„Erinnern heißt, Verantwortung zu übernehmen“ Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V. gedenkt NS-Opfern und fordert Verantwortung

Anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (kurz: LSP) an die Menschen, die während der NS-Zeit aufgrund psychischer Erkrankungen oder geistiger und körperlicher Behinderungen verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Das Gedenken begeht der Verband am Dienstag auf seiner jährlichen landesweiten Veranstaltung „ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN“ gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen und Kooperationspartner*innen.

Der Landesverband betont in einer aktuellen Stellungnahme, dass das Erinnern an die nationalsozialistischen Verbrechen nicht allein historisch zu verstehen sei, sondern auch einen Bezug zur Gegenwart habe. „Die Geschichte zeigt, welche Folgen es haben kann, wenn Menschen ausgegrenzt werden und ihre Würde infrage gestellt wird“, erklärt Sandra Rieck, Vorständin des LSP.

Vor diesem Hintergrund weist der Verband auf aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen hin. Positionen, die gesellschaftliche Ausgrenzung normalisieren, soziale Sicherungssysteme infrage stellen oder Menschen nach vermeintlicher Leistungsfähigkeit bewerten, stünden im Widerspruch zu einer menschenrechtsorientierten psychosozialen Versorgung. „Eine fachlich verantwortungsvolle psychosoziale Arbeit setzt voraus, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Erkrankung respektiert und unterstützt werden“, so Rieck.

Nach Einschätzung des Verbands können solche Haltungen den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen, Stigmatisierung verstärken und die Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen erschweren. Zudem bestehe die Gefahr, dass notwendige Unterstützungsangebote zunehmend unter Kosten- oder Nutzenaspekten betrachtet werden. „Psychosoziale Versorgung darf nicht unter Vorbehalt gestellt werden, sondern muss sich am tatsächlichen Bedarf der Betroffenen orientieren“, betont Rieck.

Der Landesverband Sozialpsychiatrie MV verweist auf seine fachliche und ethische Verantwortung für eine gemeindenahe, bedarfsorientierte und menschenrechtsbasierte psychosoziale Versorgung. Diese setze die Achtung der Menschenwürde, demokratische Werte sowie den Schutz vor Diskriminierung voraus. „Erinnerung bedeutet für uns auch, heute Verantwortung zu übernehmen und klar für Menschenrechte einzustehen“, so Rieck abschließend.

Die komplette Stellungnahme finden Sie hier:

Eingliederungshilfe in Gefahr: Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V. warnt vor Einsparungen in Mecklenburg-Vorpommern

Eingliederungshilfe in Gefahr: Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V. warnt vor Einsparungen in Mecklenburg-Vorpommern

Rund 200.000 psychisch erkrankte Menschen in Mecklenburg-Vorpommern / Psychosoziale Angebote schaffen Stabilität

MV – In Mecklenburg-Vorpommern erkranken laut aktuellen Studien pro Jahr etwa 200.000 Erwachsene an einer psychischen Erkrankung. Rund 7.000 bis 15.000 von ihnen sind schwer und dauerhaft betroffen. Sie sind auf verlässliche Unterstützungsangebote wie betreutes Wohnen, Assistenz im Alltag und psychosoziale Begleitung angewiesen, um stabil leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V. (kurz: LSP) warnt eindringlich vor den derzeit diskutierten Einsparungen in der Eingliederungshilfe. Diese Leistungen seien keine freiwilligen Zusatzangebote, sondern eine zentrale Voraussetzung für Selbstbestimmung, Stabilität und Krisenprävention, wie es in einer aktuellen Stellungnahme des Verbands heißt.

Ein bundesweiter Vergleich zeigt: Mecklenburg-Vorpommern gibt pro Kopf am wenigsten Geld für Leistungen zur sozialen Teilhabe aus. Die bundesweit gestiegenen Kosten in der Eingliederungshilfe sind vor allem auf wachsende Verwaltungsausgaben zurückzuführen – nicht auf höhere Leistungen für die Betroffenen. „Die Folgen der Unterfinanzierung sind bereits heute sichtbar“, so Karsten Giertz, Geschäftsführer des Verbands. „Psychiatrische Kliniken bleiben belegt, weil notwendige Nachsorgeangebote fehlen. Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen finden keinen Wohnplatz, geraten in Wohnungslosigkeit oder müssen in andere Bundesländer ausweichen. Besonders der ländliche Raum ist betroffen.“ Weitere Kürzungen würden diese Entwicklungen verschärfen. „Kurzfristige Einsparungen führen langfristig zu mehr Krisen, mehr Klinikaufenthalten und höheren Kosten für das Sozial- und Gesundheitssystem. Gleichzeitig drohen Qualitätsverluste, Fachkräfteabwanderung und der Abbau von Angeboten.“

Der Landesverband Sozialpsychiatrie MV fordert daher die politisch Verantwortlichen auf, von weiteren Kürzungen abzusehen, die besonderen Bedarfe von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen anzuerkennen und die Eingliederungshilfe als Investition in Teilhabe, Prävention und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu verstehen. Die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention muss dabei handlungsleitend sein.

Der Landesverband steht gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen bereit, an tragfähigen und nachhaltigen Lösungen für eine zukunftsfähige psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern mitzuwirken.

Die komplette Stellungnahme finden Sie hier:

Solidarische Gesundheitsversorgung statt Ausgrenzung – der Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V. hat den Appell der Ärzte der Welt mitunterzeichnet

Für einen verbesserten Zugang zu Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Deutschland und ein klares Bekenntnis zur Solidarität und für Zusammenhalt: dazu ruft Ärzte der Welt gemeinsam mit 136 Organisationen auf. Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat den Appell ebenfalls unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung des gemeinsamen Appells treten wir gegen Ausgrenzung und für einen gerechten und diskriminierungsfreien Zugang zum Gesundheitssystem ein.

Den kompletten Aufruf finden Sie hier.

Stellungnahme “Demokratie ist gut für die psychische Gesundheit”

Stellungnahme “Demokratie ist gut für die psychische Gesundheit”

Landesverband Sozialpsychiatrie MV fordert Zusammenhalt gegen Rechts

MV – Anlässlich der am Wochenende anstehenden Wahlen in Sachsen und Thüringen spricht sich der Landesverband Sozialpsychiatrie MV e.V. in einer Stellungnahme für den Schutz demokratischer Werte aus. Demokratie sei nicht nur ein politisches System, heißt es in dem Papier, sondern die zentrale gesellschaftliche Grundlage für Frieden und Freiheit. Mit Blick auf die Bundestagswahlen 2025 und die Landtagswahlen 2026 in MV warnt der Verband vor einem Rechtsruck. „Demokratie ist gut für die Psyche“, fasst Geschäftsführer Karsten Giertz zusammen. „Diskriminierung, Hass und Hetze hingegen schaden unserer psychischen Gesundheit.“

Der Verband setze sich daher dafür ein, dass Grund- und Menschenrechte gesichert werden. Nur so hätten alle Bürger*innen die Möglichkeit, ihre Stimme zu erheben, ihre Meinungen zu äußern und ihre Lebensumstände aktiv und vielfältig zu gestalten. „Dadurch entsteht ein Gefühl von sozialer Zugehörigkeit und Wertschätzung, das zentral ist für unsere psychische Stabilität und das individuelle Wohlbefinden“, so Giertz. Minderheiten und vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Behinderungen würden geschützt – Kinder und Jugendliche seien in ihrer Entwicklung freier.

Mit Sorge beobachte der Verband die aktuellen politischen Entwicklungen, bei denen „demokratische Grundwerte nicht nur infrage gestellt, sondern gezielt angegriffen“ werden, wie es in der Stellungnahme heißt. Hass und Hetze würden zunehmend salonfähig – Menschen mit Migrationshintergrund sowie religiöse und sexuelle Minderheiten würden beschimpft, frauenfeindliche Positionen idealisiert, der Nationalsozialismus verharmlost und eine gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen gefordert.

„Diskriminierung, Ausgrenzung und Hetze schaffen ein gesellschaftliches Klima der Angst und Unsicherheit, das sich negativ auf die psychische Gesundheit der Menschen auswirkt“, heißt es in dem Papier. Und weiter: „Personen, die sich aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Identität oder ihrer politischen Überzeugungen diskriminiert fühlen, sind einem erhöhten Risiko für psychische Beeinträchtigungen und Erkrankungen ausgesetzt.“

Der Verband appelliert daher an alle politischen Akteur*innen, sich aktiv für eine demokratische und inklusive Gesellschaft einzusetzen. Er fordert, dass Werte wie Toleranz, Respekt und Solidarität gefördert werden: „Demokratie ist nicht nur ein Recht, sondern eine Verantwortung, die wir gegenüber uns selbst und unseren Mitmenschen tragen.“

Die komplette Stellungnahme finden Sie hier:

Positionspapier der Landesarbeitsgruppe Partizipation M-V zur partizipativen Einbeziehung von Menschen mit psychischen Erkrankungen im Rahmen der Eingliederungshilfe

Bei der Entwicklung, Planung und Evaluation von psychiatrischen und psychosozialen Behandlungs- und Unterstützungsangeboten hat in den letzten Jahren die partizipative Einbeziehung von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch Selbsthilfeinitiativen und -bewegungen, durch zunehmende Forschungsaktivitäten sowie durch gesetzliche Reformprozesse wie die UN-Behindertenrechtskonvention und das Bundesteilhabegesetz an Bedeutung gewonnen.

Gerade durch das Bundesteilhabegesetz wurde die gesetzlich verpflichtende Grundlage für Leistungsträger und Leistungserbringer geschaffen, Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit anderen Behinderungen aktiv und auf gleicher Augenhöhe in die Planung, Durchführung und Evaluation von psychosozialen Unterstützungsangeboten zur Förderung der sozialen Teilhabe einzubeziehen. Zudem ist die partizipative Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen eng mit den Konzepten von Empowerment und Recovery verbunden.

Um die aktive Beteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung sowie die Implementierung von Angeboten des Peer Supportes in Mecklenburg-Vorpommern zu fördern, entwickelten der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V. und das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e.V. 2022 die Initiative der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern, welche gemeinsam mit anderen interessierten Kooperationspartner*innen und Verbänden in regelmäßigen Treffen zweimal im Jahr umgesetzt wird. An der Landesarbeitsgruppe Partizipation beteiligen sich interessierte Personen aus Mecklenburg-Vorpommern aus dem Bereich der Selbsthilfe und des Peer-Supportes, Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Mitarbeitende aus der sozialpsychiatrischen Praxis (Leistungserbringer und Leistungsträger).

Am 23.05.2023 setzte sich die Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern mit dem Thema „Aktuelle gesetzliche Grundlagen der partizipativen Einbeziehung von Menschen mit psychischen Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Bundesteilhabegesetz“ auseinander. Im Fokus des Treffens standen der neue Behinderungsbegriff (§ 99 in Verbindung mit § 2 Abs. 1 Satz 1 und 2 SGB IX), das Gesamtplanverfahren (§§ 117 bis 121 SGB IX) und die Ermittlung von Wirksamkeit der Angebote in der Eingliederungshilfe (§§ 125 Abs. 1 und 2 sowie 128 Abs. 1 SGB IX). Im Rahmen von drei Arbeitsgruppen wurden aktuelle Barrieren in der partizipativen Einbeziehung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in diesen drei Bereichen in Mecklenburg-Vorpommern diskutiert und Lösungsvorschläge erarbeitet, welche in einem Positionspapier in Abstimmung mit den Mitgliedern der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht wurden.

Das Positionspapier der Landesarbeitsgruppe Partizipation Mecklenburg-Vorpommern zur partizipativen Einbeziehung von Menschen mit psychischen Erkrankungen im Rahmen der Eingliederungshilfe kann hier abgerufen werden:

Der interne Mitgliederbereich des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

In diesem Jahr startete der interne Mitgliederbereich des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. auf der Internetseite www.sozialpsychiatrie-mv.de.

Neben Informationen aus dem Landesverband enthält der Bereich aktuelle Fachinformationen zur psychiatrischen und psychosozialen Versorgung sowie Informationen zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes und zur fachlichen Ausgestaltung von Leistungen zur sozialen Teilhabe im Bereich der Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Zudem werden im internen Mietgliederbereich zahlreiche Arbeitshilfen für die psychiatrische und psychosoziale Praxis sowie Videovorträge von fachlichen Expert*innen und Erfahrungsexpert*innen zu psychischen Erkrankungen, Behandlungs- und Unterstützungskonzepten oder aus den vergangenen Fachveranstaltungen des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. zur Verfügung gestellt. Weiterhin enthält der Mitgliederbereich die aktuellen Protokolle aus den Landesarbeitsgruppen des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Auf den internen Mitgliederbereich können alle Mitarbeitenden aus den Mitgliedsorganisationen des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. zugreifen. Hierzu ist eine einmalige persönliche Registrierung mit vollständigem Namen und Angaben zur Mitgliedsorganisation notwendig. Nach einer Überprüfung und Freigabe sind im Anschluss alle Inhalte über die Anmeldung einsehbar.

Zum internen Mitgliederbereich gelangen Sie hier

Der 113. Internationale Frauentag 2024

In jeder Gesellschaft ist der Grad der weiblichen Emanzipation (Freiheit) das natürliche Maß der allgemeinen Emanzipation (von Charles Fourier).

Der Internationale Frauentag wurde zum ersten Mal im Zusammenhang mit dem Kampf um Gleichberechtigung, Emanzipation und mit der Einführung des Wahlrechts für Frauen 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich, der Schweiz und in den USA veranstaltet. Die Vereinten Nationen führten 1921 den Internationalen Frauentag als jährlichen Welttag am 8. März ein. Neben dem Bundesland Berlin, das den 8. März bereits seit 2019 als gesetzlichen Feiertag würdigt, wurde der Internationale Frauentag im vergangenen Jahr auch in Mecklenburg-Vorpommern erstmals als gesetzlicher Feiertag von der Landesregierung ernannt.

Trotz vieler positiver Entwicklungen im Bereich der Gleichberechtigung von Frauen ist der Zugang für junge Mädchen und Frauen zu Bildung und Arbeit sowie die Möglichkeiten und Sicherheiten für ein selbstbestimmtes Lebens nicht immer gegeben. Auch in Deutschland wird die Gleichberechtigung von Frauen in vielen Bereichen nur unzureichend berücksichtigt und noch nicht ausreichend umgesetzt. Noch immer werden Frauen im Bereich Familie oder auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sowie gesellschaftlicher Diskriminierung und Sexismus ausgesetzt. Zudem haben auch antifeministische und patriarchische Einstellungen in der deutschen Gesellschaft in den letzten Jahren wieder an Einfluss gewonnen.

Anlässlich des 113. Internationalen Frauentages möchten wir vom Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. auf die Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen in unserer Gesellschaft aufmerksam machen und uns zu Gleichberechtigung, Diversität und Solidarität in unserer Gesellschaft positionieren.

Vielfalt ohne Alternative!!!

Es geht uns alle an.

Es ist mehr als ein Alarmzeichen. Wenn der AfD-Politiker Björn Höcke das Ende der Inklusion und damit die aktive Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung fordert, ist das kein Zufall und kein Ausrutscher.

In der AfD wird wiederholt gefordert, Menschen, die nicht in das Weltbild des völkischen Nationalismus passen, zu entrechten oder aus dem Land zu werfen. Wer so denkt und spricht, stellt die Würde des Menschen als Individuum, die Universalität von Menschenrechten und damit die Grundlagen unserer demokratischen Gesellschaft in Frage.

Abwertung und Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung sind in der AfD längst zum Programm geworden, genauso wie die Abwertung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer selbstbestimmten geschlechtlichen Identität.

Wir lassen nicht zu, dass Ideologien der Ungleichwertigkeit von Menschen weiter Raum greifen, die an die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte erinnern.

Wir rufen die Zivilgesellschaft auf, sich der Gefahr, die von einer solchen Agenda für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ausgeht, gemeinsam und entschlossen entgegenzustellen.

Es geht uns alle an.

Wir alle sind gefordert. Die Alarmzeichen sind nicht zu übersehen.

Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. unterstützt das Positionspapier der Psychosozialen Zentren in MV zu den Unterbringungsbedingungen für Geflüchtete

Psychosoziale Zentren in Mecklenburg-Vorpommern fordern gemeinsam mit zahlreichen Organisationen und Personen menschenwürdige Unterbringungsbedingungen für Geflüchtete

Zum Weltgeflüchtetentag zeigen sich die Psychosozialen Zentren in Mecklenburg-Vorpommern besorgt und appellieren in einem Positionspapier gemeinsam mit Organisationen der Zivil- und Beratungslandschaft sowie Personen aus Lehre und Wissenschaft für menschenwürdige Unterbringungsbedingungen von Geflüchteten.

Unter den Unterzeichnenden sind unter anderem Professor*innen aus Neubrandenburg und Rostock, der Landesverband für Sozialpsychiatrie Mecklenburg Vorpommern e.V., der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V., die RAA Schwerin e.V, MIGRANET-MV, STARK MACHEN e.V., Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt LOBBI MV und zahlreiche weitere Organisationen und Personen.

In dem Positionspapier sprechen sich die Psychosozialen Zentren und die Unterzeichnenden unter anderem für eine Überarbeitung der sog. Gemeinschaftsunterkunftsverordnung, eine zentrale Lage der Unterkünfte mit ausreichender Infrastruktur, für ein Fachkräftegebot zur Betreuung von Geflüchteten, für ein Clearing-Verfahren zur Erfassung vulnerabler Personen und deren adäquate Unterbringung sowie für eine maximale Verweildauer von 6 Monaten in Unterkünften aus. Außerdem fordern sie von verantwortlichen Akteur*innen eine couragierte Haltung und ein deutliches Bekenntnis zur Aufnahme von Geflüchteten, um auf Offenheit und Verständigung in der Aufnahmegesellschaft hinzuwirken.

Das Positionspapier kann hier eingesehen werden.

Bestandsaufnahme zur psychiatrischen und psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen

Mecklenburg-Vorpommern: Zunahme von psychischen Problemen in jungen Jahren

Landesverband fordert bessere Unterstützung für erkrankte Kinder und Jugendliche

Kinder in Mecklenburg-Vorpommern sind besonders gefährdet, psychisch zu erkranken. Anlässlich des Internationalen Kindertags am 1. Juni macht der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. mit einer Bestandsaufnahme auf diese Situation aufmerksam.

Etwa 250.000 Kinder und Jugendliche leben in Mecklenburg-Vorpommern. Nach aktuellen Schätzungen leiden etwa 50.000 von ihnen an psychischen Störungen oder Auffälligkeiten. Obwohl die Lebensbedingungen von jungen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mittlerweile einen hohen Stellenwert eingenommen haben, gibt es noch Luft nach oben, wie der Bericht zeigt: Wenige Hilfsangebote, weite Wege und hohe Arbeitslosigkeit – im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern lassen sich mehrere Faktoren finden, die das Risiko für junge Menschen erhöhen, im Laufe ihres Lebens psychisch zu erkranken. „Im Nordosten ist die Armutsquote mit 18 Prozent besonders hoch“, sagt Karsten Giertz, Geschäftsführer des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V., der mit seinem Team aktuelle Studien und Veröffentlichungen zusammengefasst hat. „Das ist problematisch, denn gerade in sozial benachteiligten Familien fehlt es oft an Ressourcen und Informationen, um psychische Belastungen zu bewältigen.“

Trotz der Risiken und Einschränkungen, die mit einer psychischen Störung zusammenhängen, suchen nur wenige junge Menschen Hilfe. Die Gründe dafür sind vielfältig. So belegen Studien, dass Betroffene besonders in Mecklenburg-Vorpommern fürchten, wegen ihrer Krankheit diskriminiert zu werden und deswegen gar nicht erst nach Therapiemöglichkeiten suchen.  Zudem zeigt sich Versorgungslage in Mecklenburg-Vorpommern im Bericht als prekär: Sowohl Behandlungsplätze in Kliniken als auch außerklinische Angebote sind, besonders in ländlichen Regionen, rar gesät – oder gar nicht vorhanden. Deutlich wird dies im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte: Auf etwa 9.000 Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen kommen aktuell 27 Kinder- und Jugendpsychiater*innen /-psychotherapeut*innen sowie 21 stationäre Betten und 28 Tagesklinikplätze. „Eine deutliche Unterversorgung, die neben langen Wartezeiten zu Chronifizierung und weiteren Krankheitsfolgen führen kann“, resümiert Giertz.

Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. fordert daher, dass Angebote flächendeckend ausgebaut werden. „Um die Versorgungssituation für Kinder und Jugendliche zu verbessern, benötigen wir neue und kreative Lösungen“, so Giertz. Dabei seien sowohl digitale Angebote als auch Angebote zur Früherkennung notwendig. „Gerade schwere psychische Erkrankungen beginnen im Jugendalter und lassen sich durch frühes Eingreifen reduzieren.“ Neue Angebote bedürfen jedoch neuer Rahmenbedingungen: So wird das Thema psychische Gesundheit laut Giertz auf sozialpolitischer Ebene zu selten berücksichtigt – „und das, obwohl psychische Erkrankungen zu den häufigsten Beeinträchtigungen in der deutschen Bevölkerung gehören“. Zentrale Aufgabe sei, die Finanzierung für Projekten sicherzustellen – „und zwar nicht nur für ein oder zwei Jahre, sondern langfristig.“

Die vollständige Bestandsaufnahme zur psychiatrischen und psychosozialen Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier: