Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – neue Stellungnahme zur psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen

Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – neue Stellungnahme zur psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen

Anlässlich unserer Jahrestagung am 09. September 2026 in Züssow veröffentlicht der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. seine aktuelle Stellungnahme zur psychiatrischen und psychosozialen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen.

Unter dem Titel „Psychische Gesundheit, Teilhabe und Demokratie gehören zusammen – Für eine verlässliche psychosoziale Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Räumen“ greifen wir zentrale Herausforderungen für Mecklenburg-Vorpommern auf und formulieren fachpolitische Erwartungen an die zukünftige Gestaltung der Versorgung. Die Stellungnahme steht in engem Zusammenhang mit unserer Jahrestagung „Ländlicher Raum – psychische Gesundheit – Demokratie: Perspektiven für eine starke Gemeinschaft“ am 09. September 2026 in Züssow.

Mecklenburg-Vorpommern ist in besonderer Weise durch ländliche und strukturschwache Regionen geprägt. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben in ländlich geprägten Regionen. Lange Wege, eingeschränkte Mobilität, Fachkräftemangel und eine geringere Dichte spezialisierter Angebote können den Zugang zu psychiatrischer und psychosozialer Unterstützung erheblich erschweren.

Aus Sicht des Landesverbandes braucht es deshalb Versorgungsstrukturen, die die besonderen Bedingungen eines Flächenlandes konsequent berücksichtigen. Psychiatrische und psychosoziale Angebote sollten wohnortnah, sozialraumorientiert, vernetzt, flexibel und niedrigschwellig organisiert sein. Aufsuchende Hilfen und digitale Angebote können dabei wichtige Ergänzungen sein, insbesondere wenn große Entfernungen oder eingeschränkte Mobilität den Zugang zu bestehenden Angeboten erschweren. Digitale Unterstützung darf persönliche Beziehungen und unmittelbare Hilfe jedoch nicht ersetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der besseren regionalen Vernetzung. Psychiatrie, Psychotherapie, Eingliederungshilfe, Suchthilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie weitere Unterstützungsangebote müssen stärker zusammengedacht werden. Ziel sind verlässliche regionale Unterstützungsketten, in denen Zugänge, Übergänge und Zuständigkeiten verbindlich geklärt sind.

Gleichzeitig spielen soziale Netzwerke vor Ort eine wichtige Rolle. Familien, Nachbarschaften, Vereine, Selbsthilfe, Peer-Unterstützung und ehrenamtliches Engagement können Zugehörigkeit fördern, Isolation entgegenwirken und den Zugang zu professioneller Hilfe erleichtern. Sie können und dürfen professionelle psychiatrische, psychotherapeutische und psychosoziale Hilfen jedoch nicht ersetzen.

Mit unserer Stellungnahme möchten wir außerdem deutlich machen, dass psychische Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe und demokratischer Zusammenhalt eng miteinander verbunden sind. Eine erreichbare, verlässliche und beteiligungsorientierte psychosoziale Versorgung kann Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe stärken. Gute psychosoziale Versorgung ist damit auch eine wichtige soziale Infrastruktur für ein demokratisches Gemeinwesen.

Der Landesverband fordert deshalb unter anderem eine langfristige und verbindliche Gesamtstrategie für psychische Gesundheit und sozialpsychiatrische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern, regional angepasste Versorgungskonzepte, verlässlich finanzierte gemeindepsychiatrische und psychosoziale Angebote sowie eine stärkere Beteiligung von Menschen mit eigener Psychiatrie- und Krisenerfahrung, Angehörigen und Selbsthilfe.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier.

Weitere Informationen zu unserer Jahrestagung am 09. September 2026 in Züssow finden Sie hier.

21. Wochen der seelischen Gesundheit 2026 in Wismar und Nordwestmecklenburg

„Aufeinander zugehen“ – gemeinsam für psychische Gesundheit, Teilhabe und ein gutes Miteinander

Vom 30. September bis 15. Oktober 2026 finden in der Hansestadt Wismar und im Landkreis Nordwestmecklenburg die 21. Wochen der seelischen Gesundheit statt. Unter dem Motto „Aufeinander zugehen“ erwartet Interessierte ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm rund um psychische Gesundheit, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Aktionswochen möchten für psychische Gesundheit sensibilisieren, Wissen vermitteln, Vorurteile abbauen und Möglichkeiten der Unterstützung sichtbar machen. Im Mittelpunkt stehen 2026 insbesondere die Themen Angststörungen und Therapie der Sucht. Gleichzeitig greifen die Veranstaltungen zahlreiche weitere Aspekte psychischer Gesundheit und psychosozialer Unterstützung auf.

Das Programm zeigt dabei, wie vielfältig die Zugänge zum Thema sein können. Neben Fachveranstaltungen und Workshops finden unter anderem Filmvorführungen, Gesprächsrunden, Tage der offenen Tür, kreative Angebote, ein inklusives Bowlingturnier, ein Gerontopsychiatrisches Symposium sowie das Mindflow Festival für Jugendliche statt. Alle Veranstaltungen im Rahmen der Wochen der seelischen Gesundheit sind kostenfrei.

Das vollständige Programm finden Sie unter anderem hier:

Videovorlesungsreihe Anthropologische Psychiatrie “Grenzerfahrungen junger Menschen mit gesellschaftlicher Dimension (Teil 2)“

Videovorlesungsreihe Anthropologische Psychiatrie “ Grenzerfahrungen junger Menschen mit gesellschaftlicher Dimension: Wer bin ich? Und wenn ja wie?“ (Teil 2)

An der Universitätsmedizin Hamburg-Eppendorf veranstaltet Thomas Bock jährlich eine Vorlesungsreihe zur Anthropologischen Psychiatrie mit verschiedenen Schwerpunkten. Ziel der Vorlesungsreihe ist, ein menschliches Bild von psychischen Erkrankungen zu vermitteln, sie nicht auf die Abweichung von Normen oder die Folge entgleister Transmitter zu reduzieren. Anlässlich der COVID-19-Pandemie findet seit 2020 die Vorlesungsreihe in digitaler Form statt. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Universität Hamburg mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Irre menschlich Hamburg e.V. und psychenet. Dabei engagieren sich zahlreiche Expert*innen und Psychiatrieerfahrene sowie Angehörige.

Auch im Sommersemester 2026 geht Thomas Bock mit Zu- und Angehörigen, Psychiatrie-Erfahrenen und Praktiker*innen in den Austausch, um über die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen zu sprechen. Nach dem im ersten Teil “Wer bin ich? Ringen um geeignete Hilfen für junge Menschen” aktuelle Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Belastungen und Erkrankungen sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie besprochen wurden, geht es im Sommersemester 2026 um neue Themen wie Essstörungen, Geschlechtsidentität und Trauer. 

Trauer: Wer bin ich – nach schweren Verlusten?

Verluste gehören zum Leben. Sie völlig vermeiden zu wollen, würde das Leben extrem einengen. Doch die Art, wie wir damit umgehen, kann sehr verschieden sein. Das gilt auch und besonders für junge Menschen. Wie und wo finden wir Trost? Wie können wir auch schwere Verluste verkraften oder sogar daran wachsen? Wieviel Trauer tut gut? Wie finden wir Resonanz, und wie ist Einsamkeit zu vermeiden? Wie lange ist es ein Schutz, wenn unsere Seele auf Durchzug stellt? Ab wann sprechen wir von Depression? Was läuft schief, wenn wir zu schnell diagnostizieren? Welche (Un)Kultur prägt die rasanten Veränderungen im ICD bzgl. der Krankheitswertigkeit von Trauer. Aber wo sind auch positive gesellschaftliche Veränderungen spürbar? Peggy Steinhauser, Diplom-Theologin und Trauerbegleiterin, berichtet von ihren beruflichen Erfahrungen mit Verschiedenheit, Kuno Köllmann, Irre menschlich Hamburg e.V., von seinen sehr vielfältigen und letztlich ermutigenden persönlichen Erlebnissen. Das Gespräch kann helfen, die Verschiedenheit beim Umgang mit Verlusten zu verstehen und zu akzeptieren – familiär und therapeutisch.

Mit Prof. Dr. Thomas Bock, Peggy Steinhauser und Dr. Kuno Köllmann

Ess-Störung: Wer bin ich – in meinem Körper mit und ohne Gewicht?

Die Mehrzahl der Bewohner:innen von Industrieländern ist übergewichtig – oft eine Folge u.a. von zu viel Konsum und zu wenig Bewegung. Manche leben radikal in die andere Richtung – im Sinne von Askese und Verzicht, vielleicht auch beeinflusst von fragwürdigen Körperbildern und Werbestrategien. Ab wann sprechen wir von Störung? Ab wann wird die Kontrolle von Nahrung zur Gefahr, vielleicht sogar lebensgefährlich? Und welche Funktion hat das ständige Kreisen um dieses Thema? Und da es immer auch um Identität geht: Wer bin ich – mit und ohne Ess-Störung? Gegen wen richtet sich der „Hungerstreik“? Oder das Gegenteil? Ab wann erfordert die Eigendynamik in beide Richtungen Hilfe? Wo ist diese eher ambulant oder stationär? Was wird zum Wendepunkt? Wer entscheidet was? Welche Rolle spielen Angehörige? Wie gehen wir mit Ohnmacht um? Gibt es auch evolutionäre Aspekte, so etwas wie eine Geschichte des Hungerns? Kennen Sie die historische Bedeutung der „heiligen Anorexie“? Bezogen auf heute: Welche gesellschaftlichen Aspekte sind zu beachten – z.B. der enorme Leistungsdruck, die angstvolle Kehrseite angeblich unendlicher Möglichkeiten usw.

Mit Prof. Dr. Thomas Bock, Dipl.-psych. Susanne Kaut-Reylaender, Sabrina Scharf und Mareen Grether

(Trans)Identität: Wer bin ich – in der Liebe und nach meinem Geschlecht?

Es geht um die Vielfalt und die Freiheit des Liebens: Wen liebe ich? Und als wer tue ich das? Sind wir da frei? Sich selbst liebend anzunehmen ist eine Herausforderung. Auch das eigene Geschlecht zu anziehend zu finden, erscheint in der Pubertät naheliegend. Wenn das geleugnet oder verboten wird, kann Homophobie die Folge sein. – Wir waren immer schon vielfältiger als die „binäre“ Einteilung in Mann und Frau glauben macht. Wenn das akzeptiert wird, kann das heilsam sein, vielleicht sogar den Wunsch entschärfen, anders sein zu wollen. – Liebe ist mehr als Sex. Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität sind unabhängig. – Geschlechtsrollen spielerisch auszutesten, ist für viele eine selbstverständliche Möglichkeit; sich komplett im falschen Film zu fühlen, ist quälend. Niemand sollte damit allein bleiben, Begleitung behutsam und sorgfältig sein. Psychotherapie kann hilfreich sein, aber nicht, wenn sie (wie früher) vorrangig der Normierung dient. Lieselotte Mahler, Chefärztin aus Berlin reflektierte die aktuelle Fachdiskussion in Fachverbänden und Leitlinien. Cornelia Kost kennt beide Seiten und vermittelte v.a. den gesellschaftlichen Diskurs. Michaela Mosteller betreut die SHG Switch und berichtete von dem eigenen Prozess, den sie nicht als „Umwandlung“, sondern als Anpassung empfand. Für die Enkelin ist sie nun „Frau Opa“.

Mit Prof. Dr. Thomas Bock, Dr. Lieselotte Mahler, Cornelia Kost und Michaela Mosteller

Doppelerfahrung: Wer bin ich – als Therapeut*in mit Psychiatrie-Erfahrung

Als Psychotherapeut*in lerne ich Abstinenz, soll möglichst wenig von mir preisgeben. Genesungs-Begleiter:innen vermitteln Hoffnung und Selbstwirksamkeit, weil ihre Krisenerfahrung transparent ist. Gibt es neben gesunder Distanz auch „gesunde Nähe“? Niemand will eine Konkurrenz der Not oder einen Wettbewerb um den letzten Platz. Aber könnte mehr Krisenfreundlichkeit nicht auch Stress reduzieren – für alle Beteiligten? Könnten wir so indirekt der immer schnelleren Pathologisierung menschlichen Leidens entgegenwirken?


Mit Prof. Dr. Thomas Bock, Dr. Astrid Freisen, Prof. Dr. Sebastian von Peter und Gwen Schulz

Jetzt als Modellstandort bewerben: Familie Löwenmut MV stärkt Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien

Kinder aus psychisch oder suchtbelasteten Familien benötigen frühzeitige, verlässliche und niedrigschwellige Unterstützung, um ihre Entwicklungschancen und ihre psychische Gesundheit nachhaltig zu stärken. Mit dem landesweiten Modellprojekt „Familie Löwenmut MV – Resilienzförderung und soziale Teilhabe von Kindern aus psychisch und suchtbelasteten Familien“ werden in Mecklenburg-Vorpommern tragfähige Unterstützungsstrukturen geschaffen, die Kitas, Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Sozialpsychiatrie eng miteinander vernetzen.

Das Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) sowie das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert und baut auf dem wissenschaftlich evaluierten Präventionsprogramm Familie Löwenmut auf. Im Mittelpunkt steht ein zehnwöchiges Resilienzprogramm für Vorschulkinder, das im Kita-Alltag durch qualifizierte pädagogische Fachkräfte umgesetzt wird. Dabei werden alle Kinder einer Vorschulgruppe einbezogen – ohne Stigmatisierung einzelner Familien. Ergänzt wird das Konzept durch Elternarbeit sowie die enge Zusammenarbeit mit regionalen Unterstützungsnetzwerken.

Sieben Modellstandorte gesucht

Für die Umsetzung des Projekts werden sieben regionale Modellstandorte in Mecklenburg-Vorpommern gesucht. Bewerben können sich regionale Partnerschaften oder einzelne Einrichtungen, die das Programm gemeinsam mit mindestens einer Kindertagesstätte in ihrem Sozialraum umsetzen möchten.

Die ausgewählten Standorte profitieren von:

  • einer kostenfreien Qualifizierung im Löwenmut-Konzept,
  • kontinuierlicher fachlicher und organisatorischer Begleitung,
  • praxisnahen Materialien für den Kita-Alltag und die Elternarbeit,
  • Unterstützung beim Aufbau und der Weiterentwicklung regionaler Netzwerke sowie
  • einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit den anderen Modellstandorten.

Interessenbekundung bis zum 07. September 2026

Interessierte Einrichtungen und regionale Netzwerke können ihre formlose Interessenbekundung bis zum 07.09.2026 an die regionale Projektkoordinatorin Julia Schreiter senden:

E-Mail: julia.schreiter@sozialpsychiatrie-mv.de

Die Interessenbekundung sollte eine kurze Vorstellung der Einrichtung bzw. der regionalen Partnerschaft sowie Angaben enthalten:

  • warum Sie am Modellprojekt teilnehmen möchten,
  • welche Kita bzw. Kitas beteiligt werden sollen oder bereits als Kooperationspartner zur Verfügung stehen,
  • welche regionalen Netzwerkpartner das Vorhaben unterstützen oder künftig eingebunden werden können.

Im Anschluss finden zwischen September und Mitte Oktober 2026 digitale Kennenlerngespräche statt. Die Auswahl der Modellstandorte erfolgt bis zum 15. Oktober 2026, die Auftaktqualifizierung ist für Anfang Dezember 2026 geplant. Die Umsetzung in den beteiligten Kitas beginnt ab Februar 2027.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier auf der Projektseite oder hier im Flyer.

Neuer Durchgang der Fortbildungsreihe “Methoden der qualifizierten Assistenz” 2027

Neuer Durchgang der Fortbildungsreihe “Methoden der qualifizierten Assistenz” 2027

Durch die Einführung des Bundesteilhabegesetzes verändert sich die psychosoziale Arbeit mit Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihren Angehörigen im Bereich der Eingliederungshilfe grundlegend. Neue methodische Ansätze und fachliche Konzepte sind gefragt, um Menschen mit psychischen Erkrankungen im Rahmen von qualifizierten Assistenzleistungen zu begleiten und in ihrer sozialen Teilhabe zu fördern. 

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. bietet im nächsten Jahr hierzu wieder das Weiterbildungsangebot „Methoden der qualifizierten Assistenz“ an, das sich an alle Mitarbeitenden richtet, die im Bereich der Eingliederungshilfe Leistungen zur sozialen Teilhabe für Menschen mit psychischen Erkrankungen erbringen. Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen und dem bestehenden Fachwissen der Teilnehmenden werden neue Methoden und Konzepte zur Umsetzung qualifizierter Assistenzleistungen vorgestellt und praxisnah vermittelt. 

Dauer: 8 Seminare jeweils von 09:00 bis 17:00 Uhr

Inhalte:

  • Aktuelle Bedarfe in der sozialen Teilhabe von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen
  • Einführung Bundesteilhabegesetz
  • Qualifizierte und kompensatorische Assistenzleistung
  • Capability Approach
  • Biopsychosoziales Modell von psychischer Krankheit und Gesundheit
  • Die ICF und die ICF Score Sets in der Praxis
  • Recovery, Salutogenese, Resilienz, Ressourcen- und Stärkenorientierung in der qualifizierenden Assistenz
  • Theoretische Grundlagen und Anwendung der psychosozialen Diagnostik
  • Grundlagen professioneller Beziehungsarbeit
  • Methoden der Angehörigen-, Netzwerk- und Sozialraumarbeit
  • Methoden der unterstützenden Entscheidungsfindung
  • Strategien im Umgang mit spezifischen Arbeitsbelastungen

Kosten: Mitglieder des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. 800 Euro, Externe Träger und Einrichtungen 950 Euro

Weitere Informationen finden Sie hier im aktuellen Flyer:

Melden Sie sich gerne bei:

Karsten Giertz

Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Carl-Hopp-Str. 19a, 18057 Rostock

Telefon: 0381 – 873 942 30, E-Mail: Karsten.Giertz@sozialpsychiatrie-mv.

Neue Ausgabe des Newsletters der Landesfachstelle: KipsFam

Was bewegt sich aktuell für Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien in Mecklenburg-Vorpommern? Die neue Ausgabe der BlickPost gibt Einblicke in die Arbeit der Landesfachstelle KipsFam und ihrer regionalen Partner*innen im ganzen Land.

Mit der aktuellen Juli-Ausgabe erscheint der Newsletter der Landesfachstelle: KipsFam erstmals in einem neuen, modernen Format. Auch die Website der Landesfachstelle wurde überarbeitet. Fachkräfte, Familien und Angehörige sollen dadurch noch leichter Informationen, Anlaufstellen und Veranstaltungen finden können.

Ein Schwerpunkt der neuen BlickPost ist der Rückblick auf das 5. KipsFam-Projektforum „Land in Sicht!“, das am 1. Juli 2026 in der Scheune Bollewick stattfand. Rund 150 Fachkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern beschäftigten sich dort mit der Frage, wie eine bedarfsgerechte Unterstützung von Kindern aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien im ländlichen Raum gelingen kann – trotz weiter Wege, knapper Angebote und begrenzter Ressourcen. Neben fachlichen Impulsen und einer Podiumsdiskussion entwickelten die Teilnehmenden in regionalen Ideenwerkstätten Ansätze für die weitere Versorgungsgestaltung in Mecklenburg-Vorpommern.

Die neue BlickPost zeigt zugleich, wie vielfältig sich die KipsFam-Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern weiterentwickeln. Die Regionalstellen berichten unter anderem über neue Kooperationen und Netzwerke, die Sensibilisierung von Fachkräften, Selbsthilfeangebote sowie neue Präventions- und Unterstützungsangebote.

Neu ist außerdem ein Animationsfilm der Landesfachstelle: KipsFam. Er vermittelt kindgerecht, wie es sich anfühlen kann, mit einem psychisch oder suchtbelasteten Elternteil aufzuwachsen, und trägt dazu bei, Erfahrungen und Bedürfnisse betroffener Kinder sichtbarer zu machen.

Ergänzt wird der Newsletter durch Hinweise auf Fortbildungen und Veranstaltungen, aktuelle Studien und Fachbeiträge sowie Empfehlungen für Bücher und Materialien.

Die neue BlickPost können sie hier frei herunterladen und abonnieren.

Neues Projekt gestartet: Familie Löwenmut MV stärkt Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien

Seit dem 1. Juli 2026 setzt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. das neue Projekt „Familie Löwenmut MV“ um. Ziel des Projekts ist es, die Resilienz und soziale Teilhabe von Kindern im Kita-Alter aus Familien zu stärken, in denen ein Elternteil psychisch oder suchtkrank ist.

Familie Löwenmut MV baut auf einem bereits erprobten und evaluierten Programm auf und entwickelt dieses für Mecklenburg-Vorpommern weiter. Im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen mit regionalen Partnern aus dem Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendhilfe sowie dem psychosozialen Unterstützungssystem. So sollen Kinder und ihre Familien frühzeitig, bedarfsgerecht und niedrigschwellig Unterstützung erhalten.

Während der Projektlaufzeit bis zum 30. Juni 2028 entstehen landesweit neun Modellstandorte. Zwei regionale Netzwerke konnten bereits gewonnen werden, weitere Standorte befinden sich derzeit im Aufbau. Die teilnehmenden Einrichtungen werden fachlich begleitet und qualifiziert, um nachhaltige regionale Unterstützungsstrukturen für Kinder und Familien zu entwickeln.

Aktuell wird eine Interessenbekundung vorbereitet, mit der sich weitere Kindertageseinrichtungen gemeinsam mit regionalen Netzwerkpartnern am Projekt beteiligen können. Nach Veröffentlichung werden die entsprechenden Unterlagen auf unserer Website zur Verfügung gestellt.

Familie Löwenmut MV wird im Rahmen der Förderung von Maßnahmen zur Unterstützung und Stärkung von Kindern und Jugendlichen aus psychisch belasteten oder suchtbelasteten Familien gefördert. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+).

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier auf unserer Projektseite oder erhalten Sie direkt bei den Ansprechpartnerinnen des Projekts.

Forensik Update 2026: Best Practice und Innovation im Maßregelvollzug

Am 21. und 22. September 2026 lädt die Klinik für Forensische Psychiatrie der Universitätsmedizin Rostock erneut zum „Forensik Update – Best Practice und Innovation im Maßregelvollzug“ nach Rostock ein. Die interdisziplinäre Fachtagung richtet sich an Fachkräfte unterschiedlicher Berufsgruppen und bietet eine Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisnahe Ansätze in der forensischen Psychiatrie.

Das Programm verbindet Fachvorträge renommierter Expert*innen mit praxisorientierten Workshops zu vielfältigen Themenfeldern. Auf der Agenda stehen unter anderem Fragen zu Zwang und Autonomie in der Forensik, neue Entwicklungen in der ambulanten forensischen Versorgung, traumaorientierte Behandlungskonzepte, die Versorgung von Menschen mit intellektuellen Entwicklungsstörungen im Maßregelvollzug sowie aktuelle Ansätze in der Begutachtungs- und Behandlungspraxis.

Besondere Formate wie die Pro-und-Contra-Debatte zu Schizophrenieleitlinien in der Forensik, das „Speed-Dating Forschung“ für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie verschiedene Workshops fördern den fachlichen Dialog und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis.

Neben dem fachlichen Programm bietet die Tagung Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung. Die Veranstaltung wurde von der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern mit 15 Fortbildungspunkten anerkannt.

Termin: 21.–22. September 2026
Ort: ScanHotels City Rostock, Lange Straße 40, 18055 Rostock

Weitere Informationen zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier auf der Veranstaltungsseite der Universitätsmedizin Rostock.

Suchtwoche vom 15. bis 19. Juni 2026 im Landkreis Vorpommern-Rügen

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Sucht des Landkreises Vorpommern-Rügen lädt vom 16. bis 18. Juni 2026 zu einer Suchtwoche mit vielfältigen Informations- und Austauschangeboten ein. Die Veranstaltungen richten sich an Fachkräfte, Betroffene, Angehörige sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Den Auftakt bildet am 16. Juni 2026 der Fachvortrag mit Ausstellung „FASD – eine unsichtbare Behinderung sichtbar machen“ im Haus Rügen in Dreschvitz. Referentin ist Conny Kirsten. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.

Am 17. Juni 2026 findet in der Klinikumskirche Stralsund der Suchtfachtag unter dem Motto „Wo der Mut beginnt, wachsen Dir Flügel“ statt. Renommierte Referentinnen und Referenten informieren über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Suchthilfe. Auch für diese Veranstaltung wird um Anmeldung gebeten.

Den Abschluss der Suchtwoche bildet am 18. Juni 2026 der Filmabend „Tausche Panikattacken gegen Leberzirrose“ im UC Kino Bergen auf Rügen. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich.

Ergänzend beteiligt sich die Sucht- und Drogenberatungsstelle Stralsund vom 13. bis 21. Juni 2026 mit verschiedenen Aktionen an der bundesweiten Aktionswoche Alkohol 2026.

Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Ermöglicht werden sie durch die Unterstützung des Landkreises Vorpommern-Rügen und des Gemeindepsychiatrischen Leistungserbringerverbundes (GPLV). Der Suchtfachtag wird zusätzlich durch das Helios Hanseklinikum Stralsund und die Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten unterstützt.

Weitere Informationen zu Veranstaltungszeiten, Anmeldungen und Ansprechpartner finden Sie in den Veranstaltungsflyern der Organisator*innen.

Weiterbildung Sozialpsychiatrie – Professionell begleiten, wirksam unterstützen

Diese staatlich anerkannte Weiterbildung qualifiziert Mitarbeitende der Eingliederungshilfe umfassend für die Assistenz von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen, Suchterkrankungen oder geistigen Beeinträchtigungen. Sie verbindet 750 UE Theorie, 1.600 Praxisstunden und klare Leistungsnachweise zu einem fundierten, praxisnahen Kompetenzprofil.

Für wen?

Für Fach‑ und Betreuungskräfte sowie Quereinsteiger*innen mit entsprechender Vorbildung oder Berufserfahrung in psychiatrischen Arbeitsfeldern.

Was Sie erwartet

  • Präsenzorientierter Theorieunterricht mit digitalen Anteilen
  • Praxis am eigenen Arbeitsplatz plus zwei externe Praktika
  • Fachpraktische Anleitung durch Mentor*innen
  • Schriftliche, mündliche und projektbezogene Prüfungsleistungen
  • Abschluss mit staatlich anerkanntem Zertifikat

Gut zu wissen

Die Weiterbildung ist AZAV-zertifiziert – Fördermöglichkeiten (z. B. Bildungsgutschein) sind möglich.

Hier erfahren Sie mehr.