Gemeinsam Haltung zeigen: Unser neues Leitbild ist verabschiedet

Gemeinsam Haltung zeigen: Unser neues Leitbild ist verabschiedet

Auf unserer 31. Mitgliederversammlung am 8. September 2026 in Züssow haben die Mitglieder des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. unser neues Leitbild verabschiedet.

Welche Werte unser Handeln leiten, zeigt sich besonders in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen. Angesichts zunehmender populistischer und demokratiefeindlicher Diskurse sowie ausgrenzender gesellschaftlicher Entwicklungen ist es uns wichtiger denn je, deutlich zu machen, wofür wir als Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. stehen: für Menschenrechte, Demokratie, Vielfalt, Toleranz, Solidarität und eine personenzentrierte Sozialpsychiatrie.

Mit unserem Leitbild machen wir diese gemeinsame Haltung sichtbar. Es beschreibt, was uns als Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. verbindet, welche Grundsätze unser Handeln bestimmen und wie wir gemeinsam die sozialpsychiatrische Versorgung und Unterstützung von Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gestalten und weiterentwickeln wollen.

Wir danken allen Mitgliedern und Mitarbeitenden, die sich an diesem Prozess beteiligt und mit ihren Perspektiven zur Entwicklung unseres Leitbildes beigetragen haben.

Mit der Verabschiedung ist die Arbeit an unserem Leitbild nicht abgeschlossen. Wir verstehen es ausdrücklich als lebendige Arbeitsgrundlage und fortlaufenden Entwicklungsprozess. In den kommenden Monaten möchten wir das Leitbild deshalb auch in unseren Landesarbeitsgruppen vorstellen, weiter diskutieren und gemeinsam reflektieren. Unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven verstehen wir dabei als wichtige Ressource. Sie helfen uns, voneinander zu lernen, unsere Haltung immer wieder zu überprüfen und unser gemeinsames sozialpsychiatrisches Handeln weiterzuentwickeln.

Das Leitbild soll uns Orientierung geben – in unserer fachlichen Arbeit, in der Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb des Landesverbandes sowie in unserem gesellschaftlichen Engagement. Das verabschiedete Leitbild des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. können Sie hier als PDF einsehen.

Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – neue Stellungnahme zur psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen

Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – neue Stellungnahme zur psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen

Anlässlich unserer Jahrestagung am 09. September 2026 in Züssow veröffentlicht der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. seine aktuelle Stellungnahme zur psychiatrischen und psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen.

Unter dem Titel „Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – Für eine verlässliche psychosoziale Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen“ greifen wir zentrale Herausforderungen für Mecklenburg-Vorpommern auf und formulieren fachpolitische Erwartungen an die zukünftige Gestaltung der Versorgung. Die Stellungnahme steht in engem Zusammenhang mit unserer Jahrestagung „Ländlicher Raum – psychische Gesundheit – Demokratie: Perspektiven für eine starke Gemeinschaft“ am 09. September 2026 in Züssow.

Mecklenburg-Vorpommern ist in besonderer Weise durch ländliche und strukturschwache Regionen geprägt. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben in ländlich geprägten Regionen. Lange Wege, eingeschränkte Mobilität, Fachkräftemangel und eine geringere Dichte spezialisierter Angebote können den Zugang zu psychiatrischer und psychosozialer Unterstützung erheblich erschweren.

Aus Sicht des Landesverbandes braucht es deshalb Versorgungsstrukturen, die die besonderen Bedingungen eines Flächenlandes konsequent berücksichtigen. Psychiatrische und psychosoziale Angebote sollten wohnortnah, sozialraumorientiert, vernetzt, flexibel und niedrigschwellig organisiert sein. Aufsuchende Hilfen und digitale Angebote können dabei wichtige Ergänzungen sein, insbesondere wenn große Entfernungen oder eingeschränkte Mobilität den Zugang zu bestehenden Angeboten erschweren. Digitale Unterstützung darf persönliche Beziehungen und unmittelbare Hilfe jedoch nicht ersetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der besseren regionalen Vernetzung. Psychiatrie, Psychotherapie, Eingliederungshilfe, Suchthilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie weitere Unterstützungsangebote müssen stärker zusammengedacht werden. Ziel sind verlässliche regionale Unterstützungsketten, in denen Zugänge, Übergänge und Zuständigkeiten verbindlich geklärt sind.

Gleichzeitig spielen soziale Netzwerke vor Ort eine wichtige Rolle. Familien, Nachbarschaften, Vereine, Selbsthilfe, Peer-Unterstützung und ehrenamtliches Engagement können Zugehörigkeit fördern, Isolation entgegenwirken und den Zugang zu professioneller Hilfe erleichtern. Sie können und dürfen professionelle psychiatrische, psychotherapeutische und psychosoziale Hilfen jedoch nicht ersetzen.

Mit unserer Stellungnahme möchten wir außerdem deutlich machen, dass psychische Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe und demokratischer Zusammenhalt eng miteinander verbunden sind. Eine erreichbare, verlässliche und beteiligungsorientierte psychosoziale Versorgung kann Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe stärken. Gute psychosoziale Versorgung ist damit auch eine wichtige soziale Infrastruktur für ein demokratisches Gemeinwesen.

Der Landesverband fordert deshalb unter anderem eine langfristige und verbindliche Gesamtstrategie für psychische Gesundheit und sozialpsychiatrische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern, regional angepasste Versorgungskonzepte, verlässlich finanzierte gemeindepsychiatrische und psychosoziale Angebote sowie eine stärkere Beteiligung von Menschen mit eigener Psychiatrie- und Krisenerfahrung, Angehörigen und Selbsthilfe.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier.

Weitere Informationen zu unserer Jahrestagung am 09. September 2026 in Züssow finden Sie hier.

Landtagswahl 2026: Parteien beantworten Wahlprüfsteine des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V e.V.

Landtagswahl 2026: Parteien beantworten Wahlprüfsteine des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V e.V.

Anlässlich der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 hat der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. im April seine Wahlprüfsteine veröffentlicht. Nun liegen die Antworten der Parteien vor. Wir haben sie in einer gemeinsamen Veröffentlichung zusammengestellt und stellen diese ab sofort allen Interessierten zur Verfügung.

Psychische Gesundheit und sozialpsychiatrische Versorgung in den politischen Fokus rücken

Mit unseren Wahlprüfsteinen möchten wir auf die aktuelle Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam machen und ihre Belange stärker in den sozial- und gesundheitspolitischen Diskurs im Vorfeld der Landtagswahl einbringen.

Dafür haben wir Themen aufgegriffen, die für die Weiterentwicklung der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem die Förderung psychischer Gesundheit und Prävention, die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, der Abbau von Stigmatisierung, die Stärkung gemeindepsychiatrischer Versorgungsstrukturen sowie die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Unsere Fragen richten den Blick dabei nicht nur auf grundsätzliche politische Positionen, sondern insbesondere auf konkrete Vorhaben für die kommende Legislaturperiode.

Vier Parteien haben auf unsere Fragen geantwortet

Antworten auf unsere Wahlprüfsteine haben wir von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP und SPD erhalten.

Die Rückmeldungen zeigen, welchen Stellenwert die Parteien den verschiedenen sozialpsychiatrischen Themen beimessen und welche Maßnahmen und politischen Initiativen sie für die kommenden Jahre vorsehen. Gleichzeitig werden Unterschiede in den Positionen, Schwerpunktsetzungen und vorgeschlagenen Lösungswegen sichtbar.

Mit der Veröffentlichung möchten wir Fachkräften, Menschen mit eigener Psychiatrieerfahrung und ihren Angehörigen, unseren Mitgliedsorganisationen, Netzwerkpartner*innen sowie allen weiteren Interessierten die Möglichkeit geben, die Aussagen der Parteien nachzulesen und miteinander zu vergleichen.

Antworten nachlesen und selbst ein Bild machen

Als sozialpsychiatrischer Fachverband verstehen wir die Wahlprüfsteine als Beitrag zu einer fachlich fundierten Auseinandersetzung über die zukünftige Sozial- und Gesundheitspolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Entscheidend wird auch nach der Landtagswahl sein, welchen Stellenwert die Belange von Menschen mit psychischen Erkrankungen im politischen Handeln einnehmen und wie angekündigte Vorhaben konkret umgesetzt werden.

Die Antworten der Parteien finden Sie hier:

Stellungnahme des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V e. V. zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nationalen Suizidprävention

Stellungnahme des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nationalen Suizidprävention

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat seine Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit für ein Gesetz zur Stärkung der nationalen Suizidprävention fristgerecht im Rahmen des Beteiligungsverfahrens an das Bundesministerium für Gesundheit übermittelt.

Wir begrüßen ausdrücklich die Initiative des Bundes, erstmals einen gesetzlichen Rahmen für eine bundesweit koordinierte und langfristig angelegte Suizidprävention zu schaffen. Angesichts von jährlich mehr als 10.000 Suiziden in Deutschland ist die Stärkung der Suizidprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die weit über die medizinische Versorgung hinausgeht.

Aus Sicht des Landesverbandes kann eine wirksame Suizidprävention nur gelingen, wenn medizinische, sozialpsychiatrische und psychosoziale Hilfen eng miteinander verzahnt werden. Menschen in suizidalen Krisen wenden sich häufig zunächst an niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote, Sozialpsychiatrische Dienste, Hausärzt*innen, Selbsthilfe oder andere gemeindenahe Hilfen. Diese Strukturen müssen deshalb als tragende Säulen einer nationalen Präventionsstrategie verstanden und dauerhaft gestärkt werden.

In unserer Stellungnahme sprechen wir uns insbesondere aus für:

  • die ausdrückliche Berücksichtigung der Sozialpsychiatrie und gemeindepsychiatrischer Versorgungsstrukturen als zentrale Bestandteile der nationalen Suizidprävention,
  • verbindliche regionale Netzwerke zwischen Gesundheitswesen, Sozialpsychiatrie, Eingliederungshilfe, Suchthilfe, Selbsthilfe und weiteren Akteur*innen,
  • eine nachhaltige Finanzierung niedrigschwelliger Krisendienste und psychosozialer Unterstützungsangebote,
  • die stärkere Einbindung von Peer-Support und EX-IN-Genesungsbegleitung,
  • den Ausbau bundesweiter Qualifizierungsangebote für Fachkräfte und weitere Berufsgruppen,
  • die stärkere Berücksichtigung von Postvention, Angehörigen sowie besonders vulnerablen Personengruppen,
  • Maßnahmen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen als festen Bestandteil der Suizidprävention sowie
  • eine regional ausgerichtete Bedarfsplanung und wissenschaftliche Evaluation.

Besonders für Mecklenburg-Vorpommern sehen wir aufgrund der großen Flächen, der geringen Bevölkerungsdichte und der bestehenden Versorgungsherausforderungen einen erheblichen Handlungsbedarf. Verlässliche Krisenhilfen, sektorenübergreifende Zusammenarbeit und eine langfristige Finanzierung sind wesentliche Voraussetzungen, damit Menschen in psychischen Krisen frühzeitig erreicht und wirksam unterstützt werden können.

Unsere Stellungnahme versteht sich als fachlicher Beitrag zur Weiterentwicklung des Gesetzentwurfs. Als Landesverband bringen wir dabei unsere langjährigen Erfahrungen aus der sozialpsychiatrischen Praxis, der Netzwerkarbeit sowie der Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsorganisationen und zahlreichen Kooperationspartner*innen ein.

Die vollständige Stellungnahme steht nachfolgend als PDF zum Download zur Verfügung.

Analyse und Arbeitshilfe zur Landtagswahl 2026 in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht

Analyse und Arbeitshilfe zur Landtagswahl 2026 in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht

Was sagen die Parteien zur psychischen Gesundheit, sozialen Teilhabe und psychosozialen Versorgung? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer neuen Arbeitshilfe des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. zur Landtagswahl 2026.

Die Broschüre wertet die Wahlprogramme der zur Landtagswahl antretenden Parteien systematisch aus und stellt ihre Aussagen zu sozialpsychiatrisch relevanten Themen übersichtlich gegenüber. Berücksichtigt werden unter anderem die Bereiche Teilhabe und Inklusion, allgemeine Gesundheit, psychische Gesundheit, Suchthilfe, psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, Familie sowie Maßregelvollzug.

Die Arbeitshilfe richtet sich insbesondere an Mitarbeitende in der psychosozialen Versorgung. Sie unterstützt dabei, Menschen mit psychischen Erkrankungen bei ihrer selbstbestimmten politischen Meinungsbildung zu begleiten. Dazu enthält sie verständlich aufbereitete Themenübersichten, einen Gesprächsleitfaden für Mitarbeitende sowie Arbeitsblätter für Gespräche mit Klient*innen. Ergänzt wird die Arbeitshilfe durch eine fachpolitische Analyse der Wahlprogramme und eine umfassende Quellendokumentation.

Wichtig: Die Arbeitshilfe enthält keine Wahlempfehlung. Ziel ist es, politische Inhalte verständlich darzustellen, Unterschiede zwischen den Wahlprogrammen transparent zu machen und eine informierte, eigenständige Meinungsbildung zu unterstützen. Welche Partei gewählt wird oder ob das Wahlrecht wahrgenommen wird, entscheidet jede Person selbst.

Mit der Veröffentlichung möchte der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. einen Beitrag zur politischen Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen leisten und Einrichtungen der psychosozialen Versorgung bei der Begleitung politischer Bildungsprozesse unterstützen.

Die Arbeitshilfe steht ab sofort für unsere Mitgliedsorganisationen hier im internen Mitgliederbereich auf dieser Internetseite zur Verfügung.

Von der Kostensteuerung zur Versorgungsverantwortung – Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V. nimmt Stellung zum BTHG-Sonderbericht des Landesrechnungshofes

Von der Kostensteuerung zur Versorgungsverantwortung – Landesverband Sozialpsychiatrie MV nimmt Stellung zum Sonderbericht des Landesrechnungshofes

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat eine ausführliche Stellungnahme zum Sonderbericht des Landesrechnungshofes Mecklenburg-Vorpommern zur Finanzierung und Steuerung der Aufgaben nach dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) veröffentlicht.

Der Landesrechnungshof benennt in seinem Bericht erhebliche strukturelle, organisatorische und finanzielle Herausforderungen bei der Umsetzung der Eingliederungshilfe in Mecklenburg-Vorpommern. Aus Sicht des Landesverbandes ist die Analyse wichtiger Ausgangspunkt für notwendige Reformen. Gleichzeitig darf die Debatte über die Zukunft der Eingliederungshilfe nicht auf Fragen der Kostenentwicklung und Wirtschaftlichkeit reduziert werden: „Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen benötigen verlässliche, personenzentrierte und sozialraumorientierte Unterstützungsangebote. Selbstbestimmung, soziale Teilhabe und Gleichberechtigung müssen auch künftig die zentralen Leitziele der Eingliederungshilfe bleiben“, betont der Landesverband.

In seiner Stellungnahme hebt der Verband insbesondere folgende Handlungsfelder hervor:

  • Erhalt der personenzentrierten Bedarfsermittlung und des Wunsch- und Wahlrechts der Leistungsberechtigten
  • Mehr Transparenz, Beteiligung und Planungssicherheit bei Reform- und Steuerungsprozessen
  • Einrichtung regionaler und landesweiter Steuerungsgremien für die psychosoziale Versorgung
  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Eingliederungshilfe (SGB IX) und Gesundheitsversorgung (SGB V)
  • Qualitätsentwicklung auf Grundlage fachlicher und teilhabeorientierter Kriterien statt ausschließlich betriebswirtschaftlicher Kennzahlen
  • Stärkung sozialräumlicher Versorgungsstrukturen und gemeindepsychiatrischer Netzwerke
  • Ausbau von Prävention, Gesundheitsförderung und niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten
  • Entwicklung einer langfristigen Landesstrategie für die psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern

Eine nachhaltige Weiterentwicklung kann aus Sicht des Verbandes nur im gemeinsamen Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Leistungsträgern, Leistungserbringern, Selbsthilfe, Zu- und Angehörigen sowie Menschen mit eigener Erfahrung gelingen. Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. erklärt ausdrücklich seine Bereitschaft, die hierfür notwendigen fachpolitischen Entwicklungs- und Reformprozesse konstruktiv zu begleiten und aktiv mitzugestalten.

Die vollständige Stellungnahme steht hier zum Download bereit:

Stellungnahme gegen Polizeiregister und pauschale Erfassung von psychisch erkrankten Menschen

Stellungnahme gegen Polizeiregister und pauschale Erfassung von psychisch erkrankten Menschen

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat eine Stellungnahme zu aktuellen sicherheitspolitischen Debatten über Menschen mit psychischen Erkrankungen veröffentlicht.

Hintergrund sind politische Forderungen nach Registern, erweiterten Meldepflichten sowie einem verstärkten Datenaustausch zwischen psychiatrischen Einrichtungen und Sicherheitsbehörden. Anlass hierfür sind öffentliche Debatten nach schweren Gewalttaten in Deutschland, bei denen teilweise psychische Erkrankungen der Täter*innen thematisiert wurden.

Der Landesverband warnt davor, psychische Erkrankungen pauschal mit Gefährlichkeit gleichzusetzen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass psychische Erkrankungen weit verbreitet sind, schwere Gewalttaten jedoch seltene Ereignisse bleiben. Die überwältigende Mehrheit psychisch erkrankter Menschen wird nicht straffällig und ist häufiger selbst von Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt betroffen.

Aus Sicht des Landesverbandes drohen pauschale Registrierungs- und Erfassungsmaßnahmen die gesellschaftliche Stigmatisierung weiter zu verstärken, das Vertrauen in psychiatrische und psychosoziale Hilfen zu untergraben und Betroffene davon abzuhalten, frühzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Die Stellungnahme betont stattdessen die Bedeutung:

  • einer starken psychosozialen und psychiatrischen Versorgung,
  • gemeindenaher Hilfen,
  • früher Prävention,
  • aufsuchender und niedrigschwelliger Unterstützungsangebote,
  • einer besseren Vernetzung der Hilfesysteme,
  • sowie einer konsequenten Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern erschweren große ländliche Räume, Fachkräftemangel und unzureichend ausgebaute Unterstützungsangebote vielerorts den Zugang zu verlässlicher Hilfe.

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. setzt sich für eine menschenrechtsorientierte, gemeindenahe und diskriminierungsfreie Psychiatrie ein und fordert eine differenzierte öffentliche Debatte ohne Generalverdacht gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier:

Junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern psychisch belastet – Fachverband fordert Handeln

Junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern psychisch belastet – Fachverband fordert Handeln

Angststörungen und Depressionen nehmen zu. / Besonders jugendliche Mädchen häufig betroffen.

Rostock – Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern ist weiterhin stark belastet. Aktuelle Daten des DAK-Gesundheitsreports zeigen: Angststörungen, Depressionen und Essstörungen sind seit der Pandemie deutlich angestiegen und verharren auf hohem Niveau. Der Landesverband Sozialpsychiatrie MV fordert die Landespolitik, Kommunen und Leistungsträger daher dazu auf, entschlossen zu handeln und Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um diesen Trend zu brechen.

Seit 2019 stiegen die Diagnosen von Angststörungen um 36 Prozent, Essstörungen um 21 Prozent und Depressionen um 19 Prozent. Besonders betroffen sind Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren – bei ihnen nehmen auch chronische Verläufe deutlich zu.

„Wir erleben keine kurzfristige Krise, sondern eine anhaltende Belastung junger Menschen“, erklärt Karsten Giertz, Geschäftsführer des Landesverbands. „Wenn sich psychische Erkrankungen früh verfestigen, steigen die Risiken für Bildungsabbrüche, soziale Isolation und langfristige gesundheitliche Probleme.“

Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der Betroffenen ohne Hilfe: Schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit behandlungsbedürftigen psychischen Problemen nehmen keine Unterstützung in Anspruch – unter anderem wegen fehlender Angebote und Stigmatisierung.

Der Landesverband kritisiert, dass die öffentliche Debatte häufig zu kurz greift. Einseitige Forderungen – etwa nach pauschalen Social-Media-Verboten – würden den komplexen Ursachen psychischer Belastungen nicht gerecht. Stattdessen brauche es umfassende und langfristige Strategien. Der Verband fordert deshalb eine landesweite Gesamtstrategie zur Stärkung der psychischen Gesundheit. Notwendig seien vor allem mehr niedrigschwellige, wohnortnahe Hilfen, mehr Präventionsangebote, eine bessere Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und Gesundheitswesen sowie gezielte Unterstützung beim Übergang ins Erwachsenenalter.

Kritisch bewertet der Verband zudem mögliche Kürzungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Diese würden die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen: „Die psychische Gesundheit junger Menschen ist eine zentrale Zukunftsfrage für Mecklenburg-Vorpommern“, so Giertz. „Es braucht jetzt verlässliche Investitionen und nachhaltige Strukturen.“

Die komplette Stellungnahme finden Sie hier:

Wahlprüfsteine des LSP M-V e.V. zur Landtagswahl MV 2026

Wahlprüfsteine des LSP M-V e.V. zur Landtagswahl MV 2026

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. beteiligt sich anlässlich der Landtagswahl am 20. September 2026 mit eigenen Wahlprüfsteinen am politischen Diskurs.

Ziel ist es, die aktuelle Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen sichtbar zu machen und deren Belange stärker in der Sozial- und Gesundheitspolitik zu verankern.

Psychische Erkrankungen betreffen jährlich etwa 30 % der Bevölkerung in Deutschland – das entspricht rund 17,8 Millionen Menschen. Insbesondere aufgrund von aktuellen gesellschaftlichen und weltweiten Krisen nimmt die Häufigkeit von psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen in unserer Gesellschaft deutlich zu. Ein Teil dieser Betroffenen leidet an schweren und langanhaltenden Erkrankungen und ist auf umfassende medizinische sowie psychosoziale Unterstützung angewiesen. Gleichzeitig stellen Menschen mit schweren seelischen Behinderungen etwa die Hälfte der Hilfeempfängerinnen und -empfänger im Bereich der Sozialhilfe.

Diese Zahlen verdeutlichen die hohe gesellschaftliche Relevanz und den dringenden politischen Handlungsbedarf.

Mit unseren Wahlprüfsteinen möchten wir zentrale Themen adressieren, den Dialog mit den Parteien fördern und zu nachhaltigen Verbesserungen in der Versorgung beitragen.

Die Wahlprüfsteine finden Sie hier als Download:

„Erinnern heißt, Verantwortung zu übernehmen“ Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V. gedenkt NS-Opfern und fordert Verantwortung

Anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (kurz: LSP) an die Menschen, die während der NS-Zeit aufgrund psychischer Erkrankungen oder geistiger und körperlicher Behinderungen verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Das Gedenken begeht der Verband am Dienstag auf seiner jährlichen landesweiten Veranstaltung „ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN“ gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen und Kooperationspartner*innen.

Der Landesverband betont in einer aktuellen Stellungnahme, dass das Erinnern an die nationalsozialistischen Verbrechen nicht allein historisch zu verstehen sei, sondern auch einen Bezug zur Gegenwart habe. „Die Geschichte zeigt, welche Folgen es haben kann, wenn Menschen ausgegrenzt werden und ihre Würde infrage gestellt wird“, erklärt Sandra Rieck, Vorständin des LSP.

Vor diesem Hintergrund weist der Verband auf aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen hin. Positionen, die gesellschaftliche Ausgrenzung normalisieren, soziale Sicherungssysteme infrage stellen oder Menschen nach vermeintlicher Leistungsfähigkeit bewerten, stünden im Widerspruch zu einer menschenrechtsorientierten psychosozialen Versorgung. „Eine fachlich verantwortungsvolle psychosoziale Arbeit setzt voraus, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Erkrankung respektiert und unterstützt werden“, so Rieck.

Nach Einschätzung des Verbands können solche Haltungen den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen, Stigmatisierung verstärken und die Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen erschweren. Zudem bestehe die Gefahr, dass notwendige Unterstützungsangebote zunehmend unter Kosten- oder Nutzenaspekten betrachtet werden. „Psychosoziale Versorgung darf nicht unter Vorbehalt gestellt werden, sondern muss sich am tatsächlichen Bedarf der Betroffenen orientieren“, betont Rieck.

Der Landesverband Sozialpsychiatrie MV verweist auf seine fachliche und ethische Verantwortung für eine gemeindenahe, bedarfsorientierte und menschenrechtsbasierte psychosoziale Versorgung. Diese setze die Achtung der Menschenwürde, demokratische Werte sowie den Schutz vor Diskriminierung voraus. „Erinnerung bedeutet für uns auch, heute Verantwortung zu übernehmen und klar für Menschenrechte einzustehen“, so Rieck abschließend.

Die komplette Stellungnahme finden Sie hier: