Videovorlesungsreihe Anthropologische Psychiatrie “Wer bin ich? Ringen um geeignete Hilfen für junge Menschen”

An der Universitätsmedizin Hamburg-Eppendorf veranstaltet Thomas Bock jährlich eine Vorlesungsreihe zur Anthropologischen Psychiatrie mit verschiedenen Schwerpunkten. Ziel der Vorlesungsreihe ist, ein menschliches Bild von psychischen Erkrankungen zu vermitteln, sie nicht auf die Abweichung von Normen oder die Folge entgleister Transmitter zu reduzieren. Anlässlich der COVID-19-Pandemie findet seit 2020 die Vorlesungsreihe in digitaler Form statt. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Universität Hamburg mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Irre menschlich Hamburg e.V. und psychenet. Dabei engagieren sich zahlreiche Expert*innen und Psychiatrieerfahrene sowie Angehörige.

Unter dem Motto „Wer bin ich? Ringen um geeignete Hilfen für junge Menschen” geht Thomas Bock im Wintersemester 2025/ 2026 mit Angehörigen, Psychiatrie-Erfahrenen und Praktiker*innen in den Austausch, um über die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen zu sprechen. Immer mehr jüngere Menschen werden obdachlos, brechen die Schule ab, geraten in Abhängigkeit. Prekäre Bedingungen begrenzen Lebenschancen. Versäumnisse in Kultur und Politik haben nachhaltige Auswirkungen – auch für das Hilfesystem. Was hilft präventiv, was nachhaltig? Kinder- und Jugendpsychiatrie will offen sein für Entwicklung und Trialog, vorsichtig in der Diagnostik und nachhaltig in der Begleitung. Kann sie das halten?

Wer bin ich – ohne Dach überm Kopf? Straßenkinder in Hamburg: Housing First!

Wie kann es sein, dass immer mehr junge Menschen obdachlos werden? Mindestens 150 in Hamburg unter 14, weit mehr ältere Jugendliche! Wie erleben sie diese Situation? Was suchen und brauchen sie? Welche Antworten hat das Hilfesystem? Wer trägt Verantwortung in der Politik? Lärry Beckmann schildert ihre eigenen Erfahrungen als 15-Jährige auf Hamburgs Straßen, wirbt für ein Angebot (z.B. „Momo“), in dem die Betroffenen eine entscheidende Beteiligung und Mitsprache haben. Ronald Prieß, als „Botschafter der Straßenkinder“, und Malte Block, Bereichsleiter eines großen Trägers, belegen mit ihr zusammen die Notwendigkeit und die Chancen eines individuellen, niedrigschwelligen, umfassenden, aber flexiblen Hilfeangebots, dessen Basis ein Wohnungspool ist (Housing First): Vertrauensvorschuss statt Wegsperren. Haltende Beziehung statt Erziehung, Halt statt Ausschluß, Sichern des Grundrechts Wohnen, das auch nach Auslaufen der Hilfen bestehen bleibt. Immer wieder wird auf positive Erfahrungen bestehender Modelle im Ruhrgebiet verwiesen. Folgt Hamburg?

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Lärry Beckmann (Erfahrung mit früher Obdachlosigkeit), Ronald Prieß (Botschafter der Straßenkinder in Hamburg, AK Kinder, Jugend und Bildung der Patriotischen Gesellschaft von 1765 e.V.) und Malte Block (Housing First).

Wer bin ich – ohne Heimat? Die Erfolgsgeschichte eines jungen Menschen, der alleine aus Afghanistan floh

Geflüchtete stoßen auf zunehmende Vorbehalte. Gesellschaftliche Fehlentwicklungen werden denen zugeschrieben, die aus noch katastrophaleren Verhältnissen fliehen. Was bedeutet es für Junge Menschen, die Heimat aufzugeben und zu fliehen? Was hilft ihnen anzukommen? Was können wir aus Erfolgsgeschichten lernen – über Solidarität, ehrenamtliches Engagement, die Kraft von Normalität und bürokratische Hürden? Was ist Aufgabe des Hilfesystems, was die der Politik?

Ali Sarwary ist mit 15 Jahren alleine aus Afghanistan geflüchtet und auf dem Landweg nach Deutschland gekommen. Er berichtet von vielen Entbehrungen und Konflikten, aber vor allem auch von dem, was gut tat. Ulrike Meyer Timpe hat ihn von Anfang an ehrenamtlich begleitet, sich über Bürokratie geärgert, aber auch Empfangskultur erlebt. Beide erzählen eine Erfolgsgeschichte, die alle politischen Vorbehalte widerlegt. Thomas Bock versucht, auch die professionelle Perspektive der erkrankten Kolleginnen im Blick zu behalten (s. folgende Links).

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Ulrike Meyer Timpe (engagierte Bürgerin) und Ali Sarwary (als 15-Jähriger geflüchtet).

Wer bin ich – ohne Sprache? – Grenzerfahrungen zwischen Schule, Psychiatrie und Jugendhilfe

Wie behalten Junge Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung Ihre Sprachhoheit? Wie finden die beteiligten Institutionen, Schule, Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Familie eine gemeinsame Sprache, um Krisen vor Ort aufzufangen, eine Hospitalisierung wenn möglich zu vermeiden und in jedem Fall den Rückweg ins Leben gut zu begleiten. Imke Neemann, Co-Chefärztin KJP Wilhelmstift, und Markus Schneider, ltd. Psychotherapeut dort, informieren über Erfolge und Perspektiven des „3 für 1 Projekts“, dessen Verstetigung jetzt politisch ansteht. Simon Schultheis war Nutzer und ist jetzt Comoderator des Gruppenangebots „Zu-sich-stehen“, das aus dem Kontext des Trialogs stammt: Mit wem und mit welchen Worten will ich über meine besonderen Erfahrungen sprechen, mit wem und wie nicht? Frau Stephanie Jürgensen ist Leiterin des Zentrums, das mit Bildungsangeboten einspringt, wenn die Rückkehr in die Regelschule noch nicht gelingt. Die Regionalen Beratungs- und Bildungszentren (ReBBZ) unterstützen beide Projekte. Der Dialog thematisiert auch den Stellenwert der äußeren Bedrohung und der Angst um die Welt für die psychische Belastung junger Menschen. Außerdem die subjektive Wirkung von Diagnosen und die Frage ob wir sie inzwischen zu schnell benutzen.

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Imke Neemann (Chefärztin KJPP Wilhelmstift, 3 für 1 Projekt), Markus Schneider (Leitender Psychotherapeut KJPP Wilhelmstift), Stephanie Jürgensen (Gesamtleitung des Bildungs- und Beratungszentrums Pädagogik bei Krankheit / Autismus) und Simon Schultheiss (Irre menschlich Hamburg e.V.).

Wer bin ich – ohne Diagnose? Forderungen der Schülerkammern zur Prävention an Schulen

Immer mehr junge Menschen verstehen sich als psychisch krank. Ist das ein Fortschritt, weil die Schwelle sinkt, sich Hilfe zu holen? Oder laufen wir Gefahr, Lebenskrisen zu pathologisieren. Inzwischen gibt es bereit einzelne Oberstufen-Klassen, in denen man sich rechtfertigen muss, keine Diagnose bzw. keine/n Psychotherapeuten/in zu haben. Frau Prof. Hohmann, Chefin der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKE warnt vor einer Politik, die die Belange junger Menschen hintanstellt und deren Sorgen an die Psychiatrie delegiert. Die psychische Belastung von Schüler:innen hat zugenommen, wie Schulbarometer und COPSY Studie belegen. Die Schule trägt selbst dazu bei und hilft wenig, sich zu schützen, beklagen Lea Höckel und Manuel Petersen von der Schülerkammer Hamburg. Auf der Bundesschülerkonferenz starteten alle Schülerkammern die Kampagne „Uns geht es gut?“ Zu den zehn Hauptforderungen gehören mehr Vermittlung von Gesundheits- und Medienkompetenz, mehr Ruhepausen und Rückzugsräume sowie mehr Schul-Psycholog:innen und -Sozialarbeiter:innen. Prävention mag Geld kosten, aber sie ist eine Investition in die Zukunft – so der gemeinsame Konsens.

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Prof. Dr. Sarah Hohmann, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie im UKE Hamburg, Lea Höckel und Manuel Petersen (beide Vorstandsmitglieder der Schüler:innenkammer Hamburg).

Trialogischer Rückblick – Was hilft präventiv, was nachhaltig?

Wer nimmt wahr? Wer schaut weg? Wer trägt Verantwortung? Spielen Politik und Psychiatrie Schwarzer Peter? Oder Mikado? Ist Kinder- und Jugendpsychiatrie immer auch Sozialpsychiatrie?

Trialogische Reflexion mit Gwen Schulz, Dr. Sabine Schütze und Marion Ryan.

„Himmel, der nirgendwo endet“ – Zu Marlen Haushofers Kindheitsroman

Bekannt und berühmt wurde Marlen Haushofer (1920 – 1970) mit ihrem Roman „Die Wand“ (auch durch die spätere Verfilmung mit Martina Gedeck): Eine Frau, abgeschottet in den Bergen hinter einer gläsernen Wand, nur mit ein paar Tieren lebend, kämpft ums Überleben. Dieser Roman hat viele Menschen verstört und berührt. Ebenso berührend ist ihr nach der „Wand“ erschienener Roman „Himmel, der nirgendwo endet“. (1966). Sie erzählt darin vom Heranwachsen eines Mädchens namens Meta, von ihrer magischen kindlichen Weltsicht und ihren Sorgen und Nöten in der Pubertät. Im Abschluss der Vorlesungsreihe über Identität von Kindern und Jugendlichen stellen wir diesen (teils autobiographischen) Roman vor und berichten aus dem stillen Leben der Autorin Marlen Haushofer. Eine Lesung von Dr. Torsten Flögel und Verena Kammerer, Berlin, mit Ausschnitten aus Werken Marlen Haushofers, erschienen beim Ullstein Buchverlag, Berlin

Aus der Reihe „SEELENLESE:N im Grenzbereich von Psychiatrie und Literatur“

Neujahrsgrüße

Zum Start ins neue Jahr wünschen wir vom Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., von der Landesfachstelle: KipsFam und vom Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. unseren Mitgliedern, Projektpartner*innen und Kooperationspartner*innen alles Gute, viel Erfolg in allen Vorhaben und vor allem Gesundheit.

Wir vom Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. und vom Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit sowie auf die gemeinsamen Initiativen und Projektvorhaben in 2026.

Fröhliche Weihnachten

Bild von Pixabay

Fröhliche Weihnachten

Ein bewegtes Jahr neigt sich dem Ende. Herzlichen Dank an alle, die mit ihrem engagierten Einsatz in diesem Jahr mit uns zusammengearbeitet haben. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern und Projektpartnern, die Treffen in den Landesarbeitsgruppen, die spannende Projektarbeit und das Mitwirken bei politischen Themen im kommenden Jahr.

Das gesamte Team vom Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., von der Landesfachstelle: Kinder aus psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien Mecklenburg-Vorpommern und vom Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. wünscht Ihnen allen eine besinnliche Weihnachtszeit und entspannte Feiertage im Kreise der Liebsten.

Ergebnisprotokoll zum Auftakttreffen zur Gründung einer Landesarbeitsgruppe der Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern

Unterstützt durch:

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LSP MV) und der Landesverband Schleswig-Holstein der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker e.V. (LVSH-AFpK) haben am10. September 2025 zu einem Online-Auftakttreffen zur Gründung einer Landesarbeitsgruppe für Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern eingeladen.

Ziele des Online-Treffens war die Entwicklung einer Perspektive für die Gründung einer Landesarbeitsgruppe für Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen, der landesweite Austausch und die Verbesserung der Unterstützung von Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch die landesweite Vernetzung sowie die Förderung der Selbstvertretung.

Das Online-Treffen fand unter der Moderation von Dr. Rüdiger Hanning (LVSH-AFpK) und mit Unterstützung des LSP MV statt. Alle Ergebnisse und Inhalte des Treffens sind hier im Protokoll zusammengefasst.

Interessierte Angehörige und Freunde von Menschen mit psychischen Erkrankungen, die sich im Rahmen einer Landesarbeitsgruppe engagieren wollen, können sich unter folgenden Kontaktdaten melden:

Landesverband der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker e. V.

Hopfenstraße 1d

24114 Kiel

Tel.: 0431 260 956-90

kontakt@lvsh-afpk.de

Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Carl-Hopp-Straße 19a

18069 Rostock

Tel: 0381 873 942 30

lv@sozialpsychiatrie-mv.de

Parallelbericht des Deutschen Instituts für Menschenrechte zur Umsetzung der UN-BRK in Deutschland

Kein Paradigmenwechsel trotz UN-BRK und eine fehlende Menschenrechtsperspektive in der Psychiatrie!!!

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verpflichtet sich Deutschland alle Maßnahmen zu ergreifen, damit Menschen mit Behinderungen die volle und gleichberechtigte Teilhabe an allen Grundfreiheiten und Menschenrechten erhalten. Dieser Prozess wird in regelmäßigen Abständen vom UN-Fachausschuss über die Rechte behinderter Menschen in einer Staatenprüfung begleitet und evaluiert. Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen sind dabei aufgefordert über Parallelberichte diesen Prozess zu unterstützen und ihre Einschätzungen vorzulegen.

In diesem Monat veröffentlichte das Deutsche Institut für Menschenrechte als offizielle nationale Monitoring-Stelle zur Umsetzung der UN-BRK seinen Parallelbericht. Neben den vielen positiven Entwicklungen wie Aktionsplänen zur UN-BRK-Umsetzung im Sozialrecht, Gleichstellungsrecht, Betreuungsrecht und Wahlrecht kritisiert der Bericht, dass die Umsetzungsdynamik im Bund, in den Bundesländern und Kommunen deutlich nachgelassen hat. Vor allem in den Bereichen Partizipation, Arbeit und Beschäftigung, inklusive Bildung, Vermeidung von Zwang und Selbstbestimmung bestehen erhebliche Handlungsbedarfe.

Nach 14 Jahren UN-BRK hat es laut dem Bericht keine wirklichen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft zur Förderung der Inklusion und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen gegeben. Des Weiteren kritisiert die Monitoring-Stelle in diesem Zusammenhang „eine fehlgeleitete Inklusionsrhetorik, wonach unterschiedliche Akteure aus Politik und Gesellschaft Sonderstrukturen als Teil eines inklusiven Systems bezeichnen.“ Dadurch werden Doppelstrukturen flächendeckend und im Kern unverändert beibehalten.

 Zudem fehlen ein durchgängiges Bewusstsein für Barrierefreiheit sowie notwendige diskriminierungsrechtliche Verpflichtungen als Grundvoraussetzungen für die gleichberechtigte Teilhabe. Vor allem im Bereich der psychiatrischen Versorgung fehlt es laut dem Bericht an einer menschenrechtlichen Ausrichtung, an einer Orientierung am biopsychosozialen Modell und an der flächendeckenden Umsetzung der unterstützenden Entscheidungsfindung.

In der Gesamtschau kritisiert das Institut für Menschenrechte, dass Deutschland „bei Weitem nicht alles Notwendige und Mögliche unternimmt, um die Konvention umzusetzen. Die verfügbaren Mittel im Sinne von Artikel 4 Absatz 2 UN-BRK wurden und werden nicht ausgeschöpft. Erneut vermisst die Monitoring-Stelle in den Berichten des Vertragsstaats im laufenden Prüfverfahren eine selbstkritische und vertiefte Auseinandersetzung mit bestehenden Problemen und Umsetzungsdefiziten.“

Der Bericht und weitere Informationen können hier eingesehen werden.

Stellenausschreibung Wissenschaftliche Hilfskraft beim Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Stellenausschreibung Wissenschaftliche Hilfskraft beim Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. sucht zur Unterstützung des Projektes „IPS-Coaching – Zurück ins Berufsleben“ (IPS-ZIB) möglichst zeitnah mit einer Befristung bis zum 31.12.2024 (vorbehaltlich der Förderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Eine wissenschaftliche Hilfskraft (m/w/d)
mit einem Stundenumfang von (je nach Qualifikation) bis zu 10h pro Woche (520€-Basis)

Das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. ist ein An-Institut der Universitätsmedizin Greifswald und verfügt über eine Außenstelle in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Maßgebliches Ziel besteht in der Stärkung und Umsetzung der Forschung und Evaluation im Bereich der sozialpsychiatrischen Versorgung.

Das Projekt IPS-ZIB wird im Rahmen des Bundesprogramms “Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro” durch das BMAS gefördert. Der Fokus des Projektes liegt darin, psychisch erkrankte Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf durch frühzeitige, an der Person orientierte evidenzbasierte Interventionen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu erreichen und zu unterstützen, sodass eine nachhaltige berufliche Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht wird. Das Institut für Sozialpsychiatrie M-V e. V. ist als wissenschaftliche Begleitung am Projekt IPS-ZIB beteiligt. Der/die Bewerber/in soll das Forschungsteam bei der Umsetzung der wissenschaftlichen Begleitung, insbesondere im Prozess der Datenerhebung, Datenaufbereitung und statistischen Auswertung unterstützen.

Die Arbeitszeiten richten sich flexibel nach den Erfordernissen im Projekt. Der Arbeitsort befindet sich in der Außenstelle in 18069 Rostock, Carl-Hopp-Straße 19a.

Sie verfügen über:

  • ein fortgeschrittenes Bachelor- / beginnendes Master-Studium in einer der Fachrichtungen: Soziologie, Gesundheitswissenschaften, Demografie oder einer angrenzenden Disziplin
  • Vorkenntnisse oder gute Kenntnisse in der Anwendung qualitativer und quantitativer Methoden der empirischen Sozialforschung, dabei insbesondere Erfahrungen im Umgang mit SPSS und Excel (wünschenswert sind zudem Erfahrungen mit Syntaxbefehlen)
  • Führerschein Klasse B

Wir bieten Ihnen:

  • Möglichkeiten, Wissen aus Veranstaltungen des Studiums anzuwenden, zu vertiefen und zu erweitern
  • Abwechslungsreiche und spannende Tätigkeiten im Kontext der qualitativen und quantitativen Versorgungsforschung in einem Modellvorhaben
  • Mitarbeit in einem überregionalen Forschungsverbund mit Teams in Bielefeld und Leipzig
  • Eigenverantwortliches Arbeiten mit flexiblen Arbeitszeiten
  • Viel Spaß in einem lebendigen Team

Wir freuen uns auf Ihre Kurzbewerbung! Bitte richten Sie diese per E-Mail an institut@sozialpsychiatrie-mv.de

Die Stellenausschreibung als PDF finden Sie hier:

Professor Dr. Harald Freyberger am 06.12.2018 überraschend verstorben

Nachruf des Instituts für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Wir trauern um unseren 1. Vorsitzenden, der seit der Gründung des Instituts für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern das Amt des Vorsitzenden innehatte. Wir können es immer noch nicht fassen, dass er nicht mehr unter uns ist, denn wir hatten noch so viel gemeinsam vor!

Wir sind Harald Freyberger unendlich dankbar für seine stets wohlwollende Unterstützung beim Aufbau des Instituts, der Verbindung zur Universität Greifswald und seinem Lehrstuhl sowie für die Etablierung des Instituts als heute unverzichtbaren Teil der sozialpsychiatrischen Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern. Er war uns allen menschlich wie fachlich stets ein großes Vorbild bei der Weiterentwicklung der psychosozialen Versorgung schwer psychisch kranker Menschen und der Etablierung der Sozialpsychiatrie als zentralem Forschungsfeld. Seine Lebensfreude und seine Leichtigkeit im Umgang mit uns verbunden mit einem unglaublich breiten psychiatrischen Wissensfundus wird uns Ansporn sein für die weitere Arbeit des Institutes. DANKE Harald!

Direktor
Prof. Dr. Ingmar Steinhart

Vorstand
Torsten Benz
Prof. Dr. Dr. Johannes Thome
Prof. Dr. Andreas Speck
Sandra Rieck

Trauer um Prof. Dr. Harald Freyberger (25.05.1957-06.12.2018)

Nachruf des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Wir sind erschüttert, traurig, dankbar, fassungslos. Die Nachricht vom plötzlichen Tod unseres geschätzten langjährigen Weggefährten Prof. Dr. Harald Freyberger hat uns völlig überrascht und sprachlos gemacht. Wir sind in Gedanken bei seiner Familie und Freunden, unser tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und Liebsten.

Wir werden Prof. Dr. Freyberger in besonderer Erinnerung behalten: als unvergessenen Experten und Streiter für die Sozialpsychiatrie, als Tausendsassa in so vielen wichtigen Gremien und Fachverbänden. Und nicht zuletzt haben wir ihn kennen und schätzen gelernt als lebensfrohen und kollegialen Mitmenschen, der das Besondere im Alltag suchte und fand.

Wir sagen Danke für die vielen Jahre der persönlichen und fachlichen Verbundenheit.

Seine Themen waren unter anderem auch die seelische Verfassung der Menschen im Nachkriegsdeutschland im heutigen Mecklenburg-Vorpommern, die Traumata von Menschen, u.a. mit Kriegs- und Fluchterfahrung, deren Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Wir haben gemeinsam das landesweite Gedenken an die Opfer der NS-“Euthanasie” ins Leben gerufen mit der Veranstaltungsreihe ERINNERN-BETRAUERN-WACHRÜTTELN am 27.1. jeden Jahres vor über 10 Jahren. Und wir trafen uns in unserem gemeinsamen Einsatz für eine Sozialpsychiatrische Versorgungsforschung, die er in besonderer Weise vorangebracht hat, sowie im jahrelangen Engagement für die Verbesserung der Lebenssituationen von Menschen mit schweren seelischen Belastungen.

Wir trauern um unseren Kollegen und fachlichen Begleiter und wir verbeugen uns vor seinem Lebenswerk, dass viel zu früh endete. Wir sagen Danke für die gemeinsame wertvolle Zeit und diese besondere Lebensleistung.

Vorstand des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.:
Sandra Rieck
Andreas Zobel
Christian Offermann
Olaf Waehnke
Heike Nitzke
Stefan Paulaeck

Geschäftsführerin Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.:
Kristin Pomowski