahrestagung „Ländlicher Raum – psychische Gesundheit – Demokratie: Perspektiven für eine starke Gemeinschaft“ am 09. September 2026 in Züssow.
Mecklenburg-Vorpommern ist in besonderer Weise durch ländliche und strukturschwache Regionen geprägt. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben in ländlich geprägten Regionen. Lange Wege, eingeschränkte Mobilität, Fachkräftemangel und eine geringere Dichte spezialisierter Angebote können den Zugang zu psychiatrischer und psychosozialer Unterstützung erheblich erschweren.
Aus Sicht des Landesverbandes braucht es deshalb Versorgungsstrukturen, die die besonderen Bedingungen eines Flächenlandes konsequent berücksichtigen. Psychiatrische und psychosoziale Angebote sollten wohnortnah, sozialraumorientiert, vernetzt, flexibel und niedrigschwellig organisiert sein. Aufsuchende Hilfen und digitale Angebote können dabei wichtige Ergänzungen sein, insbesondere wenn große Entfernungen oder eingeschränkte Mobilität den Zugang zu bestehenden Angeboten erschweren. Digitale Unterstützung darf persönliche Beziehungen und unmittelbare Hilfe jedoch nicht ersetzen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der besseren regionalen Vernetzung. Psychiatrie, Psychotherapie, Eingliederungshilfe, Suchthilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie weitere Unterstützungsangebote müssen stärker zusammengedacht werden. Ziel sind verlässliche regionale Unterstützungsketten, in denen Zugänge, Übergänge und Zuständigkeiten verbindlich geklärt sind.
Gleichzeitig spielen soziale Netzwerke vor Ort eine wichtige Rolle. Familien, Nachbarschaften, Vereine, Selbsthilfe, Peer-Unterstützung und ehrenamtliches Engagement können Zugehörigkeit fördern, Isolation entgegenwirken und den Zugang zu professioneller Hilfe erleichtern. Sie können und dürfen professionelle psychiatrische, psychotherapeutische und psychosoziale Hilfen jedoch nicht ersetzen.
Mit unserer Stellungnahme möchten wir außerdem deutlich machen, dass psychische Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe und demokratischer Zusammenhalt eng miteinander verbunden sind. Eine erreichbare, verlässliche und beteiligungsorientierte psychosoziale Versorgung kann Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe stärken. Gute psychosoziale Versorgung ist damit auch eine wichtige soziale Infrastruktur für ein demokratisches Gemeinwesen.
Der Landesverband fordert deshalb unter anderem eine langfristige und verbindliche Gesamtstrategie für psychische Gesundheit und sozialpsychiatrische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern, regional angepasste Versorgungskonzepte, verlässlich finanzierte gemeindepsychiatrische und psychosoziale Angebote sowie eine stärkere Beteiligung von Menschen mit eigener Psychiatrie- und Krisenerfahrung, Angehörigen und Selbsthilfe.
Am 29. Oktober 2026 findet in Neubrandenburg ein weiterer Führungsdialog im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Psychische Gesundheit fördern – Arbeitskraft sichern und erhalten“ statt. Im Mittelpunkt steht diesmal das Thema „Sicher führen – Prävention und Intervention bei Gewalt am Arbeitsplatz“.
Gewalt am Arbeitsplatz kann Unternehmen und Organisationen aller Branchen betreffen und stellt insbesondere Inhaber*innen und Führungskräfte vor besondere Herausforderungen. Ein professioneller Umgang mit belastenden und herausfordernden Situationen kann dazu beitragen, Mitarbeitende ebenso wie Führungskräfte zu schützen, Handlungssicherheit zu stärken und eine gesunde Unternehmenskultur zu fördern.
Der praxisorientierte Führungsdialog richtet sich an Inhaber*innen und Führungskräfte und bietet die Möglichkeit, sich mit dem Thema Gewalt am Arbeitsplatz aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven auseinanderzusetzen. Geplant sind Beiträge aus Wirtschaft, Medizin und Sozialpsychiatrie sowie ein fundierter Fachimpuls. Darüber hinaus soll Raum für den Austausch eigener Erfahrungen und Fragestellungen geschaffen werden. Ziel ist es, den Teilnehmenden konkrete Anregungen für Prävention, Gewaltschutz und einen sicheren Umgang mit herausfordernden Situationen im eigenen Unternehmen mitzugeben.
Termin und Veranstaltungsort
Donnerstag, 29. Oktober 2026 14:00 bis 17:00 Uhr Ankommen ab 13:30 Uhr
IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern Katharinenstraße 48 17033 Neubrandenburg
Interessierte Inhaber*innen und Führungskräfte sind bereits jetzt eingeladen, sich den Termin vorzumerken. Die ausführliche Einladung mit Programm, Referierenden und Informationen zur Anmeldung wird in Kürze veröffentlicht.
„Aufeinander zugehen“ – gemeinsam für psychische Gesundheit, Teilhabe und ein gutes Miteinander
Vom 30. September bis 15. Oktober 2026 finden in der Hansestadt Wismar und im Landkreis Nordwestmecklenburg die 21. Wochen der seelischen Gesundheit statt. Unter dem Motto „Aufeinander zugehen“ erwartet Interessierte ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm rund um psychische Gesundheit, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe.
Die Aktionswochen möchten für psychische Gesundheit sensibilisieren, Wissen vermitteln, Vorurteile abbauen und Möglichkeiten der Unterstützung sichtbar machen. Im Mittelpunkt stehen 2026 insbesondere die Themen Angststörungen und Therapie der Sucht. Gleichzeitig greifen die Veranstaltungen zahlreiche weitere Aspekte psychischer Gesundheit und psychosozialer Unterstützung auf.
Das Programm zeigt dabei, wie vielfältig die Zugänge zum Thema sein können. Neben Fachveranstaltungen und Workshops finden unter anderem Filmvorführungen, Gesprächsrunden, Tage der offenen Tür, kreative Angebote, ein inklusives Bowlingturnier, ein Gerontopsychiatrisches Symposium sowie das Mindflow Festival für Jugendliche statt. Alle Veranstaltungen im Rahmen der Wochen der seelischen Gesundheit sind kostenfrei.
Das vollständige Programm finden Sie unter anderem hier:
Am Mittwoch, den 2. September 2026, macht die MUT-TOUR des Vereins Mut fördern e.V. Halt in Rostock. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, dem Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. und weiteren regionalen Akteur*innen begleiten wir als Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. den Aktionstag am Kröpeliner Tor.
Unter dem Motto „Rostock zeigt MUT – Gemeinsam irre mutig!“ möchten wir auf psychische Gesundheit aufmerksam machen, Begegnungen ermöglichen und dazu beitragen, offen über psychische Erkrankungen und seelische Krisen ins Gespräch zu kommen.
Ab 14:00 Uhr laden verschiedene Informationsstände dazu ein, lokale Angebote rund um psychische Gesundheit kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Gegen 14:15 Uhr werden die Tandems der MUT-TOUR am Kröpeliner Tor erwartet. Gemeinsam möchten wir die diesjährigen Teilnehmer*innen begrüßen und die Gelegenheit für Austausch und Begegnung nutzen.
Wir möchten Sie herzlich einladen, am 2. September in Rostock dabei zu sein und gemeinsam mit uns ein sichtbares Zeichen für Offenheit, Begegnung und einen selbstverständlicheren Umgang mit psychischer Gesundheit zu setzen.
Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Weitere Informationen zur MUT-TOUR gibt es hier.
In Mecklenburg-Vorpommern leben rund 50.000 Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren sowie etwa 200.000 erwachsene Menschen mit einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung. Die psychosoziale Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen ist dabei überwiegend durch ländliche Versorgungsstrukturen mit geringer Bevölkerungsdichte geprägt. Mehr als 60 % der Bevölkerung des Landes lebt in ländlichen und strukturschwachen Regionen mit einer im bundesweiten Vergleich sehr niedrigen Bevölkerungsdichte von etwa 68 Einwohner*innen pro Quadratkilometer.
Obwohl die Prävalenz psychischer Erkrankungen in ländlichen und städtischen Regionen vergleichbar ist, unterscheiden sich die vorhandenen Versorgungsstrukturen erheblich. Der ländliche Raum ist von besonderen sozialen, strukturellen und politischen Rahmenbedingungen geprägt, die den Zugang zu Unterstützungsangeboten erschweren. In vielen ländlichen Gemeinden kann der Bedarf an psychischer Gesundheitsversorgung nicht ausreichend gedeckt werden, da es an passgenauen und differenzierten Angeboten für spezifische Zielgruppen mangelt. Insbesondere für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen, für Menschen mit Migrationserfahrungen oder anderen kulturellen Hintergründen sowie für Personen mit spezifischen therapeutischen Behandlungs- und Unterstützungsbedarfen bestehen in Mecklenburg-Vorpommern deutliche Versorgungslücken. Hinzu kommt, dass Bewohner*innen ländlicher Regionen – vor allem in kleinen Gemeinden mit hoher sozialer Transparenz – stärker von Stigmatisierung betroffen sind, was die Inanspruchnahme notwendiger Hilfen zusätzlich erschwert.
Versorgungslücken, Fachkräftemangel, Stigmatisierung und soziale Isolation wirken sich nachhaltig auf die psychische Gesundheit der Menschen vor Ort aus. Gleichzeitig ist eine stabile Demokratie auf soziale Teilhabe, Solidarität und verlässliche Versorgungsstrukturen angewiesen. Aktuelle rechtspopulistische und rechtsextreme politische Strömungen greifen die Folgen der bestehenden Defizite gezielt auf, verstärken die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie anderer gesellschaftlicher Minderheiten und untergraben die Umsetzung einer menschenrechtsorientierten psychosozialen Versorgung.
Vor diesem Hintergrund lädt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr unter dem Titel „Ländlicher Raum – psychische Gesundheit – Demokratie: Perspektiven für eine starke Gemeinschaft“ zu seiner Jahrestagung im Tagungshotel Ostseeländer, Gustav-Jahn-Str. 6, in 17495 Züssow ein. Ziel der Veranstaltung ist es, zentrale Herausforderungen und Zukunftsfragen sozialpsychiatrischer Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern in den Blick zu nehmen. Die Fachvorträge und Impulsbeiträge thematisieren die aktuelle Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihren Zu- und Angehörigen im ländlichen Raum, die prekäre Lage bislang marginalisierter und wenig berücksichtigter Zielgruppen sowie den Zusammenhang zwischen einer stabilen gemeindepsychiatrischen Versorgung, sozialer Teilhabe und demokratischen Prozessen.
Vor dem Hintergrund der diesjährigen Landtagswahlen werden diese Themen in einer abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der demokratischen Fraktionen des Landtages Mecklenburg-Vorpommern sowie mit Akteur*innen aus Selbsthilfe und psychosozialer Versorgung vertieft und gemeinsam Perspektiven für die zukünftige Ausgestaltung einer demokratischen, solidarischen und bedarfsgerechten psychosozialen Versorgung entwickelt.
Ergänzend bieten Austauschformate im Anschluss an die Fachvorträge sowie während der gesamten Veranstaltung Raum für Diskussion, Vernetzung und fachlichen Dialog.
Am Vortag der Fachtagung (8. September 2026) findet die Mitgliederversammlung des Landesverbands Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. statt.
Das vollständige Programm mit allen Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.
Am 21. und 22. September 2026 lädt die Klinik für Forensische Psychiatrie der Universitätsmedizin Rostock erneut zum „Forensik Update – Best Practice und Innovation im Maßregelvollzug“ nach Rostock ein. Die interdisziplinäre Fachtagung richtet sich an Fachkräfte unterschiedlicher Berufsgruppen und bietet eine Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisnahe Ansätze in der forensischen Psychiatrie.
Das Programm verbindet Fachvorträge renommierter Expert*innen mit praxisorientierten Workshops zu vielfältigen Themenfeldern. Auf der Agenda stehen unter anderem Fragen zu Zwang und Autonomie in der Forensik, neue Entwicklungen in der ambulanten forensischen Versorgung, traumaorientierte Behandlungskonzepte, die Versorgung von Menschen mit intellektuellen Entwicklungsstörungen im Maßregelvollzug sowie aktuelle Ansätze in der Begutachtungs- und Behandlungspraxis.
Besondere Formate wie die Pro-und-Contra-Debatte zu Schizophrenieleitlinien in der Forensik, das „Speed-Dating Forschung“ für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie verschiedene Workshops fördern den fachlichen Dialog und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis.
Neben dem fachlichen Programm bietet die Tagung Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung. Die Veranstaltung wurde von der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern mit 15 Fortbildungspunkten anerkannt.
Termin: 21.–22. September 2026 Ort: ScanHotels City Rostock, Lange Straße 40, 18055 Rostock
Weitere Informationen zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier auf der Veranstaltungsseite der Universitätsmedizin Rostock.
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