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"Wissenschaftliche Begleitung der Arbeit der Pflegestützpunkte gemäß § 4 Absatz 4 Landespflegegesetz
- Etablierung und konzeptionelle Unterstützung der Pflegestützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern"


» KOMPASS-Konzept (PDF-Datei, 571 KB)
» Projektregionen (PDF-Datei, 597 KB)

Gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales - Abteilung Soziales Zeitraum
2 Jahre (2013-2014)

1. Schwerpunkte des Projektes und konzeptionelle Grundlage
Die vereinbarten Schwerpunkte des o. g. Projektes lauten im Wesentlichen wie folgt:
Festigung der kommunalen Akzeptanz der PSP;
Konzeptionelle Unterstützung der kommunalen Entscheidungsträger bei der inhaltlichen und qualitativen Weiterentwicklung bestehender PSP bzw. neu zu errichtender PSP;
Entwicklung von Maßnahmen zur Beförderung der Einbindung der PSP in die bestehenden kommunalen Netzwerkstrukturen;
Beratung und Begleitung zur Kooperation mit Partnern bereits bestehender Projekte;
Sensibilisierung der Kommunen zur Einbeziehung der PSP als ein Steuerungselement zur Sicherung der Qualität der regionalen Pflegesozialplanungen;
Öffentlichkeitsarbeit auf regionaler und landesweiter Ebene.

Die Grundlage der Handlungsansätze des Projektes zur prozesshaften Begleitung der Etablierung der Pflegestützpunkte bildet die Konzeption eines Pflegestützpunktes, der sich als regionale Koordinierungsstelle zur Unterstützung von Personen mit pflegebezogenem Hilfebedarf zur Umsetzung individueller Arrangements und zur Weiterentwicklung der regionalen Hilfeangebote versteht (Der Pflegestützpunkt als KOMPASS: Ein Konzept zur KOordinierten, Motivierenden, PASSgenauen und abgestimmten Steuerungsstruktur für die Hilfen gerontopsychiatrisch erkrankter Menschen und ihrer Angehörigen in der Gemeinde 2011).

Folgende Leitlinien liegen entsprechend zu Grunde:

· Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe
Durch bereitgestellte Hilfen sollen Prozesse der Eigenständigkeit und Inklusion befördert werden. Dies betrifft im Konkreten den Auf- und Ausbau der Selbstbestimmung und Selbstsorgefähigkeit sowie der gesellschaftlichen Teilhabe der Betroffenen und ihres sozialen Umfelds.

· Lebensfeldbezogene Hilfearrangements
Erkrankte und/oder pflegebedürftige Menschen sollen so lange wie möglich in ihrem konkreten Lebensfeld verbleiben können; die Hilfsangebote sind entsprechend daran auszurichten und somit primär ambulant.

· Individuelle Hilfearrangements
Die Angebote sollen passgenau auf die jeweiligen Ressourcen- und Bedarfslagen ausgerichtet sein und in einem individuell ausgestalteten Hilfsarrangement münden.

· Umfassendes Assessment und Komplexleistungen
Die Hilfen sollen dem Ansatz einer ganzheitlichen, systemischen Orientierung entsprechen. Dies betrifft zum einen den Kreis berücksichtigter Bedarfs- und Ressourcenanalysen, der nicht allein den Hilfeempfänger, sondern ebenso sein (potentielles) Unterstützernetzwerk einschließt (Umfassendes Assessment). Zum anderen betrifft dies den Umfang geleisteter Hilfestellungen, der neben den somatisch orientierten Hilfen ebenso psychosoziale Leistungen integriert (Komplexleistungen).

· Niedrigschwelligkeit
Die Hilfen sollen in jeder Hinsicht "Barriere frei" im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention sein. Sie sollen leicht zugänglich auch im Sinne des Abbaus psychologischer Barrieren sein und die frühzeitige Anbindung an das Hilfesystem ermöglichen und forcieren. Dabei sollen sie den Kriterien physischer und psychischer Niedrigschwelligkeit entsprechen. Darunter zählen z.B. Wohnortnähe, zugehende Hilfen, Finanzierbarkeit sowie Klienten orientierte Ansprachen.

· Koordination der Hilfen - Netzwerkbildung
Zur Optimierung der Ressourcennutzung und Sicherstellung der Versorgungskontinuität im Sinne der Reduktion von Versorgungsbrüchen in den Hilfenetzen oder der Überlappung von Hilfsangeboten sollen die Anbieter von Hilfeleistungen miteinander im Sinne integrierter, also aufeinander abgestimmter, kontinuierlicher Hilfspfade kooperieren. Der Netzwerkgedanke soll zunehmend an Bedeutung gewinnen.

· Bürger-Profi-Mix
Um dem zukünftigen Fachkräftemangel und der prognostizierten Abnahme informellem Pflegepotential begegnen zu können, sollen zusätzlich alternative Hilfsansätze, wie die Einbindung vom bürgerschaftlichen Engagement sowie von Hilfemixen aus professionellen und nicht-professionellen Angeboten gestärkt werden.

· Reha vor Pflege verwirklichen
Neben den Hilfen im akuten Krankheitsfall sollen mindestens gleichwertig Vor- und Nachsorgeangebote, darunter insbesondere Rehabilitationsleistungen (weiter-) entwickelt werden.

· Arbeit im Quartier - Der Sozialraum als professionelle Herausforderung
Nicht zuletzt aus den genannten Gründen müssen die Hilfen in ihrer Ausrichtung verschiedenste Zielgruppen berücksichtigen und den Fokus nicht allein auf die direkt Betroffenen und deren Angehörige richten. Darunter gehören neben den erkrankten Menschen und Personen aus deren privaten Lebensumfeld beispielsweise auch jene, die in ihrem Alltag direkt als Fachpersonal dem gerontopsychiatrischen Hilfesystem zur Verfügung stehen bzw. solche, die mit der "Peripherie" desselbigen konfrontiert sind, so u. a. bei allgemeinmedizinischen Diensten oder in der Apotheke. Dies betrifft darüber hinaus auch das konkrete Lebensumfeld älterer Menschen im Allgemeinen, wie z.B. Hausmeister und Mitarbeiter der Seniorenarbeit (Altenbegegnungsstätten). Schließlich zählen dazu aber auch Personen der Allgemeinbevölkerung. Die Thematik der "fallunspezifischen Hilfen" muss weiter erschlossen und in die Praxis umgesetzt werden.

2. Beteiligte Projektregionen
Zur Kooperation im Rahmen des Projektes zeigten sich zunächst die Hansestadt Rostock sowie der Landkreis Nordwestmecklenburg bereit. Im August 2013 hat auch der Landkreis Vorpommern-Rügen seine Bereitschaft zur Beteiligung am Projekt erteilt. Die Akquise der somit dritten Projektregion erfolgte Hand in Hand mit den Akteuren der errichtungsbeauftragten Pflegekasse für die Pflegestützpunkte in MV - der AOK Nordost. Im Weiteren haben sich im Berichtszeitraum auch noch sinnvolle Kooperationen mit dem Landkreis Rostock ergeben. Einzelne Kontakte gab es auch zum Landkreis Vorpommern-Greifswald. Ein Einschluss in das Projekt ist hier allerdings nicht vorgesehen. Die Auswahl der Projektpartner lässt eine Projektumsetzung und zu erwartender Erkenntnisse sowohl zu städtisch gelegenen Pflegestützpunkten als auch hinsichtlich eher im ländlichen Raum organisierter Pflegestützpunkte zu.
Die beteiligten Projektregionen stellen sich nunmehr wie folgt dar:



 
   
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