Sicher führen – Prävention und Intervention bei Gewalt am Arbeitsplatz: Führungsdialog am 29. Oktober 2026 in Neubrandenburg

Wie können Unternehmen Gewalt am Arbeitsplatz vorbeugen? Was brauchen Führungskräfte, um in herausfordernden Situationen sicher und angemessen zu handeln? Und welche Rolle spielt dabei die psychische Gesundheit der Beschäftigten und Verantwortlichen?

Diesen Fragen widmet sich am 29. Oktober 2026 der nächste Führungsdialog der Veranstaltungsreihe „Psychische Gesundheit fördern – Arbeitskraft sichern und erhalten“.

Bild von www.timmermann-fotografie.de

Gewalt am Arbeitsplatz stellt Unternehmen vor vielfältige Herausforderungen. Ein professioneller Umgang mit belastenden Situationen kann wesentlich dazu beitragen, Beschäftigte ebenso wie Inhaber*innen und Führungskräfte zu schützen, Handlungssicherheit zu stärken und eine gesunde Unternehmenskultur zu fördern. Die Veranstaltung verbindet deshalb Perspektiven aus Wirtschaft, Medizin und Sozialpsychiatrie und richtet den Blick besonders auf Prävention, Gewaltschutz und praktische Handlungsmöglichkeiten.

Die Veranstaltung richtet sich an Inhaber*innen, Geschäftsführer*innen, Führungskräfte, Personalverantwortliche, Betriebs- und Personalräte, Mitarbeitende im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie weitere interessierte Verantwortliche.

Donnerstag, 29. Oktober 2026
14:00–17:00 Uhr
Ankommen ab 13:30 Uhr

IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern
Katharinenstraße 48
17033 Neubrandenburg

Parkplätze der IHK befinden sich laut Veranstaltungsflyer am Ende der Katharinenstraße.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Laut Veranstaltungsinformation vermittelt die Veranstaltung Kenntnisse, die für die Arbeit von Betriebsräten gemäß § 37 Abs. 6 BetrVG erforderlich sind. Entsprechende Hinweise enthält der Flyer auch für Personalräte, Mitarbeitervertretungen und weitere Personengruppen mit Rechtsanspruch auf Freistellung.

Anmeldeschluss ist der 26. Oktober 2026.

Zur Anmeldung gelangen Sie hier. Weitere Informationen finden Sie hier im Flyer.

Save the Date: Führungsdialog zu Prävention und Intervention bei Gewalt am Arbeitsplatz am 29. Oktober 2026 in Neubrandenburg

Am 29. Oktober 2026 findet in Neubrandenburg ein weiterer Führungsdialog im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Psychische Gesundheit fördern – Arbeitskraft sichern und erhalten“ statt. Im Mittelpunkt steht diesmal das Thema „Sicher führen – Prävention und Intervention bei Gewalt am Arbeitsplatz“.

Gewalt am Arbeitsplatz kann Unternehmen und Organisationen aller Branchen betreffen und stellt insbesondere Inhaber*innen und Führungskräfte vor besondere Herausforderungen. Ein professioneller Umgang mit belastenden und herausfordernden Situationen kann dazu beitragen, Mitarbeitende ebenso wie Führungskräfte zu schützen, Handlungssicherheit zu stärken und eine gesunde Unternehmenskultur zu fördern.

Der praxisorientierte Führungsdialog richtet sich an Inhaber*innen und Führungskräfte und bietet die Möglichkeit, sich mit dem Thema Gewalt am Arbeitsplatz aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven auseinanderzusetzen. Geplant sind Beiträge aus Wirtschaft, Medizin und Sozialpsychiatrie sowie ein fundierter Fachimpuls. Darüber hinaus soll Raum für den Austausch eigener Erfahrungen und Fragestellungen geschaffen werden. Ziel ist es, den Teilnehmenden konkrete Anregungen für Prävention, Gewaltschutz und einen sicheren Umgang mit herausfordernden Situationen im eigenen Unternehmen mitzugeben.

Termin und Veranstaltungsort

Donnerstag, 29. Oktober 2026
14:00 bis 17:00 Uhr
Ankommen ab 13:30 Uhr

IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern
Katharinenstraße 48
17033 Neubrandenburg

Interessierte Inhaber*innen und Führungskräfte sind bereits jetzt eingeladen, sich den Termin vorzumerken. Die ausführliche Einladung mit Programm, Referierenden und Informationen zur Anmeldung wird in Kürze veröffentlicht.

Protokoll der letzten LAG Partizipation Mecklenburg-Vorpommern vom 08. Mai 2026

Bei der Entwicklung, Planung und Evaluation von psychiatrischen und psychosozialen Behandlungs- und Unterstützungsangeboten hat in den letzten Jahren die partizipative Einbeziehung von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch Selbsthilfeinitiativen und -bewegungen, durch zunehmende Forschungsaktivitäten sowie durch gesetzliche Reformprozesse wie die UN-Behindertenrechtskonvention und das Bundesteilhabegesetz an Bedeutung gewonnen.

Gerade durch das Bundesteilhabegesetz wurde die gesetzlich verpflichtende Grundlage für Leistungsträger und Leistungserbringer geschaffen, Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit anderen Behinderungen aktiv und auf gleicher Augenhöhe in die Planung, Durchführung und Evaluation von psychiatrischen und psychosozialen Unterstützungsangeboten einzubeziehen. Zudem ist die partizipative Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen eng mit den Konzepten von Empowerment und Recovery verbunden.

Um die aktive Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung sowie die Implementierung von Angeboten des Peer Supportes in Mecklenburg-Vorpommern zu fördern, entwickelten der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. und das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e.V. die Initiative der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern, welche gemeinsam mit anderen interessierten Kooperationspartner*innen und Verbänden umgesetzt werden soll.

Am 08. Mai 2026 fand das letzte Treffen der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern online über das Konferenzprogramm Zoom statt. Im Zentrum des Austausches standen die Weiterentwicklung partizipativer Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern, das Thema Anti-Stigma-Arbeit und entsprechender Qualitätsstandards, der partizipative Expert*innenrat von ISA KipsFam, die Vorbereitung des Netzwerktreffens Genesungsbegleitung M-V sowie die Abstimmung zukünftiger Themen der Landesarbeitsgruppe. Das Protokoll des letzten Treffens der Landesarbeitsgruppe mit den dazugehörigen Anhängen kann hier eingesehen werden.

Weitere Informationen zur Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier.

Aufruf zur Teilnahme am Projekt „Ausbildungsanker“

Ziel dieses innovativen Vorhabens ist es, Meister*innen, Ausbilder*innen und Berufsschullehrer*innen zu schulen, so dass sie Auszubildende bei der Bewältigung von seelischen Herausforderungen in den ersten Ausbildungsmonaten gezielt unterstützen können. So sollen auch vermeidbare Ausbildungsabbrüche verhindert werden.

Das Pilot-Projekt in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg umfasst vier digitale Seminare in festen regionalen Gruppen. Die Seminare bauen aufeinander auf und vermitteln praxisnah Kenntnisse rund um das Thema psychische Gesundheit. Dabei liegt ein besonderer Fokus darauf, Fachkräfte für die besonderen Belastungen während der Anfangsphase der Ausbildung zu sensibilisieren und sie im Umgang mit auffälligem Verhalten oder psychischen Problemen zu stärken. Die Schulungsreihe startet mit einer Auftaktveranstaltung am 25. August und endet Ende November 2025.

Bis zum 15. August werden im Rahmen des Projektes interessierte Ausbilder*innen für die Schulungsreihe gesucht. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: www.achtung-kinderseele.org/ausbildungsanker

Rückblick Festveranstaltung und Fachtagung zum 30-jährigen Jubiläum des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. am 14. und 15. Mai 2025 in Schwerin

30 Jahre Einsatz für psychische Gesundheit – Der Landesverband Sozialpsychiatrie MV e.V. feiert sein Jubiläum am 14. Mai 2025 in Schwerin

Blick in den Festsaal im Hotel Elefant

Seit drei Jahrzehnten engagiert sich der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Gegründet 1995, setzt sich der Verband zusammen aus Organisationen, Vereinen und Institutionen, die in Mecklenburg-Vorpommern Menschen mit psychischen Erkrankungen beraten, behandeln und unterstützen. Ziel ist des Verbandes ist es, die psychiatrische und psychosoziale Versorgung weiterzuentwickeln und die Lebensbedingungen von psychisch belasteten Menschen und ihren Angehörigen zu verbessern. “Wir sind stolz auf unsere 30-jährige Geschichte, in der wir uns als unabhängiger Fachverband in Mecklenburg-Vorpommern etablieren und Menschen mit psychischen Erkrankungen eine Stimme geben konnten”, sagt Vorstandsvorsitzende Sandra Rieck. „Diesen Auftrag nehmen wir auch in Zukunft ernst, besonders vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention, der zunehmenden gesellschaftlichen Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie der drohenden Ausgrenzung durch Kosteneinsparrungen im Sozial- und Gesundheitswesen.“

Sandra Rieck (Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Sozialpsychiatrie MV e.V.) & Karsten Giertz (Geschäftsführer des Landesverbandes Sozialpsychiatrie MV e.V.) bei der Begrüßung der Gäste.

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, setzt der Verband mit der Unterstützung von zahlreichen Kooperationspartner*innen, verschiedene Initiativen und Projekte um. So erinnert seit 2008 jährlich am 27. Januar eine landesweite Gedenkveranstaltung an die Opfer der NS-Euthanasie. Ein Psychiatriewegweiser unterstützt Menschen mit psychischen Erkrankungen bei der Suche nach geeigneten Hilfsangeboten in Mecklenburg-Vorpommern. Um Kinder aus psychisch belasteten Familien zu stärken, wurde 2023 die Landesfachstelle KipsFam gegründet. Der Verband beteiligt sich zudem an dem Präventionsprogramm „Verrückt? Na und!“, das Schulkinder über psychische Gesundheit aufklärt, und schult Laien mit dem Kurs „Mental Health First Aid“ in der Ersten Hilfe bei psychischen Krisen.

Im Rahmen einer Festveranstaltung wurde das Jubiläum am 14. Mai 2025 im Hotel Elefant in Schwerin gefeiert. Zahlreiche Mitglieder, Gäste und langjährige Weggefährten des Verbandes beteiligten sich an dem Festakt. In ihren Grußworten gingen Nils Greve (Vorstandsvorsitzende des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie e.V.), Dr. Rainer Kirchhefer (Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg) sowie Dr. Antonia Kowe (Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport) auf die Bedeutung des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. für die psychiatrische und psychosoziale Versorgung von Mecklenburg-Vorpommern ein. Zudem gaben Sandra Rieck (Vorstandsvorsitzende und Gründungsmitglied des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.), Frank Hammerschmidt (Projektmitarbeiter Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.) und Dr. Michael Köpcke (ehemalige Leitung des Referates Psychiatrie, Maßregelvollzug, Sucht und Prävention des Gesundheitsministeriums Mecklenburg-Vorpommern) einen Überblick zur dreißigjährigen Geschichte des Verbandes.

Ein Videorückblick zur Festveranstaltung finden Sie hier im internen Mitgliederbereich des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. und einen freien Filmbeitrag zur Festveranstaltung und Fachtagung vom Sender MV1 finden Sie hier.

Fachtagung “Kooperation und kooperative Behandlungs- und Unterstützungsformen in der psychiatrischen Versorgung: Perspektiven nach 50 Jahren Psychiatrie-Enquete” am 15. Mai 2025 in Schwerin

Jährlich weisen etwa 28 Prozent der Erwachsenen und 23 Prozent der Kinder- und Jugendlichen in Deutschland Merkmale einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung auf. Rund ein bis zwei Prozent von ihnen leiden an den schweren und langanhaltenden Auswirkungen ihrer psychischen Erkrankung, die mit einer intensiven Inanspruchnahme von psychiatrischen und psychosozialen Beratungs-, Behandlungs- und Unterstützungsangeboten einhergehen. In der angloamerikanischen Fachliteraturetablierte sich zur Bezeichnung dieser Zielgruppe der Begriff „Severe Mental Illness“ (dt.„schwere psychische Erkrankungen“).

Blick vom Tagungsort in den Räumlichkeiten des Ludwig-Bölkow-Haus der IHK Schwerin auf das Schweriner Schloss

Im Zuge der Psychiatrie-Enquete hat sich in den letzten 50 Jahren für die Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen in Deutschland ein differenziertes Versorgungssystem mit verschiedenen Beratungs-, Behandlungs- und Unterstützungsformen entwickelt. Dennoch weisen betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene noch immer zahlreiche psychosoziale Gesundheitsbeeinträchtigungen und gesellschaftliche Teilhabeeinschränkungen auf. So gehen schwere psychische Erkrankungen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung mit einem erhöhten Risiko für Beschäftigungslosigkeit, Armut, Verschuldung, Wohnungslosigkeit, Viktimisierung, komorbide somatische Erkrankungen und mit einer vorzeitigen Sterblichkeit einher. Gerade im Bereich der Sozialen Teilhabe ist das Risiko für Exklusionsprozesse besonders hoch. Darüber hinaus gehören Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen immer noch zu einer Zielgruppe, die erheblichen Stigmatisierungsprozessen und einstellungsbedingten Barrieren in der Bevölkerung ausgesetzt ist.

Aufgrund dieser Risiken bedarf es in der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung systemübergreifender und nachhaltiger kooperativer Behandlungs- und Unterstützungsformen, um Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen adäquat zu versorgen. Anlässlich des 50. Jubiläums der Psychiatrie-Enquete und des 30-jährigen Jubiläums des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. beschäftigte sich die Fachtagung mit dem Thema „Kooperation und kooperative Behandlungs-, Rehabilitation- und Unterstützungsformen in der psychiatrischen Versorgung: Perspektiven nach 50 Jahren Psychiatrie-Enquete“.

Nach der Eröffnung der Fachtagung durch Sandra Rieck (Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.) und Tina Lindemann (Geschäftsführerin des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie e.V.) wurde zur Einstimmung in das Tagungsthema der von der GBS mbH und Frank Köbe produzierte Kurzfilm Zweiffelos präsentiert, der sich mit den Wünschen und Träumen von Menschen mit psychischen Erkrankungen auseinandersetzt.

Im Anschluss gab Prof. Dr. Katarina Stengler (Helios Park-Klinikum Leipzig) in ihrem Impulsvortrag einen Überblick zu den aktuellen Herausforderungen in der sozialen und beruflichen Teilhabe von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Prof. Dr. Astrid Jörns-Presentati (IU Internationale Hochschule Hamburg) ging auf die Notwendigkeit von kooperativen Behandlungs- und Unterstützungsformen in der psychiatrischen Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen ein.

Prof. Dr. Katarina Stengler (Helios Park-Klinikum Leipzig)

Nach den einführenden Vorträgen hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit drei Symposien zu besuchen. Das erste Symposium beschäftigte sich mit kooperativen Versorgungsmodellen bei psychisch belasteten Kindern, Jugendlichen und Familien. Hierzu gab Prof. Dr. Michael Kölch (Direktor der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter der Universitätsmedizin Rostock) einen Einblick in die aktuellen Herausforderungen und Perspektiven von kooperativen Behandlungs- und Unterstützungsformen für psychisch belastete Kinder, Jugendliche und Familien. Prof. Dr. Astrid Jörns-Presentati widmete sich ausgehend von wissenschaftlichen Kooperationsstudien mit kooperativen Versorgungsmodellen in der Kinder- und Jugendhilfe/ Kinder- und Jugendpsychiatrie bei Kindern und Jugendlichen mit komplexen Unterstützungsbedarfen und herausfordernden Verhaltensweisen (Systemsprenger*innen). Dr. Tina Schlüter (Chefärztin der Außenstellen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie, Klinikum am Weissenhof) berichtete über aufsuchende Behandlungsformen in der psychiatrischen Versorgung von psychisch erkrankten Kindern, Jugendlichen und Familien. Zum Abschluss gaben Dr. Kristin Pomowski und Anke Wagner (Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.) Einblicke in die Arbeit der Landesfachstelle: KipsFam und in das Modellprojekt Mental Health Community M-V des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Prof. Dr. Astrid Jörns-Presentati (IU Internationale Hochschule Hamburg)

Das zweite Symposium beschäftigte sich mit kooperativen Behandlungs- und Unterstützungsformen in der Erwachsenenpsychiatrie. Hierzu stelten Nils Greve (Vorstandsvorsitzende des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie e.V.) und Dr. Elke Prestin (NetzG – Bundesnetzwerk Selbsthilfe seelische Gesundheit e.V., ehem. wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt GBV) das Projekt “Gemeindepsychiatrische Basisversorgung” des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie vor. Mit dem Projekt wurden im Zeitraum von 2019 bis 2022 gemäß der S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“ die „gemeindepsychiatrischen Systeminterventionen“ in ausgewählten Regionen erprobt. Dr. Klaus Obert beschäftigte sich dagegen in seinem Vortrag mit der gemeindepsychiatrischen Versorgung von Patient*innen aus der Forensik. Dabei berichtete er über die Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der forensischen Nachsorge im Gemeindepsychiatrischen Verbund Stuttgart. Am Ende ging Prof. Dr. Andreas Speck (Hochschule Neubrandenburg) auf das Thema Einsamkeit als gesellschaftliches und politisches Phänomen und auf die soziale Exklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen ein.

Zum Abschluss des Modellprojektes “Individual Placement and Support-Coaching – Zurück ins Berufsleben (IPS-ZIB)”, das das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. gemeinsam mit dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. und vielen weiteren Kooperationspartner*innen zwischen 2020 und 2025 umsetzte, fand ein dritte Symposium zum Thema berufliche Teilhabe statt. Im Zuge des Projektes wurde ein IPS-Coaching (Individual Placement and Support), das sich am evidenzbasierten Konzept des Supported Employment orientiert, in der Region Greifswald, im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und in der Region Bielefeld erprobt und wissenschaftlich evaluiert. Dabei handelt es sich um ein individuell zugeschnittenes Rehabilitationsarrangement, das von einem Jobcoach begleitet und zusätzlich durch ein flexibles Maßnahme-Budget flankiert wird. Zielgruppe der Maßnahme sind Personen mit psychotischen oder affektiven Störungen und mit komplexem Unterstützungsbedarf, für die eine erhebliche Gefährdung oder Minderung der Erwerbsfähigkeit besteht. In dem Symposium gaben Prof. Dr. Ingmar Steinhart (Direktor Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., An-Institut der Universität Greifswald) und Prof. Dr. Katarina Stengler (Helios Park-Klinikum Leipzig) unter Beteiligung der wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Projektpartner*innen einen Überblick zur Projektumsetzung und den Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitforschung.

Wir bedanken uns bei allen Referent*innen und Teilnehmer*innen für die gelungene Festveranstaltung und Fachtagung. Alle Präsentationen zur Fachtagung und alle aufgenommen Videovorträge aus dem Symposium zwei finden Sie hier im internen Mitgliederbereich des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Kostenlose Fachveranstaltung „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung“ am 09. Oktober 2025 in Züssow

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Instrument für einen präventiven und systematischen Arbeits- und Gesundheitsschutz. Ihr Ziel ist es, arbeitsbedingte Gefährdungen für die Sicherheit, Gesundheit und soziale Teilhabe der Beschäftigten zu minimieren. Ihre Durchführung ist für Arbeitgeber*innen nach §5 ArbSchG verpflichtend vorgeschrieben. Dazu gehört sowohl die Erfassung psychischer Belastungen als auch die Entwicklung geeigneter Maßnahmen zu deren Reduzierung. Betriebs- und Personalräte haben dabei umfassende Mitbestimmungsrechte. Dennoch gibt es noch viele Unsicherheiten bei der konkreten Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung.

Die Veranstaltung gibt einen ersten Überblick über die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, informiert über konkrete Handlungsempfehlungen und die Möglichkeit, eigene Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Darüber hinaus gibt es Raum für Austausch und Diskussion mit dem Referenten sowie regionalen Expert*innen, die vielfältige beratenden sowie psychosoziale und psychiatrische Unterstützung anbieten. Die Veranstaltung richtet sich an regionale Arbeitgebende, Führungskräfte, Personalverantwortliche, Betriebsräte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald sowie an alle, die die psychische Gesundheit im Unternehmen fördern möchten.

Die Veranstaltung vermittelt Kenntnisse, die für die Arbeit der Betriebsräte gem. BetrVG § 37 (6) erforderlich sind. Das gilt ebenso für Personalräte nach den jeweiligen Landesgesetzen, Mitarbeitervertretungen (MVG-EKD § 19 (3)) sowie weitere Personengruppen mit Rechtsanspruch auf Freistellung.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Weitere Informationen finden Sie hier:

Netzwerktreffen aller Genesungsbegleiter*innen aus Mecklenburg-Vorpommern am 17. Oktober 2025 in Rostock

Am 17. Oktober 2025 lädt der Verei EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. laden zum 1. landesweiten Netzwerktreffen der Genesungsbegleiter*innen in Mecklenburg-Vorpommern ein. Das Netzwerktreffen bietet Ihnen praxisnahe Einblicke in die Arbeit der Genesungsbegleiter*innen. Im Rahmen der Veranstaltung erfahren die Teilnehmer*innen:

  • welchen Mehrwert Genesungsbegleiter/innen in Teams und Einrichtungen einbringen,
  • wie Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelingen kann,
  • welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Integration wichtig sind,
  • und wie Sie als Arbeitgeber*innen, Fachkraft oder Interessierte/r konkret profitieren können.

Die kostenlose Veranstaltung richtet sich für Arbeitgeber*innen, Fachkräfte aus der psychiatrischen und psychosozialen Praxis sowie für alle Interessierte. Die Veranstaltung findet in der Volkshochschule Rostock, Am Kabutzenhof 20a, 18057 in Rostock statt.

Weitere Informationen finden Sie hier im Flyer:

30 Jahre Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V. – Festveranstaltung und Fachtagung am 14. und 15. Mai 2025

Kooperation und kooperative Behandlungs- und Unterstützungsformen in der psychiatrischen Versorgung: Perspektiven nach 50 Jahren Psychiatrie-Enquete.

Jährlich weisen etwa 28 Prozent der Erwachsenen und 23 Prozent der Kinder- und Jugendlichen in Deutschland Merkmale einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung auf. Rund ein bis zwei Prozent von ihnen leiden an den schweren und langanhaltenden Auswirkungen ihrer psychischen Erkrankung, die mit einer intensiven Inanspruchnahme von psychiatrischen und psychosozialen Beratungs-, Behandlungs- und Unterstützungsangeboten einhergehen. In der angloamerikanischen Fachliteraturetablierte sich zur Bezeichnung dieser Zielgruppe der Begriff „Severe Mental Illness“ (dt.„schwere psychische Erkrankungen“).

Im Zuge der Psychiatrie-Enquete hat sich in den letzten 50 Jahren für die Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen in Deutschland ein differenziertes Versorgungssystem mit verschiedenen Beratungs-, Behandlungs- und Unterstützungsformen entwickelt. Dennoch weisen betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene noch immer zahlreiche psychosoziale Gesundheitsbeeinträchtigungen und gesellschaftliche Teilhabeeinschränkungen auf.

So gehen schwere psychische Erkrankungen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung mit einem erhöhten Risiko für Beschäftigungslosigkeit, Armut, Verschuldung, Wohnungslosigkeit, Viktimisierung, komorbide somatische Erkrankungen und mit einer vorzeitigen Sterblichkeit einher. Gerade im Bereich der Sozialen Teilhabe ist das Risiko für Exklusionsprozesse besonders hoch. Darüber hinaus gehören Menschen mitschweren psychischen Erkrankungen immer noch zu einer Zielgruppe, die erheblichen Stigmatisierungsprozessen und einstellungsbedingten Barrieren in der Bevölkerung ausgesetzt ist.

Aufgrund dieser Risiken bedarf es in der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung systemübergreifender und nachhaltiger kooperativer Behandlungs- und Unterstützungsformen, um Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen adäquat zu versorgen. Anlässlich des 50. Jubiläums der Psychiatrie-Enquete beschäftigt sich die Fachtagung mit dem Thema „Kooperation und kooperative Behandlungs-, Rehabilitation- und Unterstützungsformen in der psychiatrischen Versorgung: Perspektiven nach 50 Jahren Psychiatrie-Enquete“. Am Vorabend der Tagung wird das 30. Jubiläum des Landesverbands Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. begangen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier:

Kostenlose Online-Fachtagung „Psychosoziale Versorgung in der Krise?! Strategien gegen Fachkräftemangel” am 06. Mai 2025

Im Bereich der psychosozialen Versorgung gehört der Fachkräftemangel mittlerweile zu einer der größten Herausforderungen. Organisationen und Fachkräfte sehen sich auf der einen Seite mit den Folgen des demografischen Wandels und mit gravierenden Veränderungen in der Arbeitswelt konfrontiert. Auf der anderen Seite bleiben die psychosozialen Unterstützungsbedarfe von Menschen in prekären Lebens- und Versorgungssituationen hoch. Zudem werden in diesem Kontext Deprofessionalisierungsentwicklungen befürchtet, die durch die Aufweichung von fachlichen Standards in der Ausbildung und Praxis entstehen, um schnellstmöglich den Fachkräftemangel zu kompensieren.

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, bedarf es neuer Initiativen und Strategien, die die Attraktivität der psychosozialen Praxis erhöhen, dem fehlenden Nachwuchs an vielen Hochschulen und Ausbildungsinstitutionen entgegenwirken und die Arbeitszufriedenheit in sozialen Organisationen durch neue Organisations-, Führungs- und Personalentwicklungskonzepte fördern.

Die Online-Fachtagung unter der Organisation des European Centre for Clinical Social Work e.V. zeigt Perspektiven zum Umgang mit dem Fachkraftmangel auf und trägt zur Diskussion bei. Die Fachtagung findet in Kooperation mit der Fachhochschule Campus Wien, dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit e.V., der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit, dem Schweizerischen Fachverband für gesundheitsbezogene Soziale Arbeit und der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe e.V. statt.

Das Thema des Fachkräftemangels wird mithilfe von Keynotes und Vortragspanels diskutiert. Die Fachtagung richtet sich an Mitarbeitende aus verschiedenen psychosozialen Arbeitsfeldern, Studierende der Sozialen Arbeit sowie an Wissenschaftler*innen aus den Bereichen der Sozial- und Gesundheitswissenschaften.

Anmeldung und Teilnahme sind kostenlos. Weitere Informationen zum Programm und zu den einzelnen Beiträgen sowie zur Anmeldung finden Sie unter anderem hier:

Veranstaltung „(Psychische) Gesundheit fördern – Arbeitsplatz sichern und erhalten“ am 01. April 2025 in Greifswald

Die Förderung der psychischen Gesundheit von Mitarbeitenden stärkt das betriebliche Klima und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und ist somit eine lohnende Investition.

In den letzten zehn Jahren haben psychische Belastungen stark zugenommen – um 48 Prozent im Vergleich zu anderen Erkrankungsgruppen – und gehen mit vielen beruflichen Fehltagen einher. Unternehmen stehen damit vor besonderen Aufgaben und Führungskräfte sind gefordert, die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigen zu fördern, mögliche Belastungen frühzeitig zu erkennen und Unterstützung anzubieten.

Ziel der Veranstaltung ist es, das Thema psychische Erkrankungen und Belastung am Arbeitsplatz öffentlich sichtbar und besprechbar zu machen und vor allem Führungskräfte und Personalverantwortliche dafür zu sensibilisieren, dass in der Förderung der psychischen Gesundheit bei Arbeitgebenden Chancen liegen, die Arbeits- und Fachkräfte zu sichern. Gleichzeitig sollen Barrieren bei Arbeitgebenden abgebaut werden, Menschen mit psychischen Störungen (weiter) zu beschäftigen und die Möglichkeiten der regionalen Unterstützungen und Förderungen kennenzulernen sowie Kontakte zu den Vertretenden zu knüpfen.

Weitere Informationen zum Programm, zum Veranstaltungsort und zur Anmeldung finden Sie hier: