Stellungnahme des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V e. V. zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nationalen Suizidprävention

Stellungnahme des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nationalen Suizidprävention

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat seine Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit für ein Gesetz zur Stärkung der nationalen Suizidprävention fristgerecht im Rahmen des Beteiligungsverfahrens an das Bundesministerium für Gesundheit übermittelt.

Wir begrüßen ausdrücklich die Initiative des Bundes, erstmals einen gesetzlichen Rahmen für eine bundesweit koordinierte und langfristig angelegte Suizidprävention zu schaffen. Angesichts von jährlich mehr als 10.000 Suiziden in Deutschland ist die Stärkung der Suizidprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die weit über die medizinische Versorgung hinausgeht.

Aus Sicht des Landesverbandes kann eine wirksame Suizidprävention nur gelingen, wenn medizinische, sozialpsychiatrische und psychosoziale Hilfen eng miteinander verzahnt werden. Menschen in suizidalen Krisen wenden sich häufig zunächst an niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote, Sozialpsychiatrische Dienste, Hausärzt*innen, Selbsthilfe oder andere gemeindenahe Hilfen. Diese Strukturen müssen deshalb als tragende Säulen einer nationalen Präventionsstrategie verstanden und dauerhaft gestärkt werden.

In unserer Stellungnahme sprechen wir uns insbesondere aus für:

  • die ausdrückliche Berücksichtigung der Sozialpsychiatrie und gemeindepsychiatrischer Versorgungsstrukturen als zentrale Bestandteile der nationalen Suizidprävention,
  • verbindliche regionale Netzwerke zwischen Gesundheitswesen, Sozialpsychiatrie, Eingliederungshilfe, Suchthilfe, Selbsthilfe und weiteren Akteur*innen,
  • eine nachhaltige Finanzierung niedrigschwelliger Krisendienste und psychosozialer Unterstützungsangebote,
  • die stärkere Einbindung von Peer-Support und EX-IN-Genesungsbegleitung,
  • den Ausbau bundesweiter Qualifizierungsangebote für Fachkräfte und weitere Berufsgruppen,
  • die stärkere Berücksichtigung von Postvention, Angehörigen sowie besonders vulnerablen Personengruppen,
  • Maßnahmen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen als festen Bestandteil der Suizidprävention sowie
  • eine regional ausgerichtete Bedarfsplanung und wissenschaftliche Evaluation.

Besonders für Mecklenburg-Vorpommern sehen wir aufgrund der großen Flächen, der geringen Bevölkerungsdichte und der bestehenden Versorgungsherausforderungen einen erheblichen Handlungsbedarf. Verlässliche Krisenhilfen, sektorenübergreifende Zusammenarbeit und eine langfristige Finanzierung sind wesentliche Voraussetzungen, damit Menschen in psychischen Krisen frühzeitig erreicht und wirksam unterstützt werden können.

Unsere Stellungnahme versteht sich als fachlicher Beitrag zur Weiterentwicklung des Gesetzentwurfs. Als Landesverband bringen wir dabei unsere langjährigen Erfahrungen aus der sozialpsychiatrischen Praxis, der Netzwerkarbeit sowie der Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsorganisationen und zahlreichen Kooperationspartner*innen ein.

Die vollständige Stellungnahme steht nachfolgend als PDF zum Download zur Verfügung.

Jetzt als Modellstandort bewerben: Familie Löwenmut MV stärkt Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien

Kinder aus psychisch oder suchtbelasteten Familien benötigen frühzeitige, verlässliche und niedrigschwellige Unterstützung, um ihre Entwicklungschancen und ihre psychische Gesundheit nachhaltig zu stärken. Mit dem landesweiten Modellprojekt „Familie Löwenmut MV – Resilienzförderung und soziale Teilhabe von Kindern aus psychisch und suchtbelasteten Familien“ werden in Mecklenburg-Vorpommern tragfähige Unterstützungsstrukturen geschaffen, die Kitas, Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Sozialpsychiatrie eng miteinander vernetzen.

Das Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) sowie das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert und baut auf dem wissenschaftlich evaluierten Präventionsprogramm Familie Löwenmut auf. Im Mittelpunkt steht ein zehnwöchiges Resilienzprogramm für Vorschulkinder, das im Kita-Alltag durch qualifizierte pädagogische Fachkräfte umgesetzt wird. Dabei werden alle Kinder einer Vorschulgruppe einbezogen – ohne Stigmatisierung einzelner Familien. Ergänzt wird das Konzept durch Elternarbeit sowie die enge Zusammenarbeit mit regionalen Unterstützungsnetzwerken.

Sieben Modellstandorte gesucht

Für die Umsetzung des Projekts werden sieben regionale Modellstandorte in Mecklenburg-Vorpommern gesucht. Bewerben können sich regionale Partnerschaften oder einzelne Einrichtungen, die das Programm gemeinsam mit mindestens einer Kindertagesstätte in ihrem Sozialraum umsetzen möchten.

Die ausgewählten Standorte profitieren von:

  • einer kostenfreien Qualifizierung im Löwenmut-Konzept,
  • kontinuierlicher fachlicher und organisatorischer Begleitung,
  • praxisnahen Materialien für den Kita-Alltag und die Elternarbeit,
  • Unterstützung beim Aufbau und der Weiterentwicklung regionaler Netzwerke sowie
  • einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit den anderen Modellstandorten.

Interessenbekundung bis zum 07. September 2026

Interessierte Einrichtungen und regionale Netzwerke können ihre formlose Interessenbekundung bis zum 07.09.2026 an die regionale Projektkoordinatorin Julia Schreiter senden:

E-Mail: julia.schreiter@sozialpsychiatrie-mv.de

Die Interessenbekundung sollte eine kurze Vorstellung der Einrichtung bzw. der regionalen Partnerschaft sowie Angaben enthalten:

  • warum Sie am Modellprojekt teilnehmen möchten,
  • welche Kita bzw. Kitas beteiligt werden sollen oder bereits als Kooperationspartner zur Verfügung stehen,
  • welche regionalen Netzwerkpartner das Vorhaben unterstützen oder künftig eingebunden werden können.

Im Anschluss finden zwischen September und Mitte Oktober 2026 digitale Kennenlerngespräche statt. Die Auswahl der Modellstandorte erfolgt bis zum 15. Oktober 2026, die Auftaktqualifizierung ist für Anfang Dezember 2026 geplant. Die Umsetzung in den beteiligten Kitas beginnt ab Februar 2027.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier auf der Projektseite oder hier im Flyer.

Neues Projekt gestartet: Familie Löwenmut MV stärkt Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien

Seit dem 1. Juli 2026 setzt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. das neue Projekt „Familie Löwenmut MV“ um. Ziel des Projekts ist es, die Resilienz und soziale Teilhabe von Kindern im Kita-Alter aus Familien zu stärken, in denen ein Elternteil psychisch oder suchtkrank ist.

Familie Löwenmut MV baut auf einem bereits erprobten und evaluierten Programm auf und entwickelt dieses für Mecklenburg-Vorpommern weiter. Im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen mit regionalen Partnern aus dem Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendhilfe sowie dem psychosozialen Unterstützungssystem. So sollen Kinder und ihre Familien frühzeitig, bedarfsgerecht und niedrigschwellig Unterstützung erhalten.

Während der Projektlaufzeit bis zum 30. Juni 2028 entstehen landesweit neun Modellstandorte. Zwei regionale Netzwerke konnten bereits gewonnen werden, weitere Standorte befinden sich derzeit im Aufbau. Die teilnehmenden Einrichtungen werden fachlich begleitet und qualifiziert, um nachhaltige regionale Unterstützungsstrukturen für Kinder und Familien zu entwickeln.

Aktuell wird eine Interessenbekundung vorbereitet, mit der sich weitere Kindertageseinrichtungen gemeinsam mit regionalen Netzwerkpartnern am Projekt beteiligen können. Nach Veröffentlichung werden die entsprechenden Unterlagen auf unserer Website zur Verfügung gestellt.

Familie Löwenmut MV wird im Rahmen der Förderung von Maßnahmen zur Unterstützung und Stärkung von Kindern und Jugendlichen aus psychisch belasteten oder suchtbelasteten Familien gefördert. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+).

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier auf unserer Projektseite oder erhalten Sie direkt bei den Ansprechpartnerinnen des Projekts.

Neue Ausgabe des Newsletters der Landesfachstelle: KipsFam

Die neue Ausgabe der BlickPost, dem Newsletter der Landesfachstelle KipsFam, ist erschienen. Die Juli-Ausgabe 2026 präsentiert sich erstmals in einem neuen, modernen Format und informiert über aktuelle Entwicklungen, Projekte und Veranstaltungen rund um die Unterstützung von Kindern aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien in Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe ist das 5. KipsFam-Projektforum, das am 1. Juli in der Scheune Bollewick stattfand. Rund 150 Fachkräfte aus ganz Mecklenburg-Vorpommern diskutierten dort die Frage, wie eine bedarfsgerechte Versorgung von Kindern aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien im ländlichen Raum trotz weiter Wege, knapper Angebote und begrenzter Ressourcen gelingen kann.

Darüber hinaus gibt die neue BlickPost Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten der KipsFam-Regionalstellen und Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Berichtet wird unter anderem über neue Netzwerke und Kooperationen, Angebote für Fachkräfte und Familien sowie aktuelle Entwicklungen in den Regionen.

Ergänzt wird der Newsletter durch Hinweise auf Fortbildungen und Veranstaltungen, aktuelle Studien und Fachbeiträge sowie Empfehlungen für Bücher und Materialien.

Die neue BlickPost können sie hier frei herunterladen und abonnieren.

Suchtwoche vom 15. bis 19. Juni 2026 im Landkreis Vorpommern-Rügen

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Sucht des Landkreises Vorpommern-Rügen lädt vom 16. bis 18. Juni 2026 zu einer Suchtwoche mit vielfältigen Informations- und Austauschangeboten ein. Die Veranstaltungen richten sich an Fachkräfte, Betroffene, Angehörige sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Den Auftakt bildet am 16. Juni 2026 der Fachvortrag mit Ausstellung „FASD – eine unsichtbare Behinderung sichtbar machen“ im Haus Rügen in Dreschvitz. Referentin ist Conny Kirsten. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.

Am 17. Juni 2026 findet in der Klinikumskirche Stralsund der Suchtfachtag unter dem Motto „Wo der Mut beginnt, wachsen Dir Flügel“ statt. Renommierte Referentinnen und Referenten informieren über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Suchthilfe. Auch für diese Veranstaltung wird um Anmeldung gebeten.

Den Abschluss der Suchtwoche bildet am 18. Juni 2026 der Filmabend „Tausche Panikattacken gegen Leberzirrose“ im UC Kino Bergen auf Rügen. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich.

Ergänzend beteiligt sich die Sucht- und Drogenberatungsstelle Stralsund vom 13. bis 21. Juni 2026 mit verschiedenen Aktionen an der bundesweiten Aktionswoche Alkohol 2026.

Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Ermöglicht werden sie durch die Unterstützung des Landkreises Vorpommern-Rügen und des Gemeindepsychiatrischen Leistungserbringerverbundes (GPLV). Der Suchtfachtag wird zusätzlich durch das Helios Hanseklinikum Stralsund und die Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten unterstützt.

Weitere Informationen zu Veranstaltungszeiten, Anmeldungen und Ansprechpartner finden Sie in den Veranstaltungsflyern der Organisator*innen.

Von der Kostensteuerung zur Versorgungsverantwortung – Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V. nimmt Stellung zum BTHG-Sonderbericht des Landesrechnungshofes

Von der Kostensteuerung zur Versorgungsverantwortung – Landesverband Sozialpsychiatrie MV nimmt Stellung zum Sonderbericht des Landesrechnungshofes

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat eine ausführliche Stellungnahme zum Sonderbericht des Landesrechnungshofes Mecklenburg-Vorpommern zur Finanzierung und Steuerung der Aufgaben nach dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) veröffentlicht.

Der Landesrechnungshof benennt in seinem Bericht erhebliche strukturelle, organisatorische und finanzielle Herausforderungen bei der Umsetzung der Eingliederungshilfe in Mecklenburg-Vorpommern. Aus Sicht des Landesverbandes ist die Analyse wichtiger Ausgangspunkt für notwendige Reformen. Gleichzeitig darf die Debatte über die Zukunft der Eingliederungshilfe nicht auf Fragen der Kostenentwicklung und Wirtschaftlichkeit reduziert werden: „Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen benötigen verlässliche, personenzentrierte und sozialraumorientierte Unterstützungsangebote. Selbstbestimmung, soziale Teilhabe und Gleichberechtigung müssen auch künftig die zentralen Leitziele der Eingliederungshilfe bleiben“, betont der Landesverband.

In seiner Stellungnahme hebt der Verband insbesondere folgende Handlungsfelder hervor:

  • Erhalt der personenzentrierten Bedarfsermittlung und des Wunsch- und Wahlrechts der Leistungsberechtigten
  • Mehr Transparenz, Beteiligung und Planungssicherheit bei Reform- und Steuerungsprozessen
  • Einrichtung regionaler und landesweiter Steuerungsgremien für die psychosoziale Versorgung
  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Eingliederungshilfe (SGB IX) und Gesundheitsversorgung (SGB V)
  • Qualitätsentwicklung auf Grundlage fachlicher und teilhabeorientierter Kriterien statt ausschließlich betriebswirtschaftlicher Kennzahlen
  • Stärkung sozialräumlicher Versorgungsstrukturen und gemeindepsychiatrischer Netzwerke
  • Ausbau von Prävention, Gesundheitsförderung und niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten
  • Entwicklung einer langfristigen Landesstrategie für die psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern

Eine nachhaltige Weiterentwicklung kann aus Sicht des Verbandes nur im gemeinsamen Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Leistungsträgern, Leistungserbringern, Selbsthilfe, Zu- und Angehörigen sowie Menschen mit eigener Erfahrung gelingen. Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. erklärt ausdrücklich seine Bereitschaft, die hierfür notwendigen fachpolitischen Entwicklungs- und Reformprozesse konstruktiv zu begleiten und aktiv mitzugestalten.

Die vollständige Stellungnahme steht hier zum Download bereit:

Junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern psychisch belastet – Fachverband fordert Handeln

Junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern psychisch belastet – Fachverband fordert Handeln

Angststörungen und Depressionen nehmen zu. / Besonders jugendliche Mädchen häufig betroffen.

Rostock – Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern ist weiterhin stark belastet. Aktuelle Daten des DAK-Gesundheitsreports zeigen: Angststörungen, Depressionen und Essstörungen sind seit der Pandemie deutlich angestiegen und verharren auf hohem Niveau. Der Landesverband Sozialpsychiatrie MV fordert die Landespolitik, Kommunen und Leistungsträger daher dazu auf, entschlossen zu handeln und Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um diesen Trend zu brechen.

Seit 2019 stiegen die Diagnosen von Angststörungen um 36 Prozent, Essstörungen um 21 Prozent und Depressionen um 19 Prozent. Besonders betroffen sind Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren – bei ihnen nehmen auch chronische Verläufe deutlich zu.

„Wir erleben keine kurzfristige Krise, sondern eine anhaltende Belastung junger Menschen“, erklärt Karsten Giertz, Geschäftsführer des Landesverbands. „Wenn sich psychische Erkrankungen früh verfestigen, steigen die Risiken für Bildungsabbrüche, soziale Isolation und langfristige gesundheitliche Probleme.“

Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der Betroffenen ohne Hilfe: Schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit behandlungsbedürftigen psychischen Problemen nehmen keine Unterstützung in Anspruch – unter anderem wegen fehlender Angebote und Stigmatisierung.

Der Landesverband kritisiert, dass die öffentliche Debatte häufig zu kurz greift. Einseitige Forderungen – etwa nach pauschalen Social-Media-Verboten – würden den komplexen Ursachen psychischer Belastungen nicht gerecht. Stattdessen brauche es umfassende und langfristige Strategien. Der Verband fordert deshalb eine landesweite Gesamtstrategie zur Stärkung der psychischen Gesundheit. Notwendig seien vor allem mehr niedrigschwellige, wohnortnahe Hilfen, mehr Präventionsangebote, eine bessere Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und Gesundheitswesen sowie gezielte Unterstützung beim Übergang ins Erwachsenenalter.

Kritisch bewertet der Verband zudem mögliche Kürzungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Diese würden die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen: „Die psychische Gesundheit junger Menschen ist eine zentrale Zukunftsfrage für Mecklenburg-Vorpommern“, so Giertz. „Es braucht jetzt verlässliche Investitionen und nachhaltige Strukturen.“

Die komplette Stellungnahme finden Sie hier:

Kostenlose Online-Fachtagung: Einsamkeit im Fokus – Einsamkeitsphänomene in der Sozialen Arbeit erkennen und ihnen professionell begegnen am 12. Mai 2026

Weltweit klagen 20 Prozent aller Menschen über schwer auszuhaltende Erfahrungen von Einsamkeit. Darunter verstehen wir einen subjektiv wahrgenommenen Mangel an quantitativen und / oder qualitativen Aspekten eigener sozialer Beziehungen. Einsamkeit wirkt sich negative auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus. Vor allem im Kontext der andauernden Unsicherheit durch gesellschaftliche Krisen und der damit einhergehenden Auflösung sozialer und politischer Strukturen hat Einsamkeit zahlreiche Facetten angenommen, die über die Lebensspanne hinausgehen. Mittlerweile sind zahlreiche Einsamkeitsphänomene bekannt, beispielsweise bei Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, bei Menschen mit depressiven Erkrankungen, bei gesellschaftlichen Minderheiten im Zuge der zunehmenden Stigmatisierung und Ausgrenzung oder im Alter. Trotz zahlreicher Erkenntnisse über ihre Folgen wird die Bedeutung von Einsamkeit für ein gesundes Leben in der Bevölkerung immer noch relativiert.

Daher lädt das European Centre for Clinical Social Work e.V. (ECCSW) am 12. Mai 2026 unter dem Motto „Einsamkeit im Fokus – Einsamkeitsphänomene in der Sozialen Arbeit erkennen und ihnen professionell begegnen“ zu einer kostenfreien Onlinefachtagung ein. Dabei sollen die gesundheitlichen Auswirkungen von Einsamkeit in der Bevölkerung und bei verschiedenen Zielgruppen der Sozialen Arbeit im Fokus stehen. Gleichzeitig werden Strategien und Interventionsformen aufgezeigt, um Einsamkeitsphänomene rechtzeitig zu erkennen und ihnen professionell zu begegnen. Die Fachtagung findet in Kooperation mit der Hochschule Campus Wien, dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit, der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit in der Suchthilfe e.V., der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V., dem Schweizerischen Fachverband für gesundheitsbezogene Soziale Arbeit und der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit e.V. statt.

Alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

5. Projektforum KipsFam am 01. Juli 2026 in der Scheune Bollewick

Wie kann eine bedarfsgerechte Versorgung für Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien im ländlichen Raum gelingen – trotz weiter Wege, knapper Angebote und begrenzter Ressourcen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Landesfachstelle KipsFam MV auf ihrem 5. Projektforum am 1. Juli in der Scheune Bollewick. Im Mittelpunkt stehen Chancen und Herausforderungen: Welche Strukturen tragen bereits? Wo bestehen Versorgungslücken? Und welche Ansätze braucht es, um Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien auch außerhalb urbaner Zentren zuverlässig zu erreichen? Um diese Fragen zu beantworten und neue Perspektiven zu eröffnen, wurde ein spannendes Programm vorbereitet, das sowohl fachlichen Input als auch interdisziplinären Austausch vorsieht.

Alle Infos zu Programm und Anmeldung finden Sie hier: https://www.blickauf-kipsfam.de/projektforum

Wahlprüfsteine des LSP M-V e.V. zur Landtagswahl MV 2026

Wahlprüfsteine des LSP M-V e.V. zur Landtagswahl MV 2026

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. beteiligt sich anlässlich der Landtagswahl am 20. September 2026 mit eigenen Wahlprüfsteinen am politischen Diskurs.

Ziel ist es, die aktuelle Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen sichtbar zu machen und deren Belange stärker in der Sozial- und Gesundheitspolitik zu verankern.

Psychische Erkrankungen betreffen jährlich etwa 30 % der Bevölkerung in Deutschland – das entspricht rund 17,8 Millionen Menschen. Insbesondere aufgrund von aktuellen gesellschaftlichen und weltweiten Krisen nimmt die Häufigkeit von psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen in unserer Gesellschaft deutlich zu. Ein Teil dieser Betroffenen leidet an schweren und langanhaltenden Erkrankungen und ist auf umfassende medizinische sowie psychosoziale Unterstützung angewiesen. Gleichzeitig stellen Menschen mit schweren seelischen Behinderungen etwa die Hälfte der Hilfeempfängerinnen und -empfänger im Bereich der Sozialhilfe.

Diese Zahlen verdeutlichen die hohe gesellschaftliche Relevanz und den dringenden politischen Handlungsbedarf.

Mit unseren Wahlprüfsteinen möchten wir zentrale Themen adressieren, den Dialog mit den Parteien fördern und zu nachhaltigen Verbesserungen in der Versorgung beitragen.

Die Wahlprüfsteine finden Sie hier als Download: