Netzwerk Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern

Projektleitung: Karsten Giertz

Projektmitarbeitende: Anke Wagner, Antje Werner, Frank Hammerschmidt, Kathrin Boegner,

Psychische Erkrankungen haben in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Gesellschaftliche Krisen wie die COVID-19-Pandemie, der Klimawandel oder der Krieg in der Ukraine haben zu einem Anstieg psychischer Belastungen geführt. Aktuelle Daten zeigen, dass insbesondere depressive Symptome und Angststörungen zugenommen haben — vor allem bei sozial benachteiligten Menschen.

Psychische Erkrankungen beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden, sondern wirken sich auf viele Lebensbereiche aus. Betroffene sind häufig in ihrer sozialen und beruflichen Teilhabe eingeschränkt und haben ein erhöhtes Risiko für Ausgrenzung, Einsamkeit oder Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig nehmen weniger als die Hälfte der Erkrankten rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch — häufig aus Unwissenheit über Hilfsangebote oder aus Angst vor Stigmatisierung.

Das Projekt „Netzwerk Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern“ setzt hier an. Ziel ist es, die psychiatrische und psychosoziale Versorgung im Land zu stärken, die gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern und Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen abzubauen.

Schwerpunkte des Projekts

Durch Veranstaltungen und Aktionen werden Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen gefördert, die Stigmatisierung und Vorbehalte gegenüber psychischen Erkrankungen abbauen sollen. Dazu gehören unter anderem die landesweite Gedenkveranstaltungen “ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN”, Aktionstage zur Förderung der kontaktbasierten Anti-Stigma-Arbeit sowie Beiträge zur „Woche der seelischen Gesundheit“.

Menschen mit eigenen Krisen- und Genesungserfahrungen werden aktiv in die Weiterentwicklung der Versorgung einbezogen. Das Projekt verfolgt mehrere Initiativen, um Peer Support und Genesungsbegleitung in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken.

Viele Betroffene und Angehörige finden sich im komplexen Hilfesystem schwer zurecht. Der digitale Psychiatriewegweiser Mecklenburg-Vorpommern stellt deshalb niedrigschwellig Informationen zu regionalen Beratungs-, Behandlungs- und Unterstützungsangeboten bereit und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Das Projekt entwickelt Angebote und Fachformate, um Angehörige stärker einzubeziehen und Fachkräfte in der Zusammenarbeit mit ihnen zu unterstützen.

Gemeinsam mit Fachakteur*innen werden regionale Versorgungslücken analysiert und Lösungsansätze erarbeitet — insbesondere für Menschen mit komplexen Unterstützungsbedarfen.

Weitere Schwerpunkte sind die Entwicklung von Perspektiven für die Bekämpfung von Einsamkeit sowie die Förderung von beruflicher Rehabilitation und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mecklenurg-Vorpommern.

Über mehrere Internetseiten, eine Online-Zeitschrift und verschiedene Social-Media-Kanäle stellt das Netzwerk Sozialpsychiatrie M-V aktuelle Informationen, Fachwissen und und Informationen zu Veranstaltungen zur Verfügung.

Ziel des Projekts ist eine inklusive, menschenrechtsorientierte und personenzentrierte psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zu fördern.