Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern

Projektleitung: Prof. Dr. Ingmar Steinhart

Projektmitarbeiterin: Julia Möller

Die COVID-19-Pandemie hat den Alltag in Deutschland seit dem 11. März 2020 deutlich eingeschränkt. Neben der Gesundheitsgefahr durch das Virus gingen die pandemiebedingten Schutzmaßnahmen wie Lockdowns, Hygiene-Maßnahmen oder Kontakteinschränkungen zur Verringerung des Infektionsgeschehens bei vielen Familien und Menschen mit erheblichen psychosozialen Belastungen, spezifischen Ängsten und allgemeine Unsicherheit einher.

Auch die psychiatrische und psychosoziale Versorgung von erwachsene Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, psychisch belasteten Kindern, Jugendlichen und Familien oder ältere Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen wurde im Zusammenhang mit den COVID-19-bedingten Schutzmaßnahmen über viele Monate hinweg deutlich eingeschränkt. Es ist zu vermuten, dass die psychische und psychosoziale Versorgung noch lange mit den Langzeitfolgen der Pandemie konfrontiert wird. Bisher liegen für Mecklenburg-Vorpommern zum Zeitpunkt des Projektes keine Daten über die Auswirkungen der Versorgung für diese Zielgruppe vor. Um geeignete Maßnahmen zur Prävention und Verbesserung der postpandemischen Versorgung zu entwickeln, führen das Institut für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. und der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. seit dem 01. März 2021 ein Forschungsprojekt zu den Folgen der COVID-19-Pandemie auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern durch.

Im Fokus der Untersuchung steht eine allgemeine Statuserhebung zur aktuellen Versorgungssituation sowie zu den inhaltlichen, personellen und strukturellen Veränderungen aufseiten der psychiatrischen und psychosozialen Angebote während der vergangenen Lockdowns. Dabei sollen sämtliche Angebote, Einrichtungen und Institutionen der psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosozialen Versorgung und Behandlung von erwachsenen Menschen mit psychischen Erkrankungen eingeschlossen werden (z. B. Angebote der Eingliederungshilfe, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, psychiatrische und psychosomatische Kliniken, berufliche Rehabilitation, Begegnungs- und Tagestätten, niedergelassene Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen und Nervenärzt*innen).

Neben der allgemeinen Bestandsaufnahme besteht das Ziel des Forschungsprojektes darin, Empfehlungen und Maßnahmen zu entwickeln, um den langfristigen Folgen der Pandemie auf die psychiatrische und psychosoziale Versorgung entgegenzuwirken sowie die soziale Teilhabe von psychisch erkrankten Menschen auch in besonderen gesellschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten in Mecklenburg-Vorpommern aufrechtzuerhalten. Aufgrund der Einbeziehung zahlreicher an der Versorgung beteiligter Akteure, Institutionen und Einrichtungen ist es auch möglich allgemeine Empfehlungen für die Weiterentwicklung der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung von Mecklenburg-Vorpommern zu formulieren.

In Anlehnung an das Funktionale Basismodell wurde ein Onlinefragebogen entwickelt, der übergreifend von den gesetzlichen Zuweisungen und Finanzierungslogiken sämtliche Leistungsangebote der Versorgung von erwachsenen Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen abdeckt und Items enthält, welche sich auf die nutzer*innenbezogenen, strukturellen, finanziellen und personellen Veränderungen der Leistungsangebote im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie beziehen. Die Onlinebefragung erfolgt zwischen dem 01. Juni und 30. Juni 2021 über die Netzwerke des Landesverbandes Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. Die deskriptive und analytische Auswertung der statistischen Daten erfolgt über die Mitarbeitenden des Instituts für Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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