Landeskoordination: Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien

Projektkoordination: Dr. Kristin Pomowski,

Projektmitarbeitende: Julia Möller, Sarah Jenderny & Annette Stoltz

Etwa 3 Mio. Kinder in Deutschland sind im Laufe eines Jahres mit der psychischen Erkrankung eines Elternteils konfrontiert. Etwa ein Drittel der Eltern mit einer psychischen Erkrankung sind aufgrund der eigenen Belastungen in vielen Bereichen der elterlichen Rolle eingeschränkt. Mangelnde Sensitivität für die kindlichen Bedürfnisse, unzureichende Zuwendung oder Überforderung bei der Gestaltung des familiären Alltages bilden jedoch negative Faktoren für die psychische, soziale und körperliche Entwicklung der Kinder. So ist das Risiko von Kindern psychisch erkrankter Eltern im späteren Leben für psychische oder somatische Erkrankungen, einer reduzierten Lebensqualität oder psychosozialen Problemlagen deutlich höher.

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Auch aufseiten der Eltern können Beeinträchtigungen in der elterlichen Rolle Schuldgefühle, Insuffizienzerlebe oder Stigmatisierung hervorrufen, was die Bewältigung der eigenen psychischen Erkrankung negativ beeinflusst und auch im schlimmsten Fall zu Vernachlässigung oder Misshandlung führt.

Seit 2020 übernimmt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. zusammen mit der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP Gruppe) die Landeskoordination zur Thematik Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien, das vom Referat für Psychiatrie, Maßregelvollzug und Prävention des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern finanziert wird. Ziel ist es im Rahmen der Landeskoordination die Situation von Kindern psychisch erkrankter Eltern in Mecklenburg-Vorpommern zu verbessern, indem alle wichtigen versorgungsrelevanten Akteur*innen für diese Zielgruppe vernetzt und zielgruppenspezifische Angebote entwickelt werden.

Hintergrund des Projektes

Die Thematik „Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien“ steht bereits länger im Fokus wissenschaftlicher, sozialer und gesundheitlicher Betrachtungen. Eine politische Aufmerksamkeit ist insbesondere entstanden, indem durch den deutschen Bundestag im Jahr 2017 eine Sachverständigenarbeitsgruppe ins Leben gerufen wurde mit dem Auftrag, Vorschläge zur Verbesserung der Situation von Kindern aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien zu generieren. Diese Vorschläge wurden Ende des Jahres 2019 veröffentlicht und bringen nun eine Dynamik in der Betrachtung und Bearbeitung der Thematik hervor.