Themenheft Resilienz und Resilienzförderung in der psychosozialen Praxis

Der Begriff Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen gegenüber biologischen, psychologischen und sozialen Risikosituationen. Dabei bezieht sich der Begriff auf die individuellen Fähigkeiten eines Menschen belastende Hochrisikosituationen durch personelle und umweltbezogene Kompensationsmöglichkeiten erfolgreich zu bewältigen. Im Zusammenhang mit den zunehmenden psychosozialen Belastungen aufgrund von gesellschaftlichen Krisen – wie zum Beispiel der COVID-19-Pandemie oder den globalen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine – hat das Konzept der Resilienz in der Förderung zur psychischen Gesundheit und in der Prävention von psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung an Bedeutung gewonnen.

Aber wie können die wesentlichen Resilienzfaktoren in der Bevölkerung konkret gefördert werden? Welche Konzepte von Resilienz und Resilienzförderung in der psychosozialen Praxis gibt es? Wie lassen sich gesundheitsfördernde Maßnahmen aus den bestehenden Resilienzkonzepten für Zielgruppen der psychosozialen und psychiatrischen Versorgung ableiten?

Mit diesen Fragestellungen beschäftigt sich das Themenheft „Resilienzförderung in der Klinischen Sozialarbeit“ der „Zeitschrift Klinische Sozialarbeit – Zeitschrift für psychosoziale Praxis und Forschung“. Zu Beginn gibt Klaus Fröhlich-Gildhoff eine Einführung zur Resilienz sowie zu den wesentlichen Resilienzfaktoren und ihre Förderung. Ausgehend von dem Konzept der „resilient community“ zur Förderung der Teilhabechanchen und Gesundheit durch Gemeinwesenarbeit beschreibt Yvonne Kahl die Potenziale der Resilienzstärkung durch die Sozialraumorientierung in der Arbeit mit Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Eingliederungshilfe. Tim Middendorf befasst sich in seinem Beitrag mit der Resilienzförderung im Studium der Sozialen Arbeit. Zum Abschluss geht Anna Lena Rademaker auf die Resilienzförderung von jungen Menschen im Kontext der COVID-19-Pandemie ein und betont dabei, dass die Lebenswelt der jungen Menschen zum Ausgangspunkt für Information, Aufklärung, Gesundheitsförderung und Prävention zu nehmen ist.

Das bereits im September 2020 veröffentlichte Themenheft ist seit diesem Monat auf der Internetseite des ZKS Verlages kostenfrei als PDF abrufbar.

Fachbeitrag zu den aktuellen Herausforderungen in der Versorgung von Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil

Fachbeitrag zu den aktuellen Herausforderungen in der Versorgung von Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil

Die psychische Erkrankung eines Elternteils gehört zu den bedeutsamsten Risikofaktoren für die psychische und somatische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Fachkräfte sowie die betroffenen Familien sind mit vielfältigen Hindernissen konfrontiert, die den Zugang zu geeigneten Behandlungs- und Unterstützungsangeboten erschweren.

Im Rahmen eines Fachbeitrages für den aktuellen Newsletter des Hamburger Projektes A:aufklaren: Expertise & Netzwerk für Kinder psychisch erkrankter Eltern beschäftigen sich die Projektmitarbeiter*innen der Landeskoordination: Kinder aus psychisch und/ oder suchbelasteten Familien (LaKo KipsFam) mit den aktuellen Herausforderungen in der psychosozialen und psychiatrischen Versorgung von Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil. Ausgehend von den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der psychiatrischen Versorgungsforschung geben die Autor*innen einen Überblick über die strukturellen und gesellschaftlichen Herausforderungen in der Unterstützung dieser Zielgruppe und diskutieren notwendige Maßnahmen für eine Verbesserung der Versorgung.

Der Beitrag kann hier frei heruntergeladen werden.

Weitere Informationen über das Projekt A:aufklaren: Expertise & Netzwerk für Kinder psychisch erkrankter Eltern und den Zugang zum Newsletter finden Sie hier. Informationen über die Aktivitäten der Landeskoordination: Kinder aus psychisch und/ oder suchbelasteten Familien in Mecklenburg-Vorpommern sind hier zu finden.

Aprilausgabe des Newsletters der Landeskoordination Kinder aus psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien

Aprilausgabe des Newsletters der Landeskoordination Kinder aus psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien

In der vergangenen Woche kam die neue Ausgabe des Newsletters der Landeskoordination Kinder aus psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien (LaKo KipsFam) heraus. Den Schwerpunkt der Ausgabe bildet der Rückblick auf das Projektforum der LaKo KipsFam, das am 02. März 2022 stattfand. Die wichtigsten Ergebnisse der Veranstaltung und die gesamte Tagungsdokumentation wurden nachträglich für alle Interessierten und für die Teilnehmenden des Projektforums im Newsletter dokumentiert und zusammengetragen.

Aufgrund der aktuellen Ereignisse in der Ukraine enthält der Newsletter ebenfalls Informationen zum Umgang mit Krieg und Flucht im Kontakt mit Kindern für Fachkräfte und Eltern. Darüber hinaus sind im Newsletter Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten für geflüchtete Mütter in Deutschland aufgeführt. Zudem bietet die Ausgabe weitere Sonderinhalte wie ein Interview mit Referentin des Projektforums vom 02. März 2022 Juliane Tausch von A:aufklaren Hamburg, den Podcast „Und wer fragt mich? – Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern verbessern“, die Vorstellung des Netzwerkes „Gesunde Kinder – Familienpatenschaften in Brandenburg“ sowie einen Überblick über aktuelle Studien, Fortbildungen und Buchempfehlungen. Natürlich sind im Newsletter auch aktuelle Informationen aus der LaKo KipsFam zu finden.

Die aktuelle Ausgabe des Newsletters kann unten als PDF frei heruntergeladen werden. Um den Newsletter zu abonnieren und regelmäßig per E-Mail zu erhalten, können Sie sich hier anmelden.

Die neue Broschüre „Qualitätsstandards zur Umsetzung des Gesamtplan-verfahrens für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen“

Die neue Broschüre „Qualitätsstandards zur Umsetzung des Gesamtplanverfahrens für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen“

In Deutschland weisen jedes Jahr etwa 28 % der Bürger*innen Merkmale von mindestens einer psychischen Erkrankung auf. Davon leiden 1 bis 2 % an den langanhaltenden und schweren Auswirkungen ihrer Erkrankung, wodurch sie deutliche Einschränkungen in den verschiedenen Funktions- und Lebensbereichen (z. B. Ausbildung, Beruf, Wohnen oder Kommunikation) und komplexe Behandlungsbedarfe aufweisen sowie medizinische Behandlungen oder psychosoziale Unterstützungsleistungen beanspruchen.

In der Eingliederungshilfe nach §§ 90 ff. SGB IX beträgt der Anteil von Menschen mit psychischen Erkrankungen rund 51 %. Davon erhalten 71 % Unterstützung in der eigenen Wohnung und 29 % in besonderen Wohnformen. Etwa 20 % nehmen Leistungsangebote in Werkstätten für behinderte Menschen in Anspruch. Diese Angaben machen deutlich, dass es sich bei der Gruppe der Menschen mit psychischen Erkrankungen im Bereich der Eingliederungshilfe, um eine bedeutende Gruppe von Nutzer*innen handelt.

Um eine personenzentrierte und am individuellen Bedarf ausgerichtete Teilhabeplanung im Bereich der Eingliederungshilfe zu ermöglichen, wurde mit dem Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (Bundesteilhabegesetz) das Gesamtplanverfahren (§ 117 SGB IX) als ein Verfahren zur Ermittlung des individuellen Unterstützungsbedarfes verankert.

Psychisch erkrankte Menschen weisen in der Kommunikation, in der Wahrnehmung aber auch in der Ausprägung ihrer Beeinträchtigungen verschiedene Bedarfe auf, wodurch Barrieren und Besonderheiten in der Umsetzung des Gesamtplanverfahrens entstehen, die eine aktive Einbeziehung der Menschen in die einzelnen Schritte des Gesamtplanverfahrens und die Koordination von Leistungen der Eingliederungshilfe erschweren können.

Im Rahmen der Qualitätsstandards möchte die Landesarbeitsgruppe Gesamtplan-/ Teilhabeplanverfahren des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., welche sich aus Akteur*innen der Leistungsträger, Leistungserbringer und der Selbsthilfe des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern zusammensetzt, auf die besonderen Belange in der Umsetzung und Durchführung des Gesamtplanverfahrens bei Menschen mit psychischen Erkrankungen eingehen. Die Qualitätsstandards richten sich an alle Akteur*innen, die im Antragsverfahren, in der Umsetzung des Gesamtplanverfahrens und in der Koordination von Leistungen der Eingliederungshilfe beteiligt sind.

Die Broschüre kann hier als freie PDF heruntergeladen und gerne weiter verteilt werden.

Wenn Sie die Inhalte der Broschüre und die Aktivitäten der Landesarbeitsgruppe Gesamt-/ Teilhabeplanverfahren besser kennenlernen wollen, möchten wir Sie zu einem Online-Austausch am 23. Mai 2022 von 10:00 bis 11:30 Uhr einladen. Bei Interesse können Sie sich unter dem Stichwort „Broschüre Qualitätsstandards Gesamtplanverfahren“ bis spätestens zum 16. Mai 2022 unter: lv@sozialpsychiatrie-mv.de anmelden.

Ankündigung Themenheft zur Wirksamkeit in der Eingliederungshilfe

Ankündigung Themenheft zur Wirksamkeit in der Eingliederungshilfe

Mit der Einführung des Bundesteilhabegesetzes verpflichten sich die Leistungserbringer mit § 131 SGB IX im Rahmen der Erbringung von Leistungen zur sozialen Teilhabe einheitliche Rahmenverträge abzuschließen, welche neben den Vergütungspauschalen, den Vergütungsbeiträgen, den Kostenarten, den Kostenbestandteilen und den Personalrichtwerten auch Grundsätze der Qualitätssicherung und der Wirksamkeitsdokumentation von Leistungen zur sozialen Teilhabe beinhalten.

Mit diesem Vorgehen wurden die Prüfrechte der Leistungsträger gesetzlich gestärkt. Das Bundesteilhabegesetz zielt mit § 131 SGB IX einerseits darauf ab eine einheitliche Dokumentation der Wirksamkeit von Leistungen zur sozialen Teilhabe in der Praxis zu etablieren und anderseits eine effiziente Steuerung und Korrektur von Leistungen zur sozialen Teilhabe im Sinne der leistungsberechtigten Person zu ermöglichen. In vielen Bundesländern ist jedoch unklar, welche Verfahren zur Wirksamkeitsmessung geeignet sind. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde in der Anlage 7 im Landesrahmenvertrag ein angebotsbezogenes Vorgehen zur Wirksamkeitsmessung skizziert. Darüber hinaus kritisieren Expert*innen, dass mit der gesetzlich etablierten Wirksamkeitsmessung die Ökonomisierungstendenzen in der psychosozialen Praxis verschärft werden.

Im Rahmen eines Themenheftes nährt sich der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. dem Thema der Wirksamkeit und Wirksamkeitsmessung von Leistungen zur sozialen Teilhabe bei Menschen mit psychischen Erkrankungen an. Mehrere Autor*innen aus der Praxis, Selbsthilfe und Wissenschaft geben in ihren Beiträgen einen Einblick in die Herausforderungen sowie in die allgemeinen Grundlagen der Wirksamkeitsevaluation und diskutieren verschiedene Methoden der Wirksamkeitsmessung. Dabei werden vor allem die besonderen Belange von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie die Versorgungsbedingungen in Mecklenburg-Vorpommern berücksichtigt.

Das Themenheft erscheint voraussichtlich am 28. April 2022 und kann hier auf der Internetseite als PDF frei heruntergeladen werden.

Vorankündigung Qualitätsstandards zur Umsetzung des Gesamtplanverfahrens für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen

Vorankündigung Qualitätsstandards zur Umsetzung des Gesamtplanverfahrens für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen

In Deutschland weisen jedes Jahr etwa 28 % der Bürger*innen Merkmale von mindestens einer psychischen Erkrankung auf. Davon leiden 1 bis 2 % an den langanhaltenden und schweren Auswirkungen ihrer Erkrankung, wodurch sie deutliche Einschränkungen in den verschiedenen Funktions- und Lebensbereichen (z. B. Ausbildung, Beruf, Wohnen oder Kommunikation) und komplexe Behandlungsbedarfe aufweisen sowie medizinische
Behandlungen oder psychosoziale Unterstützungsleistungen beanspruchen.

In der Eingliederungshilfe nach §§ 90 ff. SGB IX beträgt der Anteil von Menschen mit psychischen Erkrankungen rund 51 %. Davon erhalten 71 % Unterstützung in der eigenen Wohnung und 29 % in besonderen Wohnformen. Etwa 20 % nehmen Leistungsangebote in Werkstätten für behinderte Menschen in Anspruch. Diese Angaben machen deutlich, dass es sich bei der Gruppe der Menschen mit psychischen Erkrankungen im Bereich der Eingliederungshilfe, um eine bedeutende Gruppe von Nutzer*innen handelt.

Um eine personenzentrierte und am individuellen Bedarf ausgerichtete Teilhabeplanung im Bereich der Eingliederungshilfe zu ermöglichen, wurde mit dem Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (Bundesteilhabegesetz) das Gesamtplanverfahren (§ 117 SGB IX) als ein Verfahren zur Ermittlung des Unterstützungsbedarfes nach der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) verankert.

Psychisch erkrankte Menschen weisen in der Kommunikation, in der Wahrnehmung aber auch in der Ausprägung ihrer Beeinträchtigungen besondere Bedarfe auf, wodurch Barrieren und Besonderheiten in der Umsetzung des Gesamtplanverfahrens entstehen, die eine aktive Einbeziehung der Menschen in die einzelnen Schritte des Gesamtplanverfahrens und die Koordination von Leistungen der Eingliederungshilfe erschweren können.

Im Rahmen der Qualitätsstandards zur Umsetzung des Gesamtplanverfahrens für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen möchte die Landesarbeitsgruppe Gesamtplan-/ Teilhabeplanverfahren, welche sich aus Akteur*innen der Leistungsträger, Leistungserbringer und der Selbsthilfe des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern zusammensetzt, auf die besonderen Belange in der Umsetzung und Durchführung des Gesamtplanverfahrens bei psychisch erkrankten Menschen eingehen. Die Qualitätsstandards richten sich an alle Akteur*innen, die im Antragsverfahren, in der Umsetzung des Gesamtplanverfahrens und in der Koordination von Leistungen der Eingliederungshilfe beteiligt sind.

Die Qualitätsstandards wurden in einer gestalteten Broschüre zusammengefasst. Die Broschüre wird demnächst über den Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. veröffentlicht.

Neuerscheinung Gewalt und ihre Folgen

Traumatisierungen durch schwere physische und psychische Gewalterfahrungen sowie durch sexuelle oder körperliche Misshandlungen gehen mit zahlreichen langfristigen gesundheitlichen Folgen einher, welche sich sowohl auf der psychischen als auch auf der körperlichen Ebene äußern.

In Deutschland wird die Prävalenz von Traumafolgestörungen zwischen 1,5 und 2 % geschätzt. Dabei weisen vor allem Zielgruppen der psychosozialen und psychiatrischen Versorgung ein ausgeprägtes Risiko von traumabezogenen Störungen auf. Ungefähr 57 % der wohnungslosen Menschen, 7 bis 35 % der geflüchteten Menschen, 6 bis 21 % der Menschen in Strafvollzugsanstalten, 50 % der Menschen in Maßregelvollzugsanstalten, 30 bis 50 % der Klient*innen in der Suchthilfe, 60 % der Kinder- und Jugendlichen in Heiminstitutionen, 50 bis 80 % der Frauen mit Gewalterfahrungen in Partnerschaft und Familie und 14 bis 46 % der Menschen mit psychotischen Störungen sowie ca. 36 % der Menschen mit Persönlichkeitsstörungen berichten in klinischen Studien über Merkmale von schweren Traumafolgestörungen.

Traumabezogene Störungen gehören zu einer Gruppe von psychischen Erkrankungen, die ein hohes Chronifizierungsrisiko aufweisen und mit zahlreichen psychosozialen Beeinträchtigungen im Zusammenhang stehen. Um der Chronifizierung von psychischen Beschwerden und Symptomen sowie den langfristigen negativen Folgen entgegenzuwirken sind spezialisierte psychotherapeutische und psychosoziale Behandlungs- und Unterstützungsangebote notwendig. Aufgrund fehlender therapeutischer Möglichkeiten oder der Schwere der Traumafolgestörung ist der Zugang zu solchen notwendigen Angeboten für viele Betroffene erschwert. Bei diesen Zielgruppen sind andere Möglichkeiten der psychosozialen Unterstützung notwendig, um die Bewältigung von erlittenen Gewalterfahrungen und schweren Traumatisierungen zu ermöglichen.

Mit diesen alternativen Formen der Bewältigung und Unterstützung von traumabetroffenen Menschen beschäftigt sich das neue Buch „Gewalt und ihre Folgen: Traumafolgestörungen und Bewältigungsstrategien“, das von der Ärztin, Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin Barbara Bojack Anfang des Jahres herausgegeben wurde. Mehrere Autor*innen aus verschiedenen Ländern und Institutionen – darunter auch aus dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. – beschäftigen sich mit den alternativen Unterstützungsformen für Menschen mit schweren Traumafolgestörungen.

Das Buch ist hier im ZKS Verlag für psychosoziale Medien erhältlich. Informationen über die Herausgeberin finden Sie hier. Das Vorwort und die drei ersten Beiträge von Kinikanwo Green (University of Port Harcourt), Rosemary Ogu (University of Port Harcourt), Karsten Giertz (Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.) und Verena Kolbe (Institut für Rechtsmedizin Rostock) können Sie hier frei einsehen.

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. jetzt auch auf Facebook

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. jetzt auch auf Facebook

Seit 1995 engagiert sich der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. als Fachverband für die Belange von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern setzt er sich unter anderem für eine personenzentrierte und sozialraumorientierte Versorgung unter der Berücksichtigung des Wunsch und Wahlrechts sowie für die Förderung der sozialen Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention in Mecklenburg-Vorpommern ein. Zudem engagiert sich der Landesverband für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. dafür, geeignete Voraussetzung für alle Akteur*innen der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung zu schaffen, um fachlich qualifizierte, nachhaltige und ganzheitliche Unterstützungs- und Behandlungsangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihren Angehörigen (inklusive Kindern psychisch erkrankter Eltern) anbieten zu können.

Im Rahmen von verschiedenen Modellprojekten, Fachveranstaltungen und Qualifizierungsmaßnahmen beschäftigt sich der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. mit zahlreichen Themen der psychosozialen und psychiatrischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern. Aktuell gehören hierzu unter anderem die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes, die Versorgungssituation von jungen Erwachsenen mit schweren psychischen Erkrankungen sowie Kindern aus psychisch belasteten Familien und die berufliche Integration von erwachsenen Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Seit diesem Monat können die Aktivitäten und Veranstaltungen des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. auch über Facebook verfolgt werden. Auf der Facebookseite des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. können sich Interessierte zu bestimmten geposteten Themen interaktiv einbringen.

Die LaKo KipsFam im Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung von Mecklenburg-Vorpommern

Die LaKo KipsFam im Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung von Mecklenburg-Vorpommern

Die Lebenssituation von Kindern aus Familien mit einem psychisch belasteten Elternteil wird seit einigen Jahren bundesweit thematisiert. Vorausgegangen ist ein Bericht einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus dem Jahr 2019. In diesem Bericht wurde auf die Notwendigkeit von niedrigschwelligen, multiprofessionellen und rechtsübergreifenden Unterstützungsmöglichkeiten hingewiesen, welche die gesamte Familie in den Blick nehmen. Bisher sind solche Angebote in Deutschland noch unzureichend etabliert. Auch in Mecklenburg-Vorpommern deckte das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. 2019 im Rahmen einer Studie zur Bestandsaufnahme der bestehenden Versorgungsangebote für Kinder aus psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien einen Bedarf an nachhaltigen regionalen Unterstützungsangeboten sowie verbindlichen Kooperations- und Koordinationsstrukturen auf. Allgemein ist die bestehende unzureichende Versorgungssituation bedenklich, da Kinder aus Familien mit psychischen und suchtbezogenen Belastungen zu einer vulnerablen Zielgruppe gehören, welche ein hohes Risiko für die Entwicklung von psychischen und somatischen Störungen sowie eine im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung umfangreiche Inanspruchnahme von psychosozialen Unterstützungsangeboten sowie medizinischen Behandlungen im späteren Leben aufweisen.

Ausgehend von diesen Erkenntnissen wurde das von den Landesministerien für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit und für Soziales, Integration und Gleichstellung initiierte Modellprojekt „Landeskoordination: Kinder aus psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien“ (LaKo KipsFam) 2020 auf den Weg gebracht. Die LaKo KipsFam fördert die Entwicklung von koordinierten und vernetzten Unterstützungsangeboten für psychisch und/ oder suchtbelasteten Familien in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei übernehmen die Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik mbH und der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. die Koordination und Vernetzung der verschiedenen Akteur*innen in der Versorgung von betroffenen Kindern, Eltern und Familien.

Mittlerweile werden die Aktivitäten der LaKo KipsFam von vielen regionalen Akteur*innen wahrgenommen. Auch die Lebens- und Versorgungssituation der Kinder und ihren Familien wird inzwischen in Mecklenburg-Vorpommern über die Initiativen der LaKo KipsFam als ein wichtiges gesundheitsrelevantes gesellschaftliches Thema anerkannt. So weist auch die Kassenärztliche Vereinigung von Mecklenburg-Vorpommern in der Januar Ausgabe ihres Mitteilungsblatt auf die Aktivitäten der LaKo KipsFam hin.

Am 02. März 2022 stellt die Lako KipsFam ihre bisherigen Aktivitäten und Initiativen im Rahmen eines digitalen Projektforums einer breiten Öffentlichkeit vor. Zudem werden neben Fachvorträgen, Worldcafés zur Thematik auch verschiedene Projekte und Unterstützungsansätze auf dem Projektforum vorgestellt und diskutiert. Allgemein bildet das Projektforum einen geeigneten Rahmen zur Vernetzung und zum disziplinübergreifenden Austausch. Weitere Informationen zum Programm und zu den Anmeldemodalitäten finden Sie hier. Regelmäßige Informationen zur Thematik und zu den Aktivitäten der LaKo KipsFam erhalten Sie auch über den Newsletter der LaKo KipsFam. Einen kurzen informativen Beitrag in der Zeitschrift Psychosoziale Umschau über die Lako KipsFam und ihren Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern können Sie hier zum Nachlesen frei einsehen.

Digitales Programm zur Landesweiten Gedenkveranstaltung „ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN“ 2022

Der 27. Januar gilt als internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust sowie als nationaler Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Seit 2008 steht dieser Tag auch im Zeichen der Opfergruppe der Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie geistigen und körperlichen Behinderungen, die im Rahmen der T4-Aktionen in der Zeit des Nationalsozialismus umgebracht oder dauerhaft geschädigt wurden. In trialogischer Zusammenarbeit veranstaltet der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. seit 2008 gemeinsam mit verschiedenen regionalen Kooperationspartner*innen und Akteur*innen die Landesweite Gedenkveranstaltung „ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN“ in Gedenken an die Opfer der „Euthanasie“ und Zwangssterilisierungen in Mecklenburg-Vorpommern in der Zeit des Nationalsozialismus. In diesem Jahr wurde die Landesweite Gedenkveranstaltung mit Kooperationspartner*innen aus Rostock organisiert. Aufgrund der COVID-19-Pandemie finden Sie das Programm hier in digitaler Form.

Wir laden Sie herzlich ein, gemeinsam mit allen beteiligten Akteur*innen am nationalen Gedenktag für die NS-Opfer zu erinnern, zu trauern und wachzurütteln.

Im Namen der Veranstalter*innen

Grußworte

Stefanie Drese

Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern

Steffen Bockhahn

Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule, zweiter stellvertretender Bürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Beitrag zum religiösen Gendenken an die Opfer der Euthanasie und Zwangssterilisation in der Zeit des Nationalsozialismus

Katrin Jeremias

Pastorin und Krankenhausseelsorgerin an der Universitätsmedizin Rostock

Eröffnung

Sandra Rieck

Im Namen der Veranstalter*innen und als Vorsitzende des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Historischer Beitrag

Prof. Dr. med. habil. Ekkehardt Kumbier

Universitätsmedizin Rostock

Beiträge aus der Perspektiven von Menschen mit Behinderung

Margit Glasow

Journalistin aus Rostock

Undine Gutschow

EX-IN Erfahrungsexpertin aus Wismar

Filmischer Beitrag

„Der schöne leichte Tod“ aus dem Jahr 1994 vom Regisseur und Grimme-Preisträger Michael Krull

Bilder von der Kranzniederlegung

Dank

Wir bedanken uns bei allen Kooperationspartner*innen und Unterstützer*innen dieser Veranstaltung. Hierzu gehören die AWO Rostock gGmbH, der Verein „Das Boot“ Wismar e.V., die GGP Rostock mbH, die Evangelische Stiftung Michaelshof, das Kinderzentrum Mecklenburg gGmbH, der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., die Landeszentrale für politische Bildung, die Psychiatriekoordination Frau Dr. Antje Wrociszewski der Universitäts- und Hansestadt Rostock, die Universitätsmedizin Rostock sowie die Universität Rostock.

Ein besonderer Dank gilt dem Regisseur und Grimme-Preisträger Michael Krull, der seinen zeitlosen Dokumentarfilm „Der schöne leichte Tod“ aus dem Jahr 1994 und weitere Materialien zum Film dieser Veranstaltung zur freien Verfügung gestellt hat sowie Sandra Rieck, Prof. Dr. Ekkehardt Kumbier, Margit Glasow, Undine Gutschow und Katrin Jeremias für Ihre Beiträge.